Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1883)
- Article
- Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
- Date
- 1883-08-09
- Page
- 524 (sequence 8)
- Language
- German
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524 Schars und mehrere lindere Zeugen auch svaier stets von einem gelben .stopsnich reden, da 2ic doch selbst ein schivarzes als bas Paar eines andern nach Dada Mitnahmen. — Zengin: So haben sich ׳?Ille geirrt. — ׳)Ins ferneres Befragen aniwortel die Zeugin dem Venheidiger Feicdmann, das; sie am Morgen des Tages, an welchem ihre Tochter verschwand, mit ihr gesprochen habe, den Zeiiviinkl jedoch will sie nichl bestimmen, sondern eeklärl >zanz entrüstet, sie wisse das nicht, nachdein sie leine Uhr habe und nichl immer ans die Stunde ansvasien könne. Den Knhtrirt bekam ihre Tochter im Sommer!>.>!, doch heilte das Hobel bald, nnd die Zeugin weis; nicht, ob irgend eine Spur desselben znrückblieb: seitdem ihre Tochter erwachsen war, sah Zeugin dieselbe niemals nackt. —Verlheidig׳׳r »vnutaf: Glauben Sie wirklich, das; die Inden Ihr Kind verschwinden liegen's — Zeugin: Za, ich glaube das bis ins Grab. — Verthcidiger Fnnlak: Halten Sie diesen Glanbcn sofort, oder nistete sich derselbe bei Ihnen erst nach der unglückseligen Erzählung Joses Schars's ein 's — .Zeugin: Ich glaubte das nur von dem ׳?liiaenblick an, als Josef Scharf mit mir dergleichen gesprochen hatte. In der folgenden beacht hat mich Gott noch mehr in diesem Glauben bestärkt, nnd am andern Morgen ivar ich völlig überzeugt. Berlheidigcr He»mann: Wer hat Sie zur Leichenschau nach Dada gerufen's — Zeugin: Ich bin selbst hingegangen. — Bertbeidiger Henmann: Antworten Sie aus die Frage: rver hat Ihnen gesagt, das; Sie hingehcn sollen? - Zeugin: Der Ortsrichter lies; mich durch den Klcinrichtcr rufen. — Verth. Heu mann: Wann sind Sic nach dem Hsonkasncszcr Weidengehölz ausgebrochen's — Zeugin: Vormittags — Verth. Denmann: Nnd angekomitlkn's — Zeugin: Nachmittags gleichzeitig mit der .Kommission. — Verlheidigcr Henmann: Hat damals ein Herr nicht längere Zeit mit Ihnen gesprochen's — Zeugin : l's war ein Herr, der mich zur Seile nahm, doch sprach er mit mir nur darüber, wie Hsther gekleidet war: er hatte auch keine Zeit, ineyr zu sprechen, denn man sagte uns, um׳ dürsten mit einander nicht verkehren. — Vcrthcidiger Heu mann: Wo haben Sic die Nacht nach der Leichenschau zngebrachr's — Zeugin: Beim Panduren Szrntesp nnd dessen Frau. — Vcrthcidiger Henmanu: Haben Sie dort bezüglich der Leichenschau nichts gesprochen's — Zeugin: Nein. — Verthcidiger Heu mann: Ich bitte, Franz Szcntesv und dessen Frau als Zeugen zu vcrnehmen, indem dieselben darüber anssagen können, das; die Zeugin während jen r Nacht Zweifel darüber änsierte, ob die Leiche nicht wirklich jene ihrer Tochter sein könne. Die nächste Zeugin ist Frau Tanyi. Bevor dieselbe den Saal betritt, melden sich Frau Grosiberg und Ignaz Klein zum Worte und berichten, dasi, als die Leichenschau stattsand, mehr als zwanzig Inden, welche Hsthe׳׳ persönlich gekannt hatten, die Leiche besichtigen tvolltcn: sic ivnrden jedoch nicht zugelassen nnd die anwesenden Panduren trieben üe mit dcnt Seitengeweht׳ fort. Nun, wird zur Hinvcrnchmnng der Iosepha Tanpi geschritten. Sic hat die Dadacr Leiche gesehen nnd sagt, dasi sic nicht jene Hslher's tvar. Zeugin sühn zur Begründung dieser ׳?Inssage an, dasi die Dadacr Leiche breiter und auch im Gesichte grösicr tvar als Hst her nnd mit dieser gar keine '?lehnlichkcit hatte. Die Hsther hat die Zeugin oft gesehen, doch weis; sie nicht, ob dieselbe am Fusie irgend ein ausfälliges Kennzeichen gehabt hat: auch waren ihre Zehen nicht übereinander gewachsen, wie bei der Leiche. '?Inf die Frage des Siaatsamvalts erklärt die Zeugin, das; Hsther an jenem Samstage schon blosisüsiig ging und die Stiesel abgelegt halte. ׳?Ins die Fragen des Vcrlheidigers Hötvös dcponirt die Zeugin, dasi sic zur Leichenschau vom OrtSrichter berufen wurde. Die Leiche lag in Gabriel Batori'S Gehöft unter׳ einem Maulbeerbaume auf einem Brett oder einer Thür. Sic hat die Körperhöhe Hsther'S nie gemcsien, doch habe sie gesehen, daß die Leiche größer sei, als Hsther ivar Geruch habe sie keinen verspürt. Die Inden »varen bei der Leichenschau nicht zugegen. Die '?lugen der Leiche waren offen nnd blau. Aui die Frage des Vertheidigers Friedmann gicbt die Zeugin an, dasi sic nicht gesehen habe, wie die Panduren die Inden sortgelrieben haben. Die Leiche hatte ebenso um (!silier keine Brüste,?ln HslherS's Körper ivar kein besonderes?rennzeichen. Das Kreuzverhör wird durch den Verthcidiger Szekelp geschlossen, ans dessen Fragen die Zeugin dcponirte, das; die Nase der Leiche mit jener Hsther's keine '?lehnlichkcit hatte; die Leiche ivar nicht in Berivesniig, sondern ganz ״lebendig". Grtrunkene sah sic niemals. Die nächste Zeugin, die N> jährige Marie Toth, hat Hst her eine Woche vor ihren! Verschwinden gesehen, die Dadacr Leiche hat sie in Hszlar ganz in der Nähe gesehen und in derselben Hsther nichl erkannt, hauptsächlich deshalb, weil die Leiche viel rnlivickeller, länger nnd stärker war als Hsther. — Vcrthcidiger Hötvös: Wo haben Sie die Leiche besichtigt'? — Zeugin: Im Nyaros :Hspenhain bei Hszlar als man sic von Dada brachte. — Ver׳.hcidiger Hötvös: So, haben 25>ie die Leiche nicht im Garten der Frau Batori gesehen'? — Zeugin: Nein, in Nyaros. — Verthcidiger Hötvös: 'Wann ivar denn das v — Zeugin: Ich kann mich an den Tag nicht erinnern, cs war Vormittags vor der Seürnng. Zeugin dcponirt iveiter, dasi si״ an einer Zehe ein Hühnerauge ivahrgenommen habe: die Leiche war grösier als die Zeugin selbst, ivährend die Hsther kleiner ivar als sic. '?lnch diese Zeugin behauptet, die Leiche habe beide '?lngeit offen gehabt und dieselben seien blau gewesen. — Verthc'idiger Hötvös: Weisit du bestimmt, dasi die Leiche länger ivar als du'? — Zeugin: Ja wohl, sie war gewisi grösier. — Nun, siehst du, das kann nichl wahr sein, denn die '?lerzte haben die Leiche gemessen und gesunden, dasi sie 14 1 Zentimeter lang ist, du aber bist gewisi höher als lf>U Zentimeter. — Zeugin: Die Leiche war grösicr als ich. — Verth. Hötvös: Ich beantrage, diese Zengln zu messen, nnd zwar nicht um der Sache willen, sondern vielmehr darum, um zu zeigen, ivic bcgründet die Deposilionen der Llgnoszirnngszcngen nnd all das ist. was sie über an der Leiche wahrgenominene Masie angeben, '?lns Befragen des Verlheidigers Fricdmann giebt die Zeugin ferner an, dasi sic vom Richter ansgcsordert wurde, die Leiche zu besichtigen, und dasi Hsther, als sie dieselbe zum letzten. Male, acht Tage vor ihrem Vcrschivinden, sah, Stiefel trug. Die Juden wurden zur'Besichtigung der Leiche nicht;״gelassen, sonderu nur ״die Herren״. — Verthcidiger Fricdmann: Die Nichtznlassnng von Inden zur'?lgnoszirnng der Leiche ist ein Näthlel, dessen ׳?lnsklärnng im Interesse der Reputation des Richtcrslandes höchst ivünschcnsivcrth ist. Die ׳?lnsschliesinng, welche gegen die Bestiinmnngen des Prozcsivcrsahrens versrösit, kann durch nichts ׳?luderes als durch ärgert Willen ertläri werden, nnd cs wäre sehr zu ivünschcn, dasi den betreffenden amtlichen Organen Gelegenheit gegeben würde, sich von diesem Verdachte zu reinigen. Im Sinne des '?lntragcs des Staatsanwalts werden sodann die Zeugen, mit ׳?lnsnahmc der Frauen der Angeklagten Grosi und Klein, sowie der Frau Svlyinosi beeidet und hierauf die Vcr« Handlung geschlossen. (Fortsetzung folgt!. Aus.Jerusalem dringt der ,,Jewisch (5hronielc" eine Nachricht vom 2Z. Juli, daß an diesem Tage 50 russische, im Dienste der Missionäre stehende Arbeiter in die Synagoge drangen, um den Naddiner Salant zu ermorden. Derselbe war aber nicht dorten. Es wurden; viele Inden verwundet und ein Herr Meyer Aptcr ge-; tobtet. Das Militär schritt ein und verhaftete neun-! zehn Aufrührer.