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Jeschurun · 1883-10-10 · Heft 41 (10.10.1883) · p. 728

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 41 (10.10.1883)
Article
Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
Date
1883-10-10
Page
728 (sequence 8)
Language
German
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728 gehalten weede. wenn ein Reichstags.Abl)eors11ktcr ob nun für die Berlheitigung oder füe die Anklage eintritt, so linde ich diese Meinung nicht für maßgebend, welche diesbezüglich der Privatklager und seine Gesin.inngsgenosjen haben. Das Diplom, auf das ich de!: lud geleistet, legt mir die Pflicht ans, dag ich als Berl!!e:d:ger snngire. Der Privarlläger sagt, die Berthcidignng habe rbn angellagt, weil er den vcyiregyhazaer Gerichtshof inibestechlich nannte: das ist nicht wahr׳, ich habe blos; gerügt, dag er nur den hiesigen Gccichlshos als unbestechlich bezeichnerc, und ich habe hin;ngesngt, dag mit solchen Pcrdächlignngen, aber anch mit solchem Vobc jedes Gericht verschont bleiben möge. -Schluß folgt.-) Korrcspolldcuze» und Nachrichte». Deutschland. Hanuvver, 8. Oktober. In dem heute, Bor - mittags N Uhr, unter dem Borsitze des Herrn Regierungsraths von Heim bürg im hiesigen Landdrosteigebände behuss Wohl des Landrabbiners staligehabtcn Termine wurden uo!r den Dclegirten der Shnagogengemeinden der Landdrosteidezirkc Hannover und Lünebürg 4«i Stimmen für Herrn Rabbiner .1)1׳. Gronemann zu Danzig, für Herrn Rabbiner Dl׳. Wedelt zu Düsseldorf abgegeben. Somit ist Herr Dl׳. Gronemann zrinl Landrabbiner der Landdrosleibezirke Hannover und Lüneburg gewähll. Die obrigkeitliche Bestätigung wird!)öffentlich nicht tätige auf sich warten lassen. Es ist leider schon ein großer Zeitraum verflossen, während unsere Angelegenheiten der ordnenden uub leitenden Hand entbehren mußten. Unser Landrabbiner wird viel Arbeit vorjinden. Er darf sich aber des Vertrauensvollsten Enlgcgcntommens versichert halten, wenn er, wie er es in seiner am ש׳ק 2' הנש hier gehaltenen Wahl predigt als die besondere Verpflichtung und Aufgäbe des Rabbinen bezcichnete, ,,mit bcm vollen Einsatzc seiner Person für das geheiligte Erbe ciutritt" und ״mit fester und sicherer Hand das religiöse Gemeinwesen mit allen seinen Einrichtungen ordnet und regelt, überall die ׳schlummernden Kräfte weckt zur Belebung jüdischen Sinnes, jüdischen Herzens und jüdischen Wissens", nicht gleichend ״einem schwachen Rohre, das sich bald hierher, bald dorthin neigt, seilte Ansicht nicht bestimmt 11ad) der jeweiligen Luftströmung, sondern einen festen Standpunkt cinnintmt, auf dem er unverrückbar steht, wie ein Fels, nicht weicht von seinen Grundsätzen, Jemandem zu Vicb und Gefallen, nicht achtet das Ansehen der Person, nur folgt der Stimme seines Gewissens." Es harret sein eilte große, aber keineswegs zu schwierige Ausgabe. Die Gemeinden sind von ernsten Parteizwistigkeitcn völlig frei und ordnen sich gerne einer Leitung unter, welche im Geiste imb nach den Grundsätzen des von der Vergangenheit uns überkommenen Heiligthmits mit aufrichtigem Ernste acht jüdisches Leben pflanzen und fördern will. -a- Berlin, 4. Oktober. Die brennende Tagesfrage silld die Kvmmnnalwahlen — jede Partei sucht - ihre Schuldigkeit 311 11)1111, natürlich auch die sogenannte! deutsche Bürgeralias christlich-soziale Partei unseres Freundes Stöcker. Es wäre doch für ein christlichgermanisches Geinnrh gar zu chreckslich. so viele Judengesichter in der Stadtverordnetenversammlung zu sehen. Die Stöcker'schc Partei scheint eine Arbeitermission im Großen in Szene zu setzen, doch haben ihre Bekchrungsversuche — ihr zum Leid, uns zur Freud' — nicht den gewünschten Erfolg. Die Arbeiter sind leider einmal den sozialen Schäden gegenüber, welche die Semiten heranjbeschworcn haben, blind, und wollen sich nicht von den wohlwollenden Ansichten der Bürgerpartci überzeugen lassen sprach der Missionär der Ehristlichsozialen, Dr. Jrmcr, zu den Arbeitern am Montag Abend in Mohrmann's Salon; die Arbeitersreundlichfeit der Bürgerpartci ist nur Maske — dachten aber die Arbeiter und blieben den Bekehrnngsvcrsuchcn gegenüber gefeit. Wir betonen nochmals, wie tvir dies schon früher gethan, daß uns hier gleichgültig ist, welche Ziele sonst die Arbeiterpartei anstrebt — doch müssen wir den Vorsatz der Arbeiter anerkennen, nicht mit dem Feuer spielen zu wollen, damit nicht nächstens auch bei uns in Berlin die Theorie der Jndcnfragc, wie dies in Ungarn und Rußland geschehen, in die Praxis übersetzt werde. -11- Hamburg, 1. Oktober (unlieb verspätet). Am 27. September fand die Einweihung unseres neuen prächligen W a i ן e n h a 1!ן c s statt. Es war eine einfache, aber herrliche Feier, durch welche das Gebäude seinem Zwecke übergeben wurde. Unser hochverehrter Herr Oberrabbiner Stern hielt die Festrede. Möge eS der hingebeilden, umsichtigen Verwaltung gelingen, auch in den neuen Räumen den Geist achter Religiosität zu pflegen und in das E'cmüth der Verwaisten die Liebe zu Gott und die Begeisterung für sein heiliges Gesetz zu pflanzen, ans daß unser Waisenhaus ein wirklich silbisches Vaterhaus bleibe, ans welchem unserer Gemeinde demnächst wackere, tüchtige, gottessürchtigc Mitglieder erstehen, welche die in ihrem Heim empfangene Erziehung zum Heile der Gesammtheit bcthätigcn! — — 0 c st errcich - Ungar n. G. Fax kurt!), 5. Oktober. Herr Hermann Reu ha uS von hier, ein Jünger der Preßbnrger Hochschule, hat am zweiten Tag ראש השנה eine so ausgezeichnete und schwungvolle ררישה gehalten, daß er bei allen andächtigen Zuhörern den größten Beisall erndtete.

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