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Jeschurun · 1884-01-31 · Heft 5 (31.1.1884) · p. 69

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 5 (31.1.1884)
Article
Ungarisches Jeschiba- und Rabbinerwesen
Date
1884-01-31
Page
69 (sequence 2)
Language
German
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G9 Bildern;11 verweilen — די בזיו; וקצת. Ja, traurig und dis;um hochsleu Grad entimnhigend ist es. das; der ehrwürdige Stamm des indischen Prieslerthums. der einst so herrliche, bi■0 a!1> lünbc der Seiten ihre Glorie beiv.ihrende Blüihen und Früchte getragen, es sich gefallen lassen muß. das; es de nie schon mancher aedankennnd überzengungslose Bude!vagen darf, sich non ihm eine Gerte;»m Steckenpferd;11 pflmfcn! Das kann, das darf nicht so dleiden, nur können es nicht fassen, nnd unser Der; laut den Gedanken nicht anskonunen, daß cS so bleiben solle! Sir können wohl mit einer betrübenden Genugthnung konstatircn, das: sieb die meisten Anomalien im Lager der Kongreßler befinden, aber auch an diesen tragen in manchen Fällen die Orthodoreu keine geringe Schuld. DaS Elgcnthnmlichsrc an der Sache ist. das: man sich bei uns in Ungarn aller Abnormitäten unseres religiösen Gemeinwesens voll und ganz bewußt zu sein scheint; man klagt bitter über den allgemeinen, b 111011־ strativcn Beifall der Ueschiboth; und das; man sich über den Stand deS RabbinerthnmS keinen optimistischen Täuschnngcn hingiebt, beweist die Thatsaehe, das: vor etwa zwei Jahren;um Zwecke der Berathung einschlägigcr Fragen eine Engmckc von Nabbinen und Borstehern bedeutender Gemeinden nach der Danptsiadl deS Landes cinberuseii war, — aber dennoch geschieht;nr Hebung der llcbclfrätibc nicht das Geringste. Bei der besagten Engmcke wurde unter Anderem ein Antrag vorgebracht, der ans ein tiefgehendes Berständniß unserer Zustände schließen läßt und der vermöge seiner nnabstreitbaren Nützlichkeit verdient, an dieser Stelle rcprodn-;irt und unterstützt;11 werden. (Sin Mitglied der erwähnten (511 glucke bezeiehnete sehr;utresfend als Wurzel aller Schäden im Rabbinerthnme jene ausgedehnteste Willkürlichkeit, die hier vorherrscht, und den völligen Mangel an Bewußtsein einer Znsannnengehörigkeit;11 Auer Korporation,;11 einem Stande. Damit ein solches Bewußtsein erweckt nnd die so schädliche Willkürlichkeit unmöglich gemacht werde, ist dann beantragt worden, die ״Machtsphäre der ein;einen Rabbiner insoweit;11 beschränken, — daß es nicht einem jeden gestattet sei, Autorisation,;1! crtheilen" — es solle dieses Recht vielmehr ausschließlich jenen Kommissionen;׳.!stehen, die;11 diesem Zwecke auf dem Wege gemeinschaftlicher Uebereinknnst der Rabbincn designirt würden, und deren Zahl dem sich heransstellenden Bedürfnisse an;npassen wäre. Wem sollte nicht die Zweckmäßigkeit dieser ckdee ans den ersten Blick entgegeiilenchten? Welcher uuijulteiisch Denkende fühlt sich nicht gezwungen,;11 bekennen, daß dies der meislversprechende, ja vielleicht einzige Weg Mt, um eine radikale Besserung herbeiznsnhren? Und doch erhob sich neben dem Antragsteller nur ein, sage ein, zu den Besten unseres Landes gehörender junger Rabbiner, gegen denselben aber alle Uebrigcn! Wie denn auch nicht? — Dies: es ja doch, einen Edelstein ans der eigenen Krone dem Gemeimvohlc zu opfern, einen Splitter der eigenen Machtsülle zur Ehrenrettung des ganzen Standes preisgeben, da machte Alles wie ein Mann entschiedenste Opposition. Wir wiederholen es, das: uns dieser Antrag, trotzdem er so wenig Anklang gesunden, in seiner Anwendung als das kräftigste Bollwerk gegen den gänzlichen Berfall unseres Rabbinerstaudes erscheint, nur» möchten wir denselben ans'S Dringendste der Ausmerksamkeit unserer Rabbiner anempfehlen. Denn nach gründlicher Prüfung gelangen wir;111׳ Ueberzengnng. daß das unbeschränkte Antorisationsrecht wirklich die Pandorabüchse ist, welcher die meisten Mißgestallungen unseres neuern RabbinerthmnS entsteigen. Es ist eine umfassende Wahrheit, das: das Böse sich wiederholend Böses;engt. die auch in unserem speziellen Falle ihre Anwendung findet. So lauge nämlich mir der Zulassung;11111 Amte das Recht verbnnden ist, auch selber Autorisationen zu crtheilen, eben jo lange kann das Rabbinerthnm vor dem Eindringen nnbcrnsener, ja gefährlicher Elemente nicht bewahrt werden. Rabbiner, die selber aus lichtscheue Art durchgedrungen sind, werden doch an Andere keine größeren Anforderungen stellen, als welchen sic selbst zu ensprechen hatten, werden doch ihnen verwandte Elemente srendigst hülfreiche Daud und Stütze bieten. Wir glauben hier, um etwaigen Mißverständnissen vorzubengen, ans den genannten Antrag näher cingchen nnd ihn in einigen Details beleuchten;11 müssen. Der Antragsteller dachte sich die AnSführnng seiner Idee solgcndermaßcn. Znm Zwecke der Bestimmung der Zahl dieser Kommissionen sollte die Fndenheit Ungarns und Siebenbürgens in Bezirke eiugetheilt werden. — Einem jeden solchen Bezirke wäre eine Kommission bcizugeben. Was die Art'der Kreirung dieser Kom- Missionen betrifft, die man aber auch kurzweg .נניח דיל nennen könnte, müßten für den Ansang einige unserer allseitig anerkannten גדולים znsammentreten, um nach gewissenhafter Erwägung der Umstände die oben erwähnte Eintheilnng;11 treffen und um im ganzen Lande genaue Umschau nach geeigneten Persönlichkeiten;11 halten, die nach jeder Richtung hin die vollsten Garantien;11 bieten im Stande sind. Da aber die Mitglieder dieser Kommissionen, בחי דינים,;11111 größten Theile Gemeindesnnktionärc wären, die sich nicht immer von den Agenden ihres Amtes befreien können, so wäre das Praktischste, Termine zu bestimmen, an denen sich die בחי דינים behufs Bornähme von Prüflingen der Aspiranten zusammensetzen möchten. Die Bestimmung von gewissen Terminen käme auch denjenigen Ortschaften zu Gute, wo vielleicht

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