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Jeschurun · 1884-01-10 · Heft 2 (10.1.1884) · p. 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 2 (10.1.1884)
Article
Aus Holland
Date
1884-01-10
Page
23 (sequence 2)
Language
German
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ich zu meinem Bedauern nach seinem Artikel nur konsta-! tiren, daß es bei ihm mit der Kenntniß des jüdischen , Eherechts nicht besser anssieht. (Ich verwahre mich! entschieden dagegen, Herrn H. damit zu nahe treten zu! wollen, aber der geehrte Herr macht doch sicher keinen Anspruch darauf, auf jedem (Gebiete der Wissenschaft bewandert zu sein.) Und die in Nede stehende Frage kann eben nur vom jüdischen Standpunkte ans be- , urtheilt werden. -Herr -H. hat seine Bemerkungen in! Kerkeraad — siehe auch Nr. 49 dieses Blattes — nicht gemacht als -Herr H., sondern als ״Mitglied des Kerkeraad", mit anderen Worten, nicht als jüdischer Hol׳ läuder, sondern als holländischer Jude, und unsere Gemeinde als solche steht streng auf dem Boden dcS Judenthums, d. h. ans den! Boden des jüdischen Gesctzes. i Schluß folgt.) Ans der ersten Hälfte nnseres Jahrhunderts. (Nach einer wahren Begebenheit) Friedrich (Fortsetzung?- (Ätle vor!׳v-r,^ln-n.) ״Dank' Ihnen," sprach er hastig, ״und nun — schon zweimal habe ich mir erlaubt, Ihnen meine Hand antragen zu lassen. — Sie haben meinen Antrag zwar nicht angenommen, ihn jedoch nicht entschieden zurückgewiesen. — Verzeihen Sie, wenn mein Drängen Sie belästigt — aber ich mußte einmal persönlich mit Ihnen darüber sprechen — mußte Ihnen sagen, wie sehr — unaussprechlich ich Sie liebe und wie dringend ich Sie bitte, mir wenigstens sichere Hoffnung für die Zukunft zu geben." Er hielt inne, als erwarte er eine Anpvdochort i Mirjam's Lippen bebten, kein Laut entrang sich ihnon — uad) einigen Augenblicken fuhr er, wo möglich noch erregter, fort. ״Halten Sic mich nicht für zudringlich, Fräulein — bei Gott! ich bin es nicht. — Hat doch unser Erzvater Jakob sieben Jahre um seine Nahet gedient und alle diese Jahre waren ihm wie einige Tage durch seine Liebe zu ihr -- aber Nahel's Besitz war ihm gesichert, mit Zuversicht konnte er darauf hoffen. — Freudigen Herzens würde auch ich. wenn es sein müßte, Jahre tailg um Mirjam dienen," fügte er flüsternd mit bebender Stimme hinzu, ״nur geben Sie mir die Znsage, daß Sie mich nach einer von Ihnen selbst bestimmten Frist erhören werden. — Ich bitte Sie, Mirjam!" — Mit bem Ausdruck inniger Liebe hing sein Blick an dem jungen Mädchen — doch ihr Auge haftete am Boden, in ihrem Antlitz zuckte es wie in verhaltenem Schmerz. ״Ich kann nicht," sprach sie endlich leise, ״glauben Sie mir, Herr Frank, ich kann — ich darf Ihrem Wunsche nicht elltsprechen." Alles Blut wich ans dem Antlitze des jungen Braunes. ״Sie können nicht? — Sie dürfen nicht? — Ich bitte Sie um Gottes willen, Mirjam! warum können oder dürfen Sie nicht? — Möchten Sic es denn können?" fuhr er hastig mit plötzlich ausstammendcr Hossnnng fort. Seine Blicke strahlten, sein ganzes Wesen war in! Moment verändert-. ״Mirjam, — ich beschwöre Sie — sagen Sie mir, würden Sie meinen Antrag annehmen, wenn Sie cs dürften?" Mirjam befand sich in peinlichster Verlegenheit, ein derartiges Mißverständniß hatte sie nicht für möglich gehalten. Der junge Mann ward dringender und dringender, und sie sann vergebens, wie sie ihm seinen Jrrthnm zu Bewußtsein bringen könne, ohne ihn zu verletzen. ( ״Hat Ihre Tante Ihnen nicht die Ursache mitgethcilt, warum ich Ihren Antrag, durch den ich mich in Wirklichkeit geehrt fühle, bisher nicht angenommen?" ״Nein," erwiderte er,- ״meine Tante sagte mir nur, daß Sie sich gegenwärtig noch nicht in der Stimmung befinden, einen entscheidenden Entschluß für die Zukunft zu fassen." ״Und sind Ihnen meine Verhältnisse nicht näher bekannt?" ״Ihre Verhältnisse näher? — ich versiehe Sie nicht, Mirjam," er blickte voll Spannung zu ihr hinüber und säst unwillkürlich schob er seinen Sessel etwas näher zu ihr. ״Ich weiß, daß Sie die vertrauteste Freundin meiner Tante und der Liebling meines Onkels sind — über Ihre Familie weiß ich nur, daß Sie eine cntsernte Verwandte der seligen Frau Ehrmann —" Ein schmerzlicher Seufzer entrang sich Mirjmn's Brust. ״Nein," sprach sie leise, ״keine entfernte Vcrwandte — ich bin — ihre Tochter — ״Heiliger Gott!" ries Frank, voll Schrecken aufspringend, ״jetzt versieh' ich alles. — Ich Unglückseliger habe Ihnen die Schreckensknnde bringen müssen, und darum können Sie sich nicht entschließen, mich zu erhören — 0 Gott! 0 Gott! — aber, wenn Sie nur wüßten, Mirjam - wenn Sie nur wüßten — " ״Ich weiß es," entgegnete Mirjam, mit^Mühe ihre Thränen unterdrückend, ״ich weiß es ja, wie sehr Sie Ihre harmlose Aenßernng gleich damals bereut — obgie.M) Sie keine Ahnung hatten, wie nahe mir die Verewigte — und darum ist es auch nicht das —״

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