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Jeschurun · 1884-03-27 · Heft 13 (27.3.1884) · p. 195

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 13 (27.3.1884)
Article
Der erste Nissan
Date
1884-03-27
Page
195 (sequence 3)
Language
German
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welchem Gott gesprochen י ,עם זו יצרתי ל' תהלתו ישפרו bann wird 15 v die Zeit heranbrechen lassen, von welcher es dann heißen wird: 2״ נאל ר' יעקב וב״ישדאל "תפאר. Itodj fiiiiUer! itbrrMr 1111g!ui^tKsi!1!l!>l- Ailgklkgtilhtit. Bon Knüium LLeis;, Obcr-.Nabbincr in .lrarloburg. So oft ich an dieses hochwichtige Thema dachte, entging mir feinen Augenblick die Schwierigkeit, die Demjenigen, der hierüber etwas Neues in die Oesfcntlichkeil dringen lassen will, hindernd cntgegcntritt. ES sind bisher namentlich die Quellen des Nebels nachgcwiescn worden, aus welchen mit Rothweudigkeit die Abnahme des Thorastudinms und das Siechihums der Jeschiboth sich ergeben mußten. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß mit dem Aufdccken der Schäden und Gebrechen, mit der Offenlegung der wunden Stellen allein feine Heilung geschaffen ist, insolangc nicht bcstimmt der Weg zur Herbeiführung einer radikalen Besserung angegeben werden kann. Herr I)r. Hildesheim er, damals in Eisen stadt, trat wohl vor Jahren mit einem Boi schlage dahin hervor, daß man sich bc׳- streben solle, Untcrstütznngsvcreinc zu gründen. Diesem anscheinend nicht allzuschweren Vorhaben stellen sich aber in der Praxis große Schwierigkeiten in den Weg. Da müßten Ober- und Unter-, Lokal-׳ und Distrikts- Kassierer in Permanenz erhalten bleiben. Rechnet man nun die Miseren der ganz- oder halbjährigen Kassierung — die Forciruug der Einzahlung cingegangener Bcrpflichtnugen — den Ausfall, der durch die Wechselfälle des Lebens entsteht, so erscheint dieses Mittel als ein höchst prekäres. Wir dürfen überdies nicht ein wichtiges Moment außer Acht lassen, das einen wichtigen nicht zu mtterschätzenden Faktor im heutigen Jeschibawesen bildet. Den gebieterischen Anforderungen der Gegenwart, insofern solche mit dem Geiste und den Satzungen der Religion nicht im Widerstreite sind, muß ein Genüge geschaffen werden. Der gewaltige Strom, der unsere Zeit bewegt, läßt sich nicht cindämmen und braucht nicht ganz gehemmt zu tvcrdcn. Man verlangt von dem Rabbiner und jüdischen Gvttcsgelchrtcu außer der gründlichen Keunlniß der eigentlichen Religionswissenschaft auch eine Vertrautheit mit den allgemeinen Bildungs-Disziplinen und, fügen wir hinzu, mit Recht. Welche orthodoxe Gemeinde — einige chassidäische ausgenommen — begnügt sich in der Jetztzeit mit einem im Jargon gehaltenen Kanzelvorrragc? Welche Gemeinde wünscht heute nicht vom Rabbiner einen ansprechenden, reinen, leicht verständlichen religiösen Bortrag? Welche Gemeinde erwartete heute nicht vom Rabbiner ein genügendes Wissen, um die Ueberwachnng der staatsseitig gebotenen und durchaus nothwendigen Lehranstalten ausüben zu können, damit sie ihre theucrsten Güter, die Pflauzschulen der Jugend, nicht mancher uuüberwachten Thätigkeit eines seinem Amte nicht gewachsenen Lehrers, oder einer aus Mangel an Fachwissen des Rabbiners sich leicht entwickelnden Willkiiriichkc.it dcS Lehrers prcisgegeben sieht. Diesen bescheidenen und gewiß sehr berechtigten Anforderungen zu genügen, müssen die jungen heranwachsenden Rabbiner ans der Jeschiba auch das hierzu erforderliche profane Wissen mitbringcn. Zur Lösung dieser brennenden Frage müßten nun an den talntlidischen Hochschulen der Anzahl der Talmudjünger entsprechende Lehrkräfte besorgt werden; und zwar אנשי מדע בעלי יראה die den בהורים gründlichen Unterricht, in ת׳נ׳ך und דקדוק, wie ganz besonders in den allgemeinen Schulgegenständen alltäglich mindestens zweistündig zu crthcilen hätten. Meines unmaßgeblichen Erachtens sollten für Ungarn acht solche Talinndhochschulcn kreirt werden. Ich würde hiesür folgende Gemeinden designiren: P r e ß b u r g, S. a. U j hely, N. K a rlh, G r o ß w a rdcin. K leinw a r d e i n, U n g o a r, Papa, B a l l a s g y a r m a t, und zwar für Preßbnrg I ä<> Schüler mit drei Lehrern und für die anderen sieben öo Schüler mit je einem Lehrer für das profane Wissen. Das ergäbe eine Anzahl von fünf(}ltnbcvi Bachurim und zehn Lehrern. Außer diesen Hochschulen sollten zehn kleinere Jeschiboth für die Abiturienten der Talmud-Thora- Schulen als Borbereitnngsstättc für die höheren Jcschiboih kreirt welchen, deren nothwendiges Vorhandensein für Jeglichen, der einen geregelten Stnfengang des Thorastudimns zu schätzen weiß, keiner weiteren Auseinandcrsctzung erfordert. Für die allerjüngsten Bachurim wäre, nach meiner Meinung, die alte Gepflogenheit in der Uittersiützling derselben durch Freitische und geringe Wochen- oder Monatsdonarien auch fürderhin im Rothfalle!roch beizubehalten. Man dürfte jedoch einer Snlwentionsquelle für die Honorirnng eines im Talmud bereits vorgeschrittenen Vachnrs, und zwar für je fünf kleine Schüler einen, als Korrepetitor benöthigen. — Weit schwieriger aber erscheint die Erhaltung der erwachsenen Talmndjünger an den höheren . Schulen. Die gute alte Zeit ist längst vorüber, wo der lern- und wißbegierige, von אהבת התודה erfüllte Talmndjünger bei allen Entbehrungen und mancher Bcrkemning lind Mißachtung mit aller Kraftanstrengnng Tag und Rächt dem Thorastudinin unausgesetzt obgelegen hat, gleich jenem Tanai auf dem Dache des Lehrhauses im Sinne des אדם בי ישות באהל.

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