Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1883)
- Article
- Wie erziehen wir unseres Kinder?
- Date
- 1883-12-06
- Page
- 851 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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851 viel gefehlt und dadurch daö Erzichnugsgcschäft uucnd-!ich erschwert. Ich glaube, daß in-dem weisen Gebieten und in der konsequenten Aufrcchthaltuug dcö Gebotenen die ganze Kunst der Gewöhnung sich erschöpft, und bin der Ansicht, daß bei einer steten Befolgung dieses GrundsatzcS der Erzichuugszweck sicher erreicht werden, und die Anwendung der vielfach geübten äußeren Zwangsmittel überflüssig sein wird. Die letzteren halte ich überhaupt nicht für zweckentsprechend. Sie bewirken nur ein widerwilliges Unterwerfen, aber keinen gern gezollten Gehorsam. (Fortsetzung folgt.) $1110!110niffi)c AtMllhilitlshtil. Bon Samson Raphael Hirsch. VLII. Weise und Thoren. (Schluß.) Es beraubt sich der Füße, bckomnit Ungehöriges zu kosten, Wer eine Botschaft durch einen Thoren sendet. (2(5, 6.) Wer einen vernünftigen Boten benutzt, vermehrt gleichsam seine Füße, indem die Füße des Boten auch ihm zu Gute kommen. Wer aber einen Thoren'schickt, gewinnt nicht nur keine Füße, sondern er büßt noch die seinen ein, indem er, im Vertrauen auf den Voten, auf den Gebrauch der eigenen Füße verzichtet und nicht lieber selbst gegangen ist. Aber nicht nur bleibt seine Botschaft unausgcrichtct, sie wird verkehrt ausgerichtct, von dem Empfänger mit einer vermehrten Rückantwort erwidert, die wieder im Munde des Thoren noch Entstcllungen leidet, so daß dem, der einen Thoren zum Voten braucht, daraus nichts als Verdrießlichkeiten erwachsen. &־ Ein goldener Ring in dem Rüssel einer Sau, Ein schönes Weib, dem cö an Verstand gebricht. 01,22.) Der goldene Ring bleibt nicht nur nicht von Schmutz verschont, ihn bringt das Thier zu allererst in Schmutz. So auch die Schönheit eines unverständigen Weibes in sittlichen Schmutz. &־ Auch in Unwissenheit ist eine Seele nicht gut, Und auch der Eilfertige im Gehen sündigt. 09,2.) Der Pfad des Lebens liegt dem seinen Verstand Anwendendcn in der Höhe, Nur zu weichen von der unten liegenden Gruft. (15,24.) Wer Belehrung liebt, liebt Erkcnntniß, WcrZurcchtweisuug haßt ist vernunftlos. (12,1.) Bringe der Belehrung dein Herz entgegen, Und deine Ohren den Reden der Erlenutuiß. (23,12.) Ein Unverständiger verhöhnt die Belehrung seines Vaters, Wer Zurechtweisung beachtet wird klug. (15,5.) Wer sich auf sein Herz verläßt, der ist ein Thor, Und nur wer in Weisheit wandelt, entgeht Allem. (28, 2(5.) Goldener Ring und köstliches Geschmeide, Ist die Zurechtweisung eines Weisen dem hinhorchenden Ohr. (25,12.) Ein Unrecht, das wir in Unwissenheit und aus Unwissenheit gcthan, hört darum nicht auf, ein Unrecht zu sein, und wenn wir unwissend gefehlt, sind wir darum nicht gut. Daß wir über unsere Obliegenheit und über den Karaktcr unserer Handlung in U»wissenheit bleiben konnten, ist selbst ein Unrecht und zeugt von einem Mangel au gewissenhaftem Ernst. Auch wer eilfertig geht, ohne die Richtigkeit seines Schrittes zu überlegen, sündigt. Das leiblich Sinnliche gehört dem Irdischen an, dessen Grab der Vergänglichkeit unten auf Erden ist. Alles geistig Sittliche ist über diese irdische Vergänglichkeit erhaben und gehört der Höhe, dem Göttlichen, Ewigen an. Jeder Punkt unserer Lebensbahn führt zwischen diesen beiden Gegensätzen, dem Grabe unten und dem Himmel oben hindurch und jeden Augenblick haben wir uns zwischen Tod und Leben zu entscheiden. Der der seinen Verstandrichtig gebraucht, zögert keinen Augenblick, sich für die Höhe zu entscheiden, wie mächtige Reize ihn auch in die Tiefe verlocken möchten. Keiner kann daher sagen, daß er die Erkcnntniß des Wahren und Guten liebt, wenn er sich nicht gern belehren läßt, wenn er Zurechtweisung für eine Beleidigung ansieht. Der Zurechtweisung eines weisen Mannes Gehör zu geben, adelt das Ohr und verleiht ihm eine dem kostbarsten Ohrengeschmcidc ähnliche geistige Zier. Denn cs drückt dem Ohr den Stempel eines dem Dienste des Wahren und Guten angchörigen Organes auf. (In Nr. 1 des nächsten Jahrganges beginnt ein neues Kapitel.) iliiprifdjcs JeWaitnit R!!l!!m!m0ksm. Bon 3. G. N ose uh ain. Also kein lebenskräftiger Funke von Jdcalisntus vermag in das Gemüth des Kindes zu dringen, denn auch seine Studien faßt cs zunächst materiell als eine