Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1884)
- Article
- Aus der Vergangenheit für die Gegenwart
- Date
- 1884-01-24
- Page
- 50 (sequence 2)
- Language
- German
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50 nicht ץ0ט der 1111 men sch lichsien ^crorbmuu];׳.!rück, um di esc ucvad)t1־tc und mifUianbclt c Menschenklassc dem luTmcinilidjcn 3toat0i11tcrcfn\ welches iljrc Arbeit gebrauch!e, aber ihre Vermchriing als ein Nebel ansah,;11 opfern; und es wurde;um Ltaatsgesetz, die ebräischeu Säuglinge zu ersäufen. Au diese von Verzweiflung ergriffenen, ilu’cin Ende sich nahe wähnenden Bienschen erging die göttliche Bot-- schuft der Befreiung: .,Ich werde euch von dem Erliegen unter Mizraims Lasten hinausführen, werde von ihrer Knechtschaft euch retten, werde euch mit gestrecktem Arme und mit großen Strafgerichten erlösen — werde euch mir;um Volke nehmen —.״ Und also ist cs geschehen, (Mott hat uns erlöst, und wir sind sein Volk geworden, ..das Er aus seinen Schwingen trägt" bis;11 dieser Lttmdc und in aller Ewigkeit. ״Lein Volk" — wir haben keinen anderen Berns, und nur in ihm liegt das Gcheimniß unserer nuver- ׳.vüstlichen, ewigen Existenz. Unsere Erstehung ist aber noch nicht vollendet. Noch sind wir nicht ganz und rückhaltlos Lottes Volt, noch haben wir nicht ganz und rückhaltlos unsere Znversicht in (Mott gesetzt, noch haben wir oft (Lottes vorgessen und seine Gesetze nicht gewahr! 1 und darum sind wir immer und immer wieder in die Schule des Rids geschickt worden, damit wir Ihn erkennen lernen und inne werden, daß Er allein dcr Menschen Geschick leutt, Er allein ihnen Heil und Beistand gewährt, Er allein Herr und König ist, auch im Kreise der Menschheit. Freilich, Egyptens Lllaveiijoch ist uns niemals wieder anserlcgt worden, aber mau hat uns getreten und gestoßen, geplündert und gemordet. Und wenn auch jetzt wiederum in gewissem Sinne und in manchen Rindern die Nachkommen der ans Mizraim Erlösten;11 der Klage berechtigt sind: ״wir sind zur Schmach iiiisercn Anwohnern geworden, Hohn.und Ueberhcbung nusereii Umgebungen" --- sotten wir da nicht die Mahnung desselben gottbegeisterten Säugers, der in diesem Eens;er unserm Seufzer Ausdruck verlieh, des herrlichen Rwitcn, Ayas des Sehers, beherzigen, der') ״uns der Rälhsel Vofnng bringt von der Borzeit her." damit wir uns in dcr Gegemvart begreifen? Bon seiner Veier tönen ja vor Allem die Viedcr, welche uns in der sinsteru Gallith nacht Trost und Erhebung gebracht; und so will er in unserer Seele die Erkenntnis wecken, daß nur, weil nur der Allmacht Gottes nicht eingedenk und Ihm nicht die Treue bewahrt, Unglück und Elend zu unserer Erstehung über uns verhängt worden. ״Was wir ge- Hort und erkannt, und was unsere Bätcr uns erzählt-, das wollen wir ihren Löhnen nicht vorcuthaltcn — *) Psalm 78. damit das spätere Geschlecht es ivisse, — damit sie in Gott ihr rückhaltloses Vertrauen setzen, nicht Gottes Thatcu vergessen und seine Gebote wahren," — daß wir Lein gedenken, .״da Er in Mizraiiu seine Zeichen gesetzt, seine Velehrnngswnnder in Zvans Feld" — — während Er Mizraim slraseud tras. ״Lein Volk wie eine Heerde durch die Wüste geleitete, sie gesichert führte, ohne daß sic zu fürchten hatten — ihre Feinde aber das Meer deckte —." Unsere Väter waren nicht immer Sklaven und verachtet gewesen im Egyptcrlande. Sic waren in Folge einer königlichen Aufforderung eingewandert und halten mit allem Fug und Recht sich daselbst niedergelassen und Grundbesitz erworben, und sie waren äugesehen und mächtig geworden. Aber die Gunst der Mächtigen und das Ltaatsinteresse ist wandelbar. Ein anderer König gelangte zur Negierung, welcher einer anderen Politik als seine Vorgänger huldigte. Das Indigenat, welches׳ den Ebräern in Form besten Rechtes erthcilt worden war, wurde ihnen genommen; man erklärte sie für freche Eindringlinge, für Fremde, in deren verhältnißmäßig starken Vermehrung eine Gefahr für das cghptischc Reich lag. welcher vorzubeugen die patriotische Pflicht einer weitsichtigen Politik war, das ebrüische Wesen war nun einmal von dem cgyptischen grundverschieden — für;, der egyptische Antisemitisnuis war ebenso wenig um Gründe verlegen, wie ein späterer — und da begann denn die bange, trübe Zeit nach einer glücklichen, während welcher die Israeliten sich vollständig eingebürgert, als gleichberechtigte Landeseingesessene und Eingeborene belrächtet hatten. Haben wir aus dieser geschichtlichen Erfahrung nichts;11 lernen? Wahrlich, nicht umsonst ist das Gedächtnis; an diesen Thcil unserer Geschichte und die daran sich anschließende Erlösung mit des Inden Lein und Denken auf's Innigste verwachsen, nicht umsonst erinnern wir uns daran an jedem Morgen, an jeglichem Abende und bei jedem Dankgebete nach eingenominenem Mahle. In dieser Erinnerung liegt eine Fülle von Belehrung, Trost und Hoffnung, Gottes allmächtige Vorsehung im Meiisttzieiikreise, Leine Allmacht und Bebe — Israel Lein Volk, Er sein Reiter und Erlöser für und für. 81110111ßittfi1jf .SpriuijiunDlH’it Von Tamson Raphael Hirsch. IX. Rechtmrd Liebespflicht-Leistuttgen. ׳.Fonsctzung aus Nr. 1.) Wer freund! ichm Arnzcs ist, wird gesegnet, Denn er gab von feinem Vrod dm Armen. (22, 9.)