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Jeschurun · 1884-03-20 · Heft 12 (20.3.1884) · p. 179

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 12 (20.3.1884)
Article
Winke für die religiöse Erziehung
Date
1884-03-20
Page
179 (sequence 3)
Language
German
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179 Willens und auch die schmerzliche Folge einer Auflehnung gegen dieselbe in dem Bewutzrsein des gerechten und einsichtigeren Gebietenden und Strafenden, empfinde aber diesen Zwang als eine lästige Fessel, welche es nur der Laune und dem zwecklosen Belieben desjenigen verdanke, welcher Gewalt über cs habe. Denn wie vermöchte das Kind den Zweck dcS Sabbathgesetzes und anderer religiösen Gebote zu erkennen, und welche Unvernunft läge demnach in dem Borhabei;, dasselbe zum Beobachten des Neligionsgesetzcs auzuhalten? — Die Erziehung habe sich ja der jeweiligen Fassungskraft und dem Grade der kindlichen Entwicklung anzupasscn, — eine Verletzung dieses Grniidsatzes müsse sich bitter rächen. Auf diesen Einwand möge der folgende Artikel antworten. (Fortsetzung folgt.) Von Samson Naphae! Hirsch. XI. Streit. Streite mit keinem Menschen umsonst, Wenn er dir nicht Böses hat erzeugt. (3, 30.) Verbrechen liebt, wer Streit liebt, Wer seine Thürschwelle hoch macht, sucht Unfall. (17. l'j.) Ehre ist s dem Manne, vom streit fern zu bleiben, Jeder Unweise offenbart sich dabei. (SO, 3.) Hatz weckt Zwistigkeiten, Alle Versündigungen deckt Liebe $11. (10,12.) Auch Streiten kann zur Leidenschaft werden. Dein Streitsüchtigen ist der Gegenstand ganz gleichgültig, er hat seine Freude am Widerspruch, am Ncchtbchalten, das letzte Wort zu haben, er streitet um zn streiten. Vor solcher Gcmüthsart hüte dich. Mutzt du eintnal streitend wider Jemanden auftreteu, so habe er dir ernsten Grund diirch sein Mitzverhalicn gegen dich gegeben. Betrachte keinen Streit gleichgültig. Du kannst nie im Vorhinein berechnen, wozu er am Ende, wenn die Gemüther erhitzt sind, führt. Dich oder deinen Gegner kann die Hitze des Streites zum Begehen eines Unrechts führen. Nur wer Verbrechen liebt, mag auch Streit lieben. Wer davor zurückschreckt, selbst ein U!lrecht zn begehen, oder den Andern zu einem Unrecht zu veranlassen, der verrncide jeden Streit, räume jede Veranlassung dazu ans dem Wege. Wer nicht lvitt, datz er oder ein Anderer darüber stolpere, der macht seine Thürschwelle nicht zn hoch. Darum ehrt's den Mann, selbst wenn ihm Vcranlassung zum Streit gegeben ist, ruhig zn bleiben und nicht zn streiten. Der Unweise kennzeichnet sich auch darin, datz er keinem Streit ans dem Wege gehr. Nicht gebt Hatz ans Streit hervor, sondern Hatz erzeug: den Streit. Sind zwei uusrrundlich gegen! einander gesinnt, so nehmen sie sich Altes übet. Liebe! aber verzeiht Alles, und selbst ernste Vergehen deckt die Liebe vergebend und vergessend zn. * An eines Hundes Ohren greift, Wer, sich ereifernd, hinzngeht zn einem Streit, der ihn nichts kümmert. (20, 17,.) Gehe nicht rasch hinaus zmn Streit, Bedenke, was du am Ende thnn!nütztest, wenn dein Nächster dich mit Schmähungen überhäuft! Deinen Streit führe mit deinem Nächsten, Offenbar«.׳ aber das Geheimnitz eines Anderen nicht dabei. Der Hörer könnte dich wieder begütigen, Deine Bösrede aber bliebe. (23, 8—10.) Jeder Sneit ist ein bissiges Thier. Kümmert dich ein Streit nicht, so mische dich nicht mnthtvilliger Weise hinein. Thätest du cs, du griffest leicht einem bissigen Thier an's Ohr, es lietze seinen bisherigen i Gegner gehen und wendete seine Bisse gegen dich, l Fft dir selbst Veranlassung zmn Streit gegeben, j so bedenke wohl, ehe du dich darin einlässrst. -Selbst j wenn bu dir vornimmst, die Sache mit ruhiger Gej lassen heit abznmachen, so wcitzt du nicht, zn welcher j Hcstigkeit dein Nächster sich hinreitzeu lassen und dich! mit Schmähungen überhäufen könnte, die du, wie man spricht, nicht auf dir sitzen lauen könntest. Und führst du einmal einen Streit, so bleibe bei deiner Sache, und inische nicht die Angelegenheit eines Andern mit hinein, zn deren Aentzcrnng du nicht berechtigt wärest und deren Ausspruch טון וזרע Du und dein Gegner, ihr könntet euch wieder nersöhnen, dein Gegner könnte sein Unrecht c-insehen, könnte dich begütigen und deine Liebe wieder gewinnen. Die Bösrcde ans einen Andern, die er von dir im Streit gehört, und die d-n sonst nicht geäutzert haben würdest, die würde bleiben, und wie leid es dir auch lhnn möge, du kannst das gesprochene Wort, mit welchem du einen Dritten geschädigt, nicht nngesprochen machen. #־ Ei׳t Bruder wird durch Beleidigungen unzngänglicher als eine feste Burg, Und Zwistigkeiten scheiden wie Palastcsriegel. '08, ■10.) Wenn Diejenigen, die durch Verwaiidtschastsbande einander nahe gestellt sind, bitrd) Beleidigungen und Nechlskränknugen von einander cntsernt geworden sind, i so ist deren Aussöhnung oft schwieriger, als der Zugang

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