Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1883)
- Article
- Wie erziehen wir unsere Kinder?
- Date
- 1883-11-01
- Page
- 769 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. ifSrtiü!ölicr hiMt (£f)cfrf)U1a1t 5644 ^Ulüiuucr, OCU 1# November 188:1. *74?. ‘44:♦ xV ■C\ V A f -Al. S[at!pu$t|nll |1tt Fördermlg jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Gemeinde nnd Schule. Begründet von Slimsoil ^ttlpljac[ Hirsch, JlaCifmin• 11. Jsracfiliflni IMipnsßcfcifTtfinfi jn^rniißfurl a. JH. Neue Folge. Erster Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asttttc LirstH. Diese LJvchcnschrist erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonneincntspreis bei allen Bostanstalten nnd Bnchhandlnngcn 2M •r>0 ,.j für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagöbnchhandlnng ׳Ji Hannover. — Die Expedition versendet auch direct nnd franko unter Llreisband den Jahrgang für 12-/L oder 7 (dulden österr. Währ, nach Deutschland nnd Oesterreich-, für 14 «./6, oder II Fr. nach den!'ändern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit •25-«$ s. d. :!gespaltene Pctitzeilc oder deren Nanin berechnet. — (!xpedili on: Hannover, Theodorstr. 5. Mt rrsithtil mir iitisere Kiiidcr? II. Die heilige Schrift führt uns mannigfache Beispiele des Gegensatzes nnlcr Geschwistern vor die Seele. Kain nnd Hebel, £1)11111 und Sem, Ismael nnd Isaak, Estin und Jakob waren Brüder, und wie verschieden erscheinen sie in ihrer Karaktcrbildnng! Sollte an dieser Verschiedenheit nicht der Erstehung ein wesentticher Antheil gebühren; sollte der Einfluß des Pater- Hauses nicht hierbei nntgewirkt haben, daß ihm für die gedeihliche Entwickelung der Anlagen eines Hebel und Jakob ebensowohl Anerkennung zu zollen sei, wie ihm für die entgegengesetzte eines Kain und Estin ein Bor- Wurf nicht erspart werden könnte; oder sollte die Macht der Erziehung überhaupt eine Chimäre nnd die Ent- Wickelung des Kindes znm Manne in sittlicher Beziehnng der Einwirkung der Eltern gänzlich entzogen sein? Es durfte nun aber wohl ernstlichst niemals geleugnet werden können, daß cs eine Erziehung gebe, d. h. daß das Kind durch Gewöhnung, Beispiel, Belehrnng und Ermahnung nach einem bestimmten Ziele hingctenkt werden könne; und wenn auch die cigcntliche Erziehung sich auf diejenige Periode des fügendlichen Lebens beschränkt sieht, in welcher das Selbstbewußtsein des Zöglings noch nicht zur vollen Selbstständigkcit gereist ist, so wird doch eine gute Erziehung sich darin bewähren, daß die von ihr dem Kinde ge׳- gcbcne Richtung so kräftig wirkt, um auch des Mannes Wesen noch zu beherrschen und ihn dem Ziele entgegenstreben zu lassen, für welches der Erzieher den Unmündigen beeinflussen wollte. ״Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind der Jugend Kinder", lautet das schöne Gleichniß im Psalm 127 von der Macht der Erziehung. Iu seinem Kommentare bemerkt Hirsch zu dieser Stelle: ״es gelingt den Eltern, den Kindern die Richtung ans das einzige Ziel mit Entschiedenheit zu geben, für welches Gott ihnen die jungen Seelen anvertraut, und, wie der von starker Hand geschossene Pfeil der Hand entflogen, noch die Kraft des Schützen, nnd damit ohne Schwanken nnd Abirren die Richtung in sich trägt und verfolgt, die des Starken Hand ihm gegeben, so bleiben die von jugendlicher Mannessrische erzogenen Kinder, auch der erziehenden Hand entwachsen, der Richtung und dem Ziele ohne Schwanken und ohne Abirren treu, die sie von der erziehenden Hand des Vaters und der Mutter empfangen." Man wird deshalb nicht zu verkennen vermögen, daß cs vollkommen berechtigt ist. in der Erziehung einen der wesentlichsten Faktoren für die Gestaltung der moralischen Eigenschäften zu suchen und in des Erwachsenen Karakter die Weisheit des Erziehers zu!oben oder dessen Kurz-