Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1884)
- Article
- Eine Semira
- Date
- 1884-01-17
- Page
- 37 (sequence 2)
- Language
- German
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unfruchtbaren Grübeleien!)ingeben, mie sie et um der; Blinde von! Sonnenlichte liegen mag, mir wollen bas Gebotene riicfljaltslo* als Vorbedingung unseres israelitischen Gebens annehmen und dann, wenn unser Dasein davon durchzogen ist, werden wir seine Wahr beit empfinden. Wir geben das Sinnen und Deuten über den'Zweck dieser Satzungen nicht auf, denn der Schöpfer selbst hat eS so geboten, aber von den Ergebnissen unseres Denkens soll unsere Befolgung des (^c setzcs nicht abhangcn. Die That muß dem Denken vorangehen, muß dessen Vorbedingung sein, bars nie und nimmer die Wandlungen mitmachen, denen das Vernnnftlebcn dermenschheitlichen Denker nnlerworsen ist. Darum üben wir die Gebote des Sabbaths ans, und so ahnen wir ihre Zwecke; entziehen nur uns denselben, — und unsere Folgerungen müssen, da wir die Wirkungen der Gebote nicht :11 ermessen vermögen, nothwendig falsch sein. Aus lausend Einzelheiten setzt sich der Sabbath zusammen; wer sie bespötteln will, der möge das Weltgesetz verlachen, wonach das Werden der Pflanze von unendlich vielen Einflüssen abhängt. Wir können dieselben kaum messen, und die Pflanze nimmt Jeder von uns als fertiges.Ergebnis; an: sollten wir durchaus von vornherein ein klares Bewußtsein von der Wirkung der vielen Einzelheiten auf uns haben, oder ist eS besser, wir empfinden dieselben und be-!nähen uns unser ganzes Veben hindurch, das gesainmle Gesetz in seinem Zusammenhänge klar zu begreifen? Damals riefen unsere Väter.- ״ ה׳ אהדDer Ewige ist einzig und sich stets selbst gleich," er wallet in sieht baren Thatsaehen der Welt, wie in allem Geistesleben, er, der das Sabbathgesetz auf jene Tafeln grub, ist in all den Bräuchen der Thora derselbe, wie in dem, was wir menschheitliehes Gesetz neunen; wie überall, so hat er auch hier das Geistige auf die Erscheinu.ngs׳ weit gegründet. ברוך הניתן ליען. בה, Er sei gelobt, der durch solche Weltordnung dem matten Menschengeiste Schwingen verleiht; er sei gelobt, der dein müden Wanderer Israel durch diese tröstlichen Thatsaehen des Sabbaths Kraft giebt. die Welt zu durchschreiten und den Math vor dem (Gegensätze nicht zu verlieren, in welchem sie sich zu ihm befindet. Seht ihn, den niedergebeugten Sohn des Ghetto, am Sabbath an, und ihr findet ihn mit stolzerhobenem Haupte und ihr lernt, die Wirkung göttlicher Satzungen, besonders des SabbathS, schätzen. Aber der Ewige wollte nicht allein die unbewußte Wirkung des Sabbaths und seiner gesammten (Gebote auf unS erzielen, denn der Mensch soll mit seinem Bewnßtsein schließlich die Thatsachen umspannen, welche cr lange unben.mßt auf sich wütend gefühlt hat. דבר בקדשו בהר המור Er sprach in seiner Heiligkeit auf dem Berge der Belehrung יום השביעי זבור ושהיד, des siebenten TageS gedenke und beobachte ihn! In einem Vantc tönte dies an das Ohr der Israeliten, weil nach dem jüdischen Benwßtsein das Eine ohne das Andere nicht möglich, das Andere ohne das Eine nicht genügend ist. Was wir im Veden auSüben, darüber sollen und müssen nur denken, und das Juden׳- tlmm ist weit entfernt, dem Gedanken, dieser von Gott in den Menschen hineingelegten Macht, den Raum zu versperren; noch nie hat die Thora sich vor dem Denken! gefürchtet, wohl aber vor der gedantenträgen Veicht-! fertigteit derer, welche ihre Genußsucht Freisinnigkeit! nennen; aber das Indenthum haßt auch jenes nichtige : Gefühlsleben, welches sich ohne Opfer für die Sache! als jüdischen ittcift anSgiebt. Deshalb sprach der 1 Ewige das D en ke n und Bewahren in einem Augen-! blicke ans. Darum öffnet nnS gerade der Sabbath; die Thore der Belehrung nnd des jüdischen Denkens, I mit diesem Denken ist das jüdische Empsindcn vcr-; bunden, o h n e dies schwebt es in der Vnst. ובל בקוריו יהד ל;נלד : A l l e Gottesgebote gemeinsam zu crsüllcn.! הזל נזתגיב ואנליץ בה gürte am Sabbath die Vcnden ■ und stärke dich. Große Opfer warten des Israeliten, ־ der das gesammte Ü>'׳otteSgebot erfüllen null: bringt er; aber dem Sabbath seine Vortheile znm Opfer, so erlangt er die Kraft, allen Versuchungen der Außen-! well zu entgehen. Nähert sich der Vielbclastete am j Sabbath dem Verständnisse der Thora, so hat er einen! Veitstern in jenem Gewoge der Weltflnth, nnd wie er : (Mott zu Ehren gern hl, wie bei der körperlichen Ruhe i der Geist sich gerüstet Hut znm vorliegenden Werke, so nnrd er Golk zu Ehren auch wirken und würdiger! znm Sabbath zttrückkchren.! Nun erhebt sich der Dichter, führt nnS vom Sinai! hinweg und zeigt uns das in der Welt nmherirrcnde; Israel. העם אשר נע בצאן ביעה : Das Volk, welches nmherirrt, der heimalhlosen Heerde gleich, יזבר לפקדו ברית ושבועה : möge sich an jenem Tag des Sinai erinnern, möge das Zeichen des Bundes, den uralten Eid wahren, לבל יעבר בם ייקרה רעה, damit nicht böse Zufälle flnthengleich über sie dahingehcn, damit sie sich nicht vertieren in der Hochslmh zerstörender! Glanbensströmnngeii, damit sie nicht versinken im Gewoge des Völkerhasses, damit ihr göttliches Ziel ihnen nicht entschwinde in dem Strome der LebciiSsorgen — der Sabbath wird uns vor einer derart ״sündigen; Flnth" bewahren, er ist das BundeSzeichen, dein Regenbogen gleich, der die Erde mit dem Himmel nnd den Himmel mit der Erde verbindet, באשר נשבעת על נד נה,; wie du c־r• einst geschworen hast bei den Flnthen deS j Noah! So hat uns der Dichter zu dem Ausgangspunkte seines ViedeS, zu jenem ivnnderbaren יונה מצאה בו מנוה ונו׳ < znrückgesührt, hat uns im Sabbath Unsere