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Jeschurun · 1883-12-06 · Heft 49 (6.12.1883) · p. 858

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 49 (6.12.1883)
Article
Über die Erziehung alter und neuer Rabbiner
Date
1883-12-06
Page
858 (sequence 2)
Language
German
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ablcnfc. Diese aber haben es bis zur Evidenz bewiesen, ' bas; 3!;be!nlum1 uns Bildung Hand in Hand gehen, “יפה תלנדד .־דרה עש ד,־. Das Fundament mufe; ןל;!t gelegt sein durch religiöse Erziehung und Beispiel , der Ellern und durch inniges Bersländniß des Inden- . Ihn ms. Schluß folgt.;; ftorrc|po1tbcH)Ctt mtb Nachrichtc!!.; X cu tf dj (an b. | -a- Berlin, 2. Dezember. ״Vas, scheue Hexen; ihr der Mitternacht, — was schasset ihr?" — ״Eine j namenlose Thal" — — — also Maebeth's Frage j und der Unholde Antwort. Und wenn der (Genius! unseres Jahrhunderts, wenn die Genien des Rechts, . des Friedens, der Viebe und der Vahr heit die Nacht-! gespenüer der Bosheit, des Haders, deS Neides unb I der Viige, welche als Judenhaß und Antisemitismus bei uns umgehen, zum Stehen bringen und eine Antwon aus die Frage: was, scheue Hexen der Mitterj nacht, was schasst ihr? erzioingen könnten, — würde! eine andere Aul wort von den gistaushanchenden Lippen erschallen?? ״Eine namenlose Thal!" ja wohl, ein namenloses, schreckliches Verk, eine That, die vor der Namensnennung zurückbebr die sich scheut, als das erkannt zu werden, was sie ist: Gisl und Dolch! Die Seele des Bvlkes wird durch sie vergiftet; Haß und Zwietracht zwischen Bruder und Bruder gesäet; das Recht wird meuchlings gemordet: die Unterdrückung einer Minderheit im Bolle als gerechte und billige Forderung verlangt.;— — Bor mir liegt eine Schrift des Professor Dr. ftarl U m p s e n b a ch ״ Die Altersversorgung und der Staatssozialismus", die aus das furchtbare Dimensionen annehmende Proletariat Deutschlands hinweist, welches die Existenz des deutschen Volks bedroht; und heute Vormittag habe ich in der Sonntags-Beilage Ztir ״Krcuzzeitung" einen Aussatz von A. Schwartzkovss gelesen .. Streiflichter und Lichtstrcifen in Sachen der Herumstreicher", in welchem dieser Krebsschaden des Deutschen Reichs an einer statistischen Berechnung des pandraths ^)1. Rudolf Elvcrs unter grellster Beleuehtting in seinen verhängnißvollen Folgen gezeigt wird. Die ganze Bcrlommenheit und Entartung des deutschen Bagabondeuthums tritt in entsetzlichen Farben vor unsere Seele, als ״die Atmosphäre, worin kein Hauch göttlicher Vtebe, lein Athemzug menschlicher Ehre mehr weht, uw nur die Umkehrung der ewigen Gebote. der hinuulischen Wahrheit und Schönheit, wo Ehrlosigkeit. Vaterlandslosigkeit in nihilistischer Vcise als Mannhaftigkeit und Heroismus Orgien feiern." — Vclches Kontingent stellt derjenige Thcil des deutschen Volks, welches mit dein Ltister des Ehristenlhmns einer Abstammung ist und der Fahne des alten Gottesbundes den Schwur der Treue bewahrt, zu diesem deutschen Proletariat und Vagabondenthum?'? -- Und Angesichts solcher bedrohlichen und das Her; eines jeden Baterlandsfreundes mit tiefer Wchmuth erfüllenden Zustände, deren Abhülse das Zusammengehen aller Dculscben zur ernstesten Pflicht macht, wird noch fortwährend von einer Seite, deren eigentlichste Aufgabe die Predigt der Menschenliebe, der Versöhnung, der Milde, der Gesittung wäre, allwöchentlich das Volk im )kamen der Wahrheit, des Rechts und der Freiheit harangnirt, um ihm einen gegen andere Volksgenossen im Punkte der Tugend keineswegs znrückstehelldcn Thcil des deutschen Volks als ein unnützes und schädliches Glied zu dennnziren. — Vorgestern hat Herr Hofprediger Stöcker wiederum seinen gewohnten Freitag-Abend- Bortrag, dieses Mal in der Tonhalle, vor einem sehr großen Publikum gehalten. Er hat das Londoner Fiasko noch nicht verschmerzen können und ist natürlich nicht gut auf die Zeitungen zu sprechen, welche an Allem die Schuld tragen. Sie sind cs, die die össentliche Meinung in England, welche ihn verurtheilt hat, gemacht haben, noch bevor er den englischen Boden betreten, und diese Zeitungen sind natürlich — Judenbiättcr. Die Manier ist ja bekannt — wer nicht antisemitisch ist. ist jüdisch. Daher gelangt denn Herr Stöcker zu dem Ausrufe: die öffentliche Meinung von Europa wird von den Juden fabrizirt. Gewiß, denn der größere und angesehenere Theil der enropäischeu Presse stößt nicht in die Trompete zum Ruhme Slöcker's und zur Verherrlichung des Antisemitismus. — Professor Wagner fekundirte, wie gewohnt, ״seinem lieben Freund Stöcker." Der Edle! Er, ״der Vertrcter der National-Ockonomic", wie er sich nennt, er, der sich seines echt catonischcn Muths rühmt, uncntwegt gegen die ״schädlichen Tendenzen" der Börse und der Judenschaft, selbst auf die Gefahr hin, das Aergste zu erdulden, aufzutreten, er hat auch den Satz beherzigt: Yictrix causa diis placuit sert victa Catoni! Ich bin nicht in der Stimmung den Inhalt der großen Slöcker'schcn Rede zu genießen. Ich kann jedoch nicht umhin einen Satz hervorznhebcn, welcher zu den größten Unwahrheiten zählt, die jemals ausgesprochen sind. Herr Stöcker sagte, nach dem Referat der ״Kreuzzeitung": ״Deutsche und Juden sind in ihrem äußeren und inneren Menschen nicht unerheblich verschieden, und Juden werden nie geeignet sein, das deutsche christliche Wesen, den christlichen Bolksgeist zu pflegen." So lange man nicht leugnen kann, daß das deutsche Volk sich aus den nach Herkunft und Abstammung verschiedcnen, zwischen Alpen und Nordsee, Ardennen und Weichsel angesicdelten Völkerschaften gebildet, und Wenden, Sachsen, Franken, Sorben, Slaven u. s. w. und auch

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