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Jeschurun · 1883-11-22 · Heft 47 (22.11.1883) · p. 817

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 47 (22.11.1883)
Article
Die Exklusivität der Juden
Date
1883-11-22
Page
817 (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang. .fSainiüVjrr hei! (?fycfcijioöit 5644 paiUIUUCr, OCH 22. November 1883, . U 47. /Cr 'C) A׳ Cr ׳fVrf 4H> T^cll^üttsllzriü pir Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. •begründet 0011 Silllifoii Mphntl Hirsch, iiafifmirr 11. tfsrnePiiififion UffijiioiiRjffciftfmft jiufrnufijWt a.ill. Neue Folge. Erster Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung deS Begründers und bewährter Genossen von Asmic KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnemcntspreis bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2 vit>. '>0 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Hclwing'sche Vcrlagsbnchhandlnng ׳I! Hannover. — Die (Q'pedition versendet auch direct und franko unter Ztreifbaud den Jahrgang für 12.4L oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 11 -4L oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — A n; eigc n lverden mit 25,f. d. Jgespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Gxpediti on: Hannover, Theodorstr. 5,. Zit E.l!!.l!ls!l1!tiit bei Iildcil. Es gicbt vielleicht keinen größeren Gegensatz als die Mythe von dem ans- und sich abschließenden Stolze der Inden und dem Bilde, welches der erste Inde in dem Allgenblicke gewährt, da er sich den Stempel dieser vermeintlichen Ansschließting aufprägte, so daß es in der That fast unbegreiflich ist, wie sich feile Mythe selbst bei bencn noch zu behaupten vermag, deren freiere Anschauung und gelänterteres Nechtsgesühl sic allerdings nicht zu jenen Folgerungen nnb Nutzanwendungen kommen lassen, welche von ans einer niedrigeren geistigen und moralischen Stufe Stehenden ans Grund dieser Fabel gehegt und verwirklicht werden. Es wurde dieses verständlich sein, wenn jenes sechsunddreißig Jahr- Hunderte alte Bild unter dem Staube archäologischer Museen vergessen ruhte und in dem Gedächtnisse der 'Nachkommen jenes ersten Jliden keine Stätte fände. Es wäre dann ja immerhin möglich, daß die späten Enkel ihrem Ahn so gänzlich unähnlich geworden, daß kein Zug an ihllen den! seinigen entspräche, und sie ganz anderen Idealen nachstrebtcn, somit auch das von ihnen als heilig und nachahmnngswcrth Gehaltene im gegensütztichen Verhältnisse zu dem von ihrem Stammvater Verehrten und Geübten sich befinden könnte. Dem ist aber keineswegs also. Abraham's Handlungen und Gesinnungen sind noch heute das hell strahlende Borbild für der Enkel Thaten- und Gedankenlcben, zu ihm lehren sic die Kinder emporblicken, ihm suchen sie nachzucifern, sein Name gilt ihnen ehrwürdig. Der Inhalt seines Erdcnwallens erscheint ihnen als das Muster der vollendetsten vom Menschen zu übenden Tugend, um derenwillen er der Begründer eines Bolkskreises geworden, welcher das Gottesgesetz empfangen, um es in seinem Geiste der Treue allen anderen Nationen als die Heilesbotschaft ihres Vaters und Königs zu verkünden. Der vorwöchentliche Thora-Abschnitt zeigt uns den nennnndncunzig Jahre alten Greis mit dem frischen Bnndcsmalc an seinem Leibe in der Mittagsglnt vor der Thür seines Zeltes, sehnsüchtig müde Wanderer, ״die nicht seines Glaubens", erspähend, um an ihnen die Pflicht der Menschenliebe zu üben, und zeigt ihn uns im inbrünstigen Gebete für Sodoin und Amora, deren Bewohner doch ״böse und leichtsinnig Gott gegenüber über alles Maß" waren. Und so sehr hat dieses herzerhebende Beispiel anfopfernngsfähigcr, reinster Menschenliebe, die nicht nach Abstammung und Glauben fragt, che sie hilft, die in Wirklichkeit in jedem Menschen den Bruder erkennt, dem sie innige herzliche Zuneigung cntgcgenbringt, die nicht znm Richter über den Mit-

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