Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1884)
- Article
- Ungarisches Jeschiba- und Rabbinerwesen
- Date
- 1884-01-03
- Page
- 5 (sequence 3)
- Language
- German
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Privatintcm'sen richtendes Protekriouswesen beschränkt und verdrängt. Welch großer Schaden durch ein solche Proteltionswcsen oft der guten Luche des trabiucncllcn Glaubendzngesngl rvird, und wie sestr ein sulche-? mit dein Geiste einer so makellosen Institution, wie es unser Nalchinerthurn ist, iuWiderivrnch steht, darüber brauchen wir!!ofstntlich nicht viel Werte zu tünchen. Aus ein trauriges, vor nicht langer Zeit auf^ctanciitcc- Symptom aber wollen wir hier noch kur; restektiren, da uns dasselbe für unser Thema nicht ganz bedentungslos zu sein scheint. Wir verstehen unter diesen Worte!! jene — unt uns so anszndrücken — ״Anrorisa ti o ns sla 1! d a tc". in denen cinigc der besten Naulcn Ungarns verflochten waren. Wir wollen keine Namen nennen,!vir verweisen blos ans jene in der jüngsten Zeit vorgekommenen Fälle, in denen sich einige der bedeutendsten unserer ^Rabbiner gezwungen sahen, ihre erthciltcn Autorisationen nachträglich zu rcvoziren und für ungültig zu erklären-, gezwungen aber wurden sic dazu durch eine, jede moralische, religiöse und wissenschaftliche Basis dcsavouirendc Aufführung des Autorisirlcu. Ja, warum hat man aber gleich die Autorisation crtheilt? Mit dem besten Villen können wir nicht das bei solchen Gelegenheiten traditionell gewordene: orrnro bnmnnum 08t! gelten lassen, denn böswillige Zungen wollen wissen, das; hier ein Jrrthnm über die Person des zu Antorisirenden rein nnmö;stich war. Es verlautete wohl seinerzeit ein, wie mau sagt, nicht ganz unbegründetcs (Gerücht, welches sich bestrebte, einen Grund zur Erthcilnna der Autorisation in dem in Rede stehenden Falle anzngebcn. Wir verzichte!! aber daraus, dieses Gerücht hier zu reproduziren, Lrotzdcut es vielfach von einem zarten Bande Hymens durchschlungen war, welches, wie cs hieß, einerseits nachher abgestreist wurde. — .דיו להביסה בדשייה Beschämt schlagen!vir mt Angesichte solcher Thatsachcu. die auch wir für unmöglich gehalten hätten, wären sie nicht in jüngster Zeit durch ein grelles, zufälliges 3tvcifUd)t beleuchtet und der Ocsfcntlichkeit in ihrer abstoßenden Nacktheit gezeigt worden, die Augen ttiedcr. Fons-wr>ug fo!g!.. Eine Sk??!in!. Betrachtung von t'ndwig A. Noscntlral, Prediger;u trölhcn. Wenn das Lanbhüttcnfest hinweggcgangcn ist, so schwinden aus dem Hause des echten Juden keineswegs die festlichen Eindrücke — sowie der Sabbath cinziehr, wird er mit freudigen Gesängen empfangen: die großen Sänger des Indcnihnms, die alauduciicn Heiden des Geistes und des Liedes nahen als Gäste unseren! Tische: Dnnasch den Labrat aus der grausten Vorzeit, Aber! Esra, der große Vertreter der Wissenschaft und der Sichtung, Israel Askari, der kindliche, süße Verkünder ifvaclitifciicv Empfindungen, so manche nngcnanntc Meister bieten uns in! (befolge dieser strahlenden Größen ihre Gaben. Und sollte der große Kastilianer, der Lwlz des zerstreuten Israels, in dieser (Gesellschaft fehlen, der berufenste Herold der erhabenen israelitischen Sendung, der Größe Israels in seinem Elende, der Ewigkeit und Einheit des zerstreuten Ieschnrnn — sollte Inda Halcvi nicht eben falls einen Edelstein bieten zur Krone des Sabbaths? Genuß, wir haben auch ihn uutcr den heiligen Sängern des Ruhetages, und seine׳ Dichtung ist in Wirklichkeit die Perle im Kopfjchmnckc der Sabbathbrant zu nennen: יום שבתון אין לשבוה! Tag des Sabbaths, unvcrgeßncr, Der den! Weihranchduste gleichet, Botest einst der Taube Ruhe, Jetzt den Arbeilsmüden Rast! Du, verehrt von treuen Kindern, Wenn dich Väter, Söhne hcil'gcn! Grub dich Er nicht ein in Tafeln, Der die Weltlast mächtig trägt? Alle nahten sic zum Bunde: ,?saßt befolgen uns und hören," Rief's auf einmal: ״Lobt den Einigen, Der dem Ml!den Kraft verleiht!" Ans dem Berge oes Gesetzes Sprach er: ״Denket sein und feiert!" Rüste dich, die Lenden gürtend, Zn befolgen fein Gesetz. Wir, sein Volk, verjagte.Lämmer, Mögen Bund und Schwur bewahren, Daß uns Elend nie ninströtne. Wie du schwürst ob Nvah'S Fluth. Verzeihe!nan des den! Uebersetzcr, daß er den Reim geopfert, das; er sich keineswegs unterfangen hat, die Schönheiten einer Juda Halcvischcn Dichtung nach;!!- bilden; aber ein Versmaß verlangte diese Wiedergabe gebieterisch, als wenn sich die Worte des großen Sängers ohne dichterisches Glcichiuaß nicht denken ließen. Das aber ist uns wohl vergönnt, den Gedanken nach;!!- spüren, welche aus diesen einfachen Worten sich ergeben. יונה ייצאה בו ניגוח ושם ינוחו ידעי בה ״Einst fand die Taube an diesem Tage Ruhe," so erzählt uns der Dichter, da er uns an die Be- Währung dieses dem Wcihrauchopser zu vergleichenden heiligen Tages!!!ahnt, ״und es ruhen dort an demselben auch die Arbeitsmüden." wie er erklärend hinzusügt. Vor unserem Auge zeigt sich bei diesen Worten die von Noah entsandte Taube, welche auf der von Fluth nberströmtm Erdoberfläche nmherslog, lange Zcit vergebens Ruhe suchte, bis sie sich endlich an einem