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Jeschurun · 1884-02-07 · Heft 6 (7.2.1884) · p. 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 6 (7.2.1884)
Article
Aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts
Date
1884-02-07
Page
88 (sequence 3)
Language
German
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88 schütteln von sich fern u! halten wünschte und leuchtenden Zn Einem aber epeellirtc Elemcutiiie ganz besonders, Blickes den idealen Freihcitstränmen des Andern lauschte, den Willen ihres BaterS ihren Wünschen sich geneigt und wieder non änderen sich belehren lies; über die zu machen. Freilich waren diese Wünsche meist jo Fortschritte der Naturwissenschaften nitd ihre nnabschharmlos, fast nie tinbillig, das; wohl kein liebender baren Folgen. Valer die Mehrzahl derselben verweigert hätte; aber cS Trotz seiner maßlosen Beschäftigung, er war kanten auch Wünsche, die ein Anderer — doch wir Univcrsiläls - Professor und gehörte überdies zu den! ivollen dein Gange unserer Erzählung nicht vorgrcifcn. meistbeschäfligsien Aerztcn der Residenz, hatte er die! Ter Hofrath ließ die feinen bläuen Dampfringclchcn Erziehung seiner Tochter selbst geleitet, in einer aller-! kunstgerecht emvorsteigcn und schatite ihren schlangendings originellen Weise, aber der Erfolg hatte ihm; artigen Windungen träumerisch sinnend nach. Plötzlich 'Recht gegeben, hatte selbst seine Erwartungen noch itm i richtete er sich auf, die Zigarre entglitt seinen Fingern, ein Bedeutendes übertrosfen. Rechnen, Leset! und! ein leichtes Klopfen an der Thür, und ans das einschreiben muß ntan ein Mädchen lehren, alles Uebrige! ladende ״Herein" des Hosraths trat ein junger Mann, kann sic allein lernen. Tas war sein Grundsatz und! achtungsvoll grüßend, in das Zimmer, dem entsprechend war Elcmentine erzogen worden. I ״Verzeihung, Herr Hofrath —" Ilnterricht in Handarbeiten und in neueren Sprachen | ״Nichts von Verzeihung, lieber Freund," rief halte er sich freilich noch gefallen lassen ntüsscn, doch ° Arnisieiu aufspringend und mit auSgestreckter Hand im Uebrigen war׳ er kein Haarbreit von seinem Proj ihm entgegeneilend, ״oder, wenn eine Entschnldignng am gramin abgewichcn. Er hatte das Heranwachsende! Platze wäre, jo wäre cS an mir, dieselbe vorznbringen, Mädchen mit passender Lektüre versehen und ihr später! tvcil ich die Danien znm AnSgehen überredet habe, seine reichhaltige Büchersammlung vollständig zn Gebote! trotz ihrer Verabredung mit Ihnen. Eleinentinc wollte gestellt; während des'Atillagsesscns, das er allein einzu-! auch partout nicht fort. Sic hätten ihr versprochen, nehmen pflegte, konnte Elenientinc dann berichten, was! ihr ein Exemplar eines Stalaktiten zn verschaffen, sic gelesen, sich auch über das, was ihr dunkel war, j ״Fräulein Ärmstem interessirt sich so sehr —" seine Erläuterungen erbitten. Konnte er in wenigen! ״Ich weiß, ich weiß, Elementine ist die echte Tochter Worten das Dunkel erhellen, so that er cS, wo nicht, s eines Arztes und ich hatte gehofft, sie sollte auch einbczeichnctc er ihr Schriften, ans denen sie selbst'Er-! mal die Frau eines recht tüchtigen Arztes werden. — klärnng sich schassen koitnte. llnd so gehörte sie, trotz der! Aber mau denkt und wünscht und hofft gar Manches, wenigen Lehrstunden, die sic erhalten, zu den geistj während die Bcacht zwingender Verhältnisse —" vollsten, bcslttltlcrrichteLstcn jungen Tanten ihres Kreises, s (Fortsetzung folgt.) Zm Gal'ntlZ. Leise rauscht der nnttcrnächtlich Kühle Odern durch die Welt, Leise raschelt's in den Bäumen, Schimmernd blinkt das HinnnelSzelt. War's ein E'crstergrnß der Ahnen, Ter die Wangen mir geküßt? Ist es Geisteswaltcn, das inich In dein Sterncnjchintmer grüßt? — D, wie lang' noch soll ich trauern, Freudlos tvallen durch die Welt? Soll ich immer einsam weinen, Wo sich alles froh gesellt? Soll denn ewig nur int Dulden Sieh bewähren meine Kraft? Soll nur zeigen, wie für Hcintath Mau in Trauer nie erschlafft? Leise Pocht's an meinem Fenster Weiße Ncbelstreisen lagern Und die Scheiben klirren bang. Aus der nächtlich stillen Flur, Mir cntlveicht der Schlummer, und ich Ach, mir ist, als ob ein großes Geh' hinaus mit schwankem Gang. Leichentuch hüllt die Natur. Säuselnd wiegt der rnitternächllich Kühle Hauch die Lockert mein, Und mir küßt die bleiche Stirne Zitternd blasser Slcrncnschcin. Tenn erloschen und erstorben Sind der Holden Reize mir. Mich erfreut nicht Herbstes Neichlhuin, Nicht des Lenzes Blüthenzier. Soll ich immer sein der Frentdc, Wo man blnt'ge Lanzen bricht? Wo dein Vaterland begeistert, Man geweihte Kränze flicht? — Wieder kost ein sanftes Lüftchen Bür um Wang' und Lockenhaar, Wieder grüßt in Strahlenworten Büch die lichte Slerncnschaar. Und ein süßeS Ahnen därnmcrt Mir im Schooß der Finstern iß; Leiser wird der Klage Stimme, Enger wird der Seele Riß. 8. B. B.

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