Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1883)
- Article
- Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
- Date
- 1883-08-09
- Page
- 517 (sequence 1)
- Language
- German
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M 32 Jeschurutt. 517 DieVerhaildlimg desTiSza-Eszlarcr Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyircgyhäza. (Fortsetzung der Verhandlung vorn Juli.! Nach einer halbstündigen Panse wird als erster Zeuge der 18 jährige Flößer Georg Gsyckanics ans Szcklencze vernonunen. Derselbe deponirt mittelst eines rnthenischen Dolmctsch, dast sie von Bnsztnahaza an einem Dienstag mit vier Flögen und 15 Mann absnhren. Gr gicbt Details über die Fahrt und sagt, dag er in Tarkanp nichts sab, weil er bctniiifcn war und den ganzen Tag schlief, Als sie bei Kerecsen vorbeizogcn, snhr Hersko hinter ihnen; ans dem User waren Menschen, die nach ihnen riesen; auch ein Jude war zugegen, den er aber nicht tannle. Db Hersko;nrückgeantwortet hat, wisse er nicht; auch hörte er nicht, ob man in jüdischer oder rnthcnischer Sprache hernbcrgcschicen hat. Der Zeuge war auch in Agard an einem Freitag, von wo er )Nittags znrücllam und sich schlafen legte. Gr sah außer Hersko leinen artdern Inden. Nach Tolai kamen ste, verblieben dort von Mitwoch bis Freitag; von dort fuhren sie in die neue Theist und blieben oberhalb Gszlar, aber nicht ans der Gszlarcr Leite, stehen. Zn dem Tiszt-Ladanyer Weidengestrüpp kamen sic Nachmittags und fuhren Samstag Früh weiter. Gs war ein großer Wind' und Ienge schlief mit zwei Anderen ans dem User. Als er sich schlafen legte, sah er den Ignaz Males nicht; in der Frühe verließen sie das Ladanncr Ufer, da aber ein Floß auseinanderging, hielten sie bei Dada an — ihr Floß war das letzte. Bei Dada sah der Zeuge, daß ein Körper hcrabschwimme und an das Floß schlug. Gr kochte eben das Mittagsmahl, als er einen Fuß im Wasser iah und erschrak. Gr sah den Körper zuerst von weilen! herabschnnnnnen, wußte aber nicht, ob es eine Leiche oder rin Klon war. Die Leiche schwamm unter das?Floß und kam nachher unter demselben hervor. Nachdem der Zeuge mit seiner Darstellung zu Gnde ist, wird er einer eingehenden Befragung unterzogen. Gr giebt an, daß derselbe Gegenstand unter das Floß schwamm, welcher später von dort hcranskam. - Unruhe im Auditorium.) Der Leichnam, sagt er, kam unter dem ersten Floße hervor — das Floß war nicht geladen. Der Ienge wird hierauf mit Marej konfromirt, welcher erklärt, daß das Floß aus zusammen sieben Tafeln bestand. Auf den andern Flößen sei Hol; geladen gewefcn; er sei aus Butyahaza ohne Ladung gekommen. Alts die Frage des Staatsanwalts Szcpssert gicbt der Zeuge Gsepkonies an, daß er Iankcl Smilovies nie gesehen habe : an den! Theißuser sah er nirgends ein Gespann mit zwei Pferden; auf den! Ladanper User bemerkte er eine Frau. In Folge einer Frage des Präsidenten deponirt Zeuge, daß rr in Szeklenezc vor dein Drtsvorstande über diese Angelegenheit nichts sprach; in Huszt war'er vor dem Gemeinde-Notar und wurde aufgcsordert, das zu erzählen, was or in Npircgyhaza gesagt׳, er war jedoch krank, konnte nicht stehen und sagte, er werde hcrsagen, was er in Npiregtihaza gesprochen habe; dann ging er hinaus und legte sich nieder. Später wurde er, so erzählt er weiter, hercingerusen und ansgefordert, daß er ein Kreuz machen soll über das, was er in Npiregphaza erzählt habe. Gr wurde nun befragt, ob man ihn geschlagen habe, woiauf er antwortete, daß ihn Niemand geschlagen; davon, daß damals in Huszt ein Protokoll aufgcnoinmcn wurde, lant welchen! sie gemartert wurden, weiß Zeuge nichts. Ueber diesen letzteren Punkt wurde er in Marmaros - Lzigelh verhört; dort wurde er befragt, ob sic durch Panduren geprügelt wurden. Gr antwortete, daß ihn ׳Niemand gepeinigt habe. Bei seinem Perhöre waren vier Herren anwesend. Nach Marmaros - Lzigelh snhr Zeuge mit Ignaz Matej ans einem Wagen. Für die Ncisespesen gab ihm ein Szeklenczcr Jude zwei Gulden. Auf Befragen des Berthcidigcrs Hcumann deponirt der Zeuge, daß er auf der ersten Tafel des Floßes war, dort, wo Ignaz Matej als Stcncrmann fungirte; znm Ladanper Weidengebüsche kamen sic gegen 2 Uhr Nachmittags. Mit Ignaz Matej sprach er über diese Angelegenheit gestern und heute nicht; er glaubt, daß er in Nyiregphaza zweimal verhört wurde. Bon hier wurde er durch einen Haiduelcu und einen Panduren zu Fuß nach Tisza-Loek überführt, wo er befragt wurde, wie der Leichnam aus der Theiß herabgekommcu sei. Gr sagte, daß denselben das Wasser brachte. Auf Fragen durch den Präsidenten erklärt Matej, daß sie alle zweimal nach Agard gingen, Freitag und Sonntag; auf den Flößen blieb nur je ein Mann; GscpkonicS wisse hierüber nichts, denn sie hätten sich bei HerSko b-trunken. Der nächste Zeuge, Flößer Georg Hersko, erzählt in rnthcnischer Sprache über ihre Ncisc konform mit den Anssagen des Zeugen GscpkonicS. Ueber die Leiche tveiß der Zeuge nichts, denn er und sechs Geführten gingen Sonntag Früh nach Tisza-Dada. Nachdem sie zurückgekommen waren, nahmen sie )Nittagmahl und gingen ans User, wo sie harten spielten. GscpkonicS schrie: ״Hier ist ein Körper, kontmck, schaut ihn an!" Der Leichnam habe sehr argen Geruch gehabt, deshalb habe ihn Zeuge nur von der Ferne angesehen. AbeudS beschlossen sie, den Leichnam nicht unbeerdigt zu lassen. Zeuge hals den Leichnam beerdigen, wobei ihnen Johann Szclever Branntwein gab. Ans die Frage des Staatsanwalts giebt der Zeuge an, daß er den Leichnam nicht anschancn konnte, denn der starke Geruch verbreitete sich rveit. Als Ignaz Matej anö dem Kerker nach Hause kam, hörte Zeuge nicht, daß er über diese Augelcgenhcit gesprochen hätte. Auf die Frage des VertheidigcrS Fricdmann antwortet Zeuge, daß bei Agard das erste Floß das des GscpkonicS war, nach ihm kam Hersko, daun Hersko und als Vierter Matej Petro. Bon dem Gnde des Floßes konnte man direkt ans User steigen. Ter Präsident eröffnet, daß nunmehr einige unwichtige Zeugen vernommen würden, die sich nicht länger in Nyircgyhaza anfhaitcn können. Der erste dieser Zeugen ist Frau Joses Urban, die über das Aller Mori; Scharf's befragt wird; sie behauptet, daß Mori; Schars im August 1807 geboren wurde und demnach im 10. Jahre stehe. Dies wisse die Zeugin daher,!veil in demselben Jahre auch die Zeugin einen Sohn bekam. Scharf's Sohn sei in Altdorf zur Welt gekommen. — Der Angeklagte Schars erhebt sich und hält der Zeugin entgegen, daß er im Jahre 1807 erst heiralhctc und daß Mori; erst im August 1808 geboren wurde. Dazumal habe er gar nicht in AlrLorf gewohnt. Uebrigeuü habe er das GeburtSdatum seines Lohnes Mori; in einem hebräischen Buche genau verzeichnet, und dieses müsse sich in seiner Gszlarcr Wohnung vorsindcn. — GötvöS beantragt die Hcrbeischasfnng des Buches. Gs folgt nun die Vernehmung Franz Gsuha'S und dessen Frau über den Umstand. daß der Gszlarcr Gimvohner Ignaz Klein im vorigen Sommer sich ans einige Zeit von Gszlar entfcrntc und sich hierzu einen Wagen und zu seinem Pferde noch ein anderes von Brenner anslieh. — Die Ghclcntc Gsuha depouireu, daß dies in der Thal geschah. Klein fuhr nämlich an einen! Mittwoch Morgens ab und kehrte erst׳ am Donnerstag Früh heim. — Gsuha habe ihn gefragt, wohin er reise, doch habe Klein ihm das nicht sagen wollen. — Bezüglich des Zeit- Punktes divergiren die Aussagen der Ghelente, indem Gsuha den Vorfall 1','2 bis 2 Wochen vor den christlichen Pfingsten, dessen Weib aber ans ebenso viel nach denselben verlegt. — Die Gsuha sagt, es geschah um die Zeit, als es den Juden schon verboten war, aus dem Dorfe hinaus zu gehen׳. Gs ent׳- spinnt sich in dieser Beziehung eine Kontroverse zwischen dem