Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1883)
- Article
- Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
- Date
- 1883-09-27
- Page
- 688 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933035-2954277--13646-2954328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
688 ungültig fvllavt wurde, gericlh die Beivegimg gegen das bar־ lyrische C^cic^ in wliif;. lind uv.?!chen u׳i1׳ * :iobiilb das ÖVicl^ bio (Tl!c;wischen «atljolifcn und 'iü־otcfu1tunt gestnl'.er, verschwindet der Irrgt.mdc, erlischt ^der י1גט• -ioch Voltaire tritt energisch gegen das sogeneinnte Frendeitfest aut, welche? zum Andenken cm die Niedcrmelzeti'.itg von Protegnnlen gefeiert wird. Kaum ist das Ghegesetz revidirt, hört diese fvcicv von selbst ans. Als die Gesetzgebung unseres Vaterlandes den Inden die bürgerlichen und politischen .׳)!echte verlieh, sorgte sie nicht dafür, dast die Ver!'chn1el;ntlg der einen Religions-Genossenschaft mit der andern vollständig sei, sie belief;;ivi'chen beiden eine Schranke, gleichsam als hätte sic sagen wollen: Siehe, diese hier sind nicht den übrigen Bürgern des Vaterlandes gleich. Wenn Christen und Aici)tchristen gleichberechtigt durch das innigste Verhältnis; vcrschmot;en sein werden, so werden sie cs wissen, das; die religiösen Zeremonien inenschltche und nicht ntcnjchcnvertilgcnde sind, und so werden auch Aberglauben und Hast verschwinden. Der Ungar wird Ungar sein, wetchcr Kon׳- session immer er attgehöre, mit einem gemeinsamen Gebete, dent Gebete der Vaterlandsliebe. Dieser Ltrafpro;cs; aber sei der Schlnstslein der Erniedrigungen. Möge er nicht nach!)1111־ dert Jahren — wie im gegenwärtigen Falle der Perer Protest — als Richtschnur dienen und sei in der Legislative unseres Vaterlandes ein Mahnruf, das; man;iir Zerstreuung des Hasses handeln, dringend handeln iniisse. löblicher Gerichtshof' Ich bitte um die Freisprechung meiner Klienten. ׳Fonseiznng folgt.. KomsMidc!lzc1l!md Niilhmhtcii. Deut s ch l a u d. % Hannover, 2!">. September. Die aus Wien hier eingetrossenc stkachricht von bem am 16. b. BctS. erfolgten Ableben des Herrn Ober־KonunerzicnrathS Israel Simon, des Begründers des hicsigctt israelitischell Waisenhauses, erweckt in hiesigen Kreisen allgemeine Thcilnahmc. — In der gestern Abend stattgchabtcn Gemeindeversamu'.tnng sielen von den 364 abgegebenen Stinuncn 214 auf Herrn Dr. Groncntann, '16 7 ans Herrn Dr. Wedel!, .4 Wahlzettcl lvareu nnbeschrieben Die hiesige Gemeinde hat sich deninach für Dr. Grouemalin erklärt, welcher jetzt bereits von den!>1 Stimmen, welche in dem Wahlterminc des 6. Oktober zur Geltung konlmen, im Ganzen 34 auf sich vereinigt. Die noch im Lande auostehendcn Ge!neindewählen werden vorauosichttich zum großen Thcil ebenfalls auf Dr. Gronemaun fallen, dessen Wahl;um Landrabbiuer der beiden Lauddrosteieu Hannover 1111b Lüneburg deshalb vollkommen gesichert erscheint. : ÄuS Westprentzeu. iFonsktzung.) Der geistliche Hirt wird also mit dieser seiner Heerde von der technischen Hüterschast, also vom Borstande, dahin geführt, wohin dieser eben will) und da die Neujuden nach Neuheiten mehr Verlangen tragen als nach Befriediguug des religiösen Bedürfnisses und die הוצפה auch der Pietät für den väterlichen Glauben längst den Rang abgelaufen hat: so ist den Meisten das AuSmerzcil aller religiösell Bräuche mtb das Niederreißen religiöser Sitte ganz Recht. Und wenn hie und da auch ein Rechrgläilbiger über solche Zustände zu Hause räsonnirt, was hilst's, er nillß dem allmächtigen Borstände sich füget!. — Nun sind aber auch die meisten ncngefertigtcn Rabbiner, welche znineist ans privaten, nicht ans dem jüdischen VotkSgeistc und in jüdischem Volkosinue entstandenen Lehranstalten hcrvorgegangen, von den in diesen Allstalten fuugircnden mcistentheilS ganz freisinnigen Lehrkräften vorgcrichtet mit bem Llrorne zu schwiinmeu, und die Jünger zeigen sich ihrer Meister würdig als עצם העצהיהם ובשר הכשרם und lchrcu, wie cS das Fach in unserer Zeit erfordert וכהג״ח בטהיר "ורו. Wer aber in solchen Zuständen noch Iudenthum und nicht vieltnehr die Vernugliutpsnng und den Hohn desselben erkennen will, der muß mehr alo mit Blindheit geschlagen sein, indem er den gcspenster- und schattenhaften Religionsspuk, der in jeder Geuieinde in einem andern Gewände erscheint, als wahres Iudenthum zu erkennen wähnt. Nt!n muß man nicht etwa glauben, daß die sogenannten FortschrirtSjuden aus hoher Bildung die religiösen Bräuche abstreifen: eS wird ein Jeder, der in jüdischen Kreisen bekannt, wissen, daß die meiste!׳, im ManucSalter stehenden Inden unserer Gegend über das elementare Lesen und Schreiben nicht weit hinaus gekommen sind, manch ältere sogar vorhanden sind, die des deutschen Lesens und Schreibens unkundig sind und dennoch gerne als fortschrittlich gelten. Der Grund der NeligionSlosigker! ist gemeinhin in der BegneullichkeitSsucht unserer Zeit zu suchen והיה ני תרי־ד ופרקה עולו טעל צוארך. — Die hier gezeichneten Erscheinungen, so traurig sie auch an und für sich um das Fortbestehen deS IndenthumS sind, wären für die lvahren Beketiner desselben mit הורה וטצוה noch tröstlich genug, wenn sie nicht die schrecklichsten Hebel und Verbrechen im Gefolge hätten, unter welchen ganz Israel zu leiden hat. Denn, wenn unsere Glaubensgenossen, welche die herrlichsten jüdischett Symbole und sinnigsten ReligionSgcbränche verachten und verwerfen, ihre eigenen GlanbenSbrüdcr, welche aber nicht zu dieser ihrer Fahne schwören, sondern an ihren Religionsgebräuchen fest halten, verhöhnen und schwächen, oft sogar hassen; — kann cs da befremden, daß Widersacher und entartete Unholde, die nicht unseres Stammes und Glaubeno sind, die blödsinnigsten Dinge und Verbrechen erfanden, dieselben uns anzudichten, Verbrechen, welche Israels Söhne aus ReligionSgesctz bcgangen haben sollen, welche die Neligion selbst mit dem Tode bestraft? Fortsetzung folgt.)