Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1884)
- Article
- Der Antisemitismus der "Kreuzzeitung"
- Date
- 1884-01-31
- Page
- 67 (sequence 3)
- Language
- German
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ר 67 Milbürger,!n ächten deren volle und innige Zuneigung erlangen, möchten ihnen helfen und beistehen und mi! ihnen gemeinsam an des Vaterlands Wohlfahrt und Gcdeihcu arbeiten. Wir haben cs gelernt, was cs heißt, dos Joch seiner Rebcnmcnschei! zu tragen, und unter dem jahrhundertlangcn Druck haben wir cs uns gelobt, daß wir niemals unseren Brüdern ein solches anserlegen wollen. Wir haben dieses Gelöbnis; getreulich erfüllt — das können wir kühn im Angesichte Gottes und der Bäuschen aussprecheu. Und wir haben auch unter Jammer und Elend gelernt, die Menschenwürde zu achten und zu achten die heiligsten Gefühle in der Menschenbrust, weil wir das ganze Weh bis zunt Ueberniaßc gekostet, welches ans der Mißachtung derselben dem Andern erwächst. Weint deshalb die,.Krcn;zcitnng".-cs besonderen religiösen und gottwohlgesälligen Scheins ihres Antisemitismus nunmehr entkleidet, sich zum Mundstück des gewöhnlichen und in manchen Kreisen leider gang und gäben Antisemitismus hcrgebeud, von einer systematischen Verhöhunug heiligster Gefühle durch die jüdische Presse rede! und damit die ״Iudcufrage" an! ('eben erhalten zu können wähnt, so handelt sie — sicherlich unbcwnßt — nicht recht. 2ic tvird diese Behauptung nicht aufrecht Hallen können. Die speziell jüdische Presse in Preußen und Deutschland ist überaus gering, sic beschränkt sich aus einige wenige Organe, von welchen uns kein einziges bekannt ist, welches jemals eine Anklage wegen Berhöhnung christlicherRcligivnScinrichtnngen erfahren: und wir meinen, daß man nur solche Zeitungen zur jüdischen Presse zählen tonnte, welche den Interessen der jüdischen Religion ausdrücklich sich widnten. Man versteht doch unter christlichen Zeitungen auch nur diejenigen, welche einen spezifisch christlich-religiösen Inhalt haben, und wird politische oder technische Blätter z B. doch nicht mit dem Prädikate christlich belegen, weil deren Verfasser Christen sind. Aber auch bei denjenigen politischen Zeitungen, an welchen deutsche Journalisten jüdischen Bekenntnisses Mitwirken, werden sich ganz bestimmt nur sehr vereinzelte Fälle ausfindig machen lassen können, in denen Schriftsteller jüdischer Konfession wegen Berhöhnung des Ehrislenlhums angeklagt sind. Diese Ausnahmen können aber so wenig jene allgemein ausgestellte Behauptung der ״Krcuzzcitung" rechtfertigen, wie;. B. der Verfasser der kirchlichen Rundschau, mit welcher wir uns hier beschäftigen, und dessen Gesinnungsgenossen von der Presse sür die gesummte deutsche christliche Iournalistenwelr zur Kennzeichnung derselben maßgebend sein könnten. .^Fonscming folgt. Der llciiliini dcs jiidW!! trhm-A!111׳i!r1!rs!n Köln. Wenn das kummervolle Auge ob der ntanchen trüben Erscheinungen im innern ('eben unserer Gemeindcn ängstlich ausspäht nach einem Lichtstrahl, wenn das bange Gcinülh sich nach einem Hossmmgsankcr sehnt, der dem von Sturm ttnd Unwetter bedrohten Fahrzeuge, auf wclchent es seinen thcnersten Schatz geborgen wähnte, den sichert! Halt verbürgt, wenn sich unser!!! Herzen die bange Frage entringt: איה ספר אעז ״ •סקל איה כפר את הסנדליםwo ist der, der unsere Mannen verzeichnen könnte, wo der, der unsere Hülfsmittel zu wägen hätte, wo der, der von unseren Burgen zu berichten vermöchte?" — dann lassen wir gern unser!! Blick ruhen aus die wackeren Männer, welche durch Geist und Tugend ausgezeichnet unserer Zeit voranleuchten den Weg zum Heile, daun schauen wir in ihrem Wirken die Bürgschaft sür die Rettung unseres Heiligthnms und in ihren Werken die Veste, gegen welche Verrath und Treubruch vergebens ihren Angriff wagen. llnd dieser Männer Besten Einer ist der Mann, welcher in der Metropole der Rheinprovin; das alte, rnhinrciche Banner des Indcnlhuins mit kräftigen! Arme emporhält und die dein Gottesgesetze treu Gebliebenen um dasselbe zu schaaren weiß. Dieses Mannes, des Rabbiners der Adaß-Ieschnrun zu Köln, Di׳. Plato, eifrigstes Wirken aber gilt der Erfüllung der alten Weisheit-Mahnung: הענזידו תלנדדים הרפה, Schüler in Menge heranzubilden. Jünger seines Geistes und seines Wissens, welche nach seinem Beispiele, in seiner lauteren Hingebung, mit seiner edlen Begeisterung die Vichtsaaten der göttlichen Lehre und die Blüthcn menschlichen Wissens in die Gemeinden Israels hineintragen und das Herz und den Geist der Jugend für Beide zu geivinnen wissen. Seine herrlichste Schöpfung ist das jüdische Lehrer-Seminar im Rheinland, das er gegründet, und für welches er den reichen Schatz seiner Gelehrsamkeit, die ganze Kraft seiner Mannesjahre, sein ganzes Wesen eingesetzt. Er hat in diesen! Seminar eine Pflanzstätte echt jüdischer und allgemeiner Wissenk schast, aufrichtigster Gottesfurcht und unerschütterlicher ' Gesetzestreuc geschaffen, ans welcher bereits eine ganze! Anzahl tüchtiger, gebildeter, wackerer jüdischer Lehrer : hervorgcgangen ist, welche zum Segen ihrer Gemeinden wirken. lind ihm zur Seite schassten edle, hochherzige Männer für die materielle Sicherung dieser Anstalt in nneriitüdlichent Eifer, in bcwniiderungswcrthcr Aufopferung, in heiliger Begeisterung. Bor Allem war es der ehemalige Rabbiner zu Düsseldorf, Herr Dr.