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Jeschurun · 1883-11-01 · Heft 44 (1.11.1883) · p. 774

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 44 (1.11.1883)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1883-11-01
Page
774 (sequence 3)
Language
German
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774 zwingen ZU wollen und einer ansehnlichen Korporation .;uzurusen: — .בטלו רצונכם מפגי רצוני רהטגות gehört zu den strahlendsten Tugenden des jüdischen Stammes, nub es soll gewiß in jedem jüdischeu Herzen sestwnrzcln, und cs ist gewiß löblich und verdienstlich, ein Scherflein beizutrageit, um einen braven AKitmenscheu and der peinlichen רהטגוה*Sage zu befreien, aber cs darf keine מציה הבאה בעגירח sein, und sündhaft ist's, selbst bei den edelsten Intentionen, das רהטנוה von einer Person auf eilte Gemeinde zu übertragen; sündhaft ist es, zu Gunsten einer bemit> lcidencwcrthen Person oder Familie eine ganze Gemeinde bedaueritswerth zu inachen, ihr ben רהטגוה* Stempel auf die Stirne zu drücken. — Durch solche mlverantlvortliche Gewaltakte ward schon ntanche llngceignete Person an die Spitze einer Gemeinde gestellt, während geeignete 1!nb strebsame Kail di baten, die im Bewußtsein ihrer Fähigkeiten cs verschmähen, durch Protektion die problentatische Gunst einer Gemeinde sich zu erzwingen, unbeachtet verkümmern. Wir erinnern uns noch lebhaft, als die Gemeinde zu Neutra im Jahre 1863 die vakant gclvordeue Rabbinerstellc in politischen lind konfessionellen Blättern ausgeschrieben, da echanffirtc sich Herr Rabbiner Dr. H ildeshei m er, schrieb im .,Israelit" sehr geharnischte ״Betrachtungen über den Nabbiuatskoukurs der israelitischeu (Gemeinde zu Neutra;" er war ganz bekümmert darüber, daß auch konservative Genieinden auf dein ״nicht mehr ungelvöhnlicheit Wege" der .,Ausschreibung" einen Rabbiner suchen, und schilderte in sehr geistreicher Weise, wie: 1) כבוד הבריות (2 ,כבוד ההורה und 3) בגוד הקהלה um die ״Ausschreibung des Ncutrcier Konkurses trällern." — -- Wenn dieser edle, würdige Mann sehen würde, welche Intrigneil bei Rabbiuacsbesctznngen gebralieht werdeil, er würde wahrlich nicht mehr gegen ״Rabbiner- Konkurse" eifern, im Gegelltheil, er würde: i) לכבוד לכבוד הקהלה (3 ,לכבוד הבריות (2 ,ההורה für Koitknrs-Alisschrcibnngen agitiren, und es wären bann die Gemeinden glücklicher, es gäbe dann welliger הלול היבט, und weniger Klagen über chrivürdige ״Schwieger- Väter", des ,.Nabbitters Eidam" wird sich dann uimnuu* so mir nichts dir nichts den Geilleinden aufoktroyiren dürfen und aufdringlich sprechen: זאת מנוחתי עדי עד פה אשב כי אויתיה —; qualisizirte Ieschibah-Iüngcr werden dann vielleicht nicht mehr so leichthin von jedwedcilt Protekliollskiilde verdräilgt werden, und wenn man direkt aus den ישיבות auch nur einige wenige, aber würdige Kandidaten zu Rabbincn nehmen wird, dann wird es nicht lange währen, man wird ״den nicht mehr ungewöhnlichen Weg" der ״Ausschrcibling" von selbst wieder verlassen und nach alter, schöner lind heilvoller Sitte von den ehrwürdigen Icschibah׳ Meistern geeignete Kalldidaten sich verschlagen lassen. Aus Der ersten Halste nuferes Jahrhunderts. (Nach einer wahreil Begebcilheit) Ariedrich Pott.!Fortsetzung.) (>Ut< :llcchtc vor^h.Uu n) ״lieber Freund," siel Kohlt ein, iildem er rasch hinzntrat lind wie beschwichtigend seine Hand auf des jlliigen Mannes Schulter legte, ״lieber Freund, -was reden Sie für Närrischkeitcn, daß Sie nicht seien so brav als wir meinen. — Hab' ich Sie nicht geseh'n am Dienstag'? — und Hab' ich Sic nicht gcseh'n am Freitag? — und an was haben Sie da gedacht? — an Ihre brave Mlittcr und nur an Ihre Mutter. — Also was wollen Sie? — Sie sind brav gewesen und werden brav sein und darum wird's der liebe Gott auch Ihnen gilt gehen lassen. — Und jetzt gehen Sie her, trinken Sic 'u Glasel Wein, daß Sie wieder zu Kräften kommen." Mit schlecht verhaltener Heftigkeit schob Scidler das Dargebotcne zurück; er begriff, sie wollten eine Erklärung seinerseits lim jeden Preis verhiilderlt uub sein eigener Takt gebot ihnt, sich in dieser Beziehung zu fügen — aber trinken — hier trillten — nein, er konnte sich llicht dazu entschließen. Doch trotz der wilden Gluth in seinen Blickeit wankten seine Kniee; Kohn sah es und drängte aberllials. er möge etwas Kräftigendes genießen — er selbst erkannte die zlvingende Norhwendigkeit und hastig setzte er das Glas au seine Rippen und leerte es in einem Auge. — Erleichtert athmete er ans, wohl rollte cs wie ein Fenerstrom durch seine Adern, dennoch fühlte er sich wohlcr. ״Na, also sei's driim," mllrmelte er vor sich hin, inbem er sich stramm allfrichtete; — noch einen Augenblick zögerte er, daun trat er entschlosseli zu Mirjann ״Marie," sprach er mit heiserer, bebender Stimme. Sic walldte sich nicht um, obgleich ein heftiges Zittern verrieth. daß sic ihn verstandeil. ״B'hüt' Dich Gott, Marie!" fuhr er fort und hielt ihr seine Haild entgegen. Wie bezwungen durch den nnsäglichen Schmerz, der in seinem Tone lag, hob sie langsam das Haupt, wandte langsam das Antlitz ihm zu. — Es war todtenbleich, aber ihre Augen, hell und klar, uüt den: Ausdruck unendlicher Ergebung, korttraslirtcu seltsam mit den fast unheimlich glühenden Blicken des Mannes,

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