Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1883)
- Article
- Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
- Date
- 1883-08-02
- Page
- 493 (sequence 3)
- Language
- German
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493 nont 111 cn werden, weil er vor diesem Gerichtshöfe einen so hohen Grad von Haß nnd Verachtung gegen seinen Vater nnd seine Religionsgcnofsen dekündet hat, daß gewichtige Bedenken gegen die Unbefangenheit seiner Aussage, namentlich bei seinem jugendlichen Aller, nnd auch gegen sein sittliches nnd religiöse- Gefühl obwalten, — er l'aiui aber auch nin desscmvillen nicht beeidigt werden, weil der Zeuge in Bezug ans verschiedene gewichtige Thalsachen, sowohl vor dem Untersuchungsrichter, wie vor dem Gerichls- Hose, dann wieder vor dem Untersuchungsrichter, endlich in dieser Schlußverhandlung und bei der Lokalbesichtigungscrhebung, insbesondere׳, erstens rüeksichilich der Person, die Esther Solymosi in das Haus gerufen: zweitens hinsichtlich der Farbe des in ihrer Hand besindlichen Tuches; und drittens, bezüglich der Lage des Körpers bei der Thal und bezüglich der Ausführung der Thal selbst, sich vielfach in Widersprüche verwickelte, ja hinsichtlich des Tuches erwiesener Maßen der Lüge überführt erscheint. Wegen aller dieser Gründe kann Moriz Scharf nicht zum Eide zngelasscn werden." Eine tiefgehende Bewegung bemächtigt sich aller Anwesenden. Tie fanatischen Feinde sehen sich in ihren Hoffnungen betrogen. Tie Berlheidignng hatte diesen Beschluß, ivelcher der Anklage den Boden entreißt, kann! zu erhoffen gewagt. Joseph Scharf aber spricht zu seinem Bcrlheidigcr: ״Was wird ans meinem Sohne? Haben Sie sich schon an den Minister gewendet?" -— — -- Ter Präsident beraumt die nächste Sitzung, unter Gewährung einer zweitägigen Panse, ans Freitag, den 27. Juli, Bormittags 8 Uhr, an, um die Anträge des Staatsanwalts entgegenznnehmen. Z1׳!!l1»uu1is,ht Z'ziriühilitisljtil. Bon 211111)011 Wnyljrtcl Hirsch. VIII. Weise und Thoren. ׳Forlscpung.) Mein Sohn, möchtest du meine Reden annehmen, Und meine Gebote bei dir bergen! Daß dein Ohr zur Weisheit hinhorche. Dein Herz du der Einsicht zuneigest! Denn wenn du nach Einsehen rufest, Nach Einsicht deine Stimme erhebst, Wenn wie Silber dn sic suchest Und wie nach Schätzen nach ihr forschest, Dann wirst dn Einsicht in Gottesfurcht ge- Winnen Und Gotteserkenn tu iß finden. Denn Gott gicbt Weisheit, Ans seinem Munde Kenntniß und Einsicht. Wahrt Er doch auch den Geraden Thatkraft, Ist Schild Denen, die in ganzer Hingebung wandeln, Die Bahnen des Brechts zu wahren, Und schützt den Weg der sich Ihm in Liebe Weihenden. Dann wirst dn Einsicht gewinnen in Recht und Ordnung Wie gerade ist jeder gute Weg Ist aber erst Weisheit in dein Herz gekommen llnd Kenntniß deiner Seele süß, Dann wird Ueberlegung Wache über dich halten, Einsicht dich bewachen. Dich zu retten vor schlechtem Wege rc. (2,1 — 12.) Wie anders stände es um unser hcranwachsendes Geschlecht, wenn jeder jüdische Vater also zu seinem Sohne sprechen möchte! Ihm zu Gemüthe führte und ihn ans dem eigenen Beispiel erkennen ließe, daß Weisheit und Einsicht mindestens mit Silber und Schätzen gleichwerthig und mindestens mit gleichem Ernst nnd gleicher Emsigkeit zu suchen und nachznforschen seien, wie die zeitgenössische Welt nach Silber und Schätzen sucht nnd forscht! Wer gäbe, daß unsere Jünglinge wieder ergrissen würden von dem Verlangen und der Sehnsucht nach der ans dcr'Gotteslehrc zu schöpfenden Weisheit nnd der ans ihr zu gewinnenden Einsicht in die Wahrheit ihrer .Lebensstellung und ihres Lebensbernfes, daß, was unsere -Sprüche ein Rusen nach Weisheit und Einsicht nennen, sich nach dem Worte des Propheten (Amos 8. \\) erfüllte, daß die Tage kommen, wann Gott einen Hunger ans Erden senden, nicht einen Hunger nach Brod, nicht einen Durst nach Wasser, sondern die Worte Gottes zu hören! Dann würden sie Einsicht gewinnen in das, was Gott fürchten heißt, und würden die wahre Erkenntnis; Gottes finden. Denn, meinen nufere Sprüche, dieses Verlangen nach Weisheit und Einsicht. sei sicherer zu befriedigen, als der Durst nach Silber und Schätzen. Wie Gott den in Geradheit Strebenden zu dem geraden Streben hilft und still in ihrem Innern nnd nur ihnen bewußt die Thatkraft mehrt, und sich denen, die sich ihrer Pflicht ganz hingeben, als schützender Schild bewahrt, daß sic in den Bahnen des Rechts ungefährdet wandeln, wie er so den Weg Derer, die in thätiger Liebe Ihm sich weihen, schützt: also steht er auch denen bei, die WciS> heit und Einsicht suchen, giebt ihnen Weisheit und gewährt ihnen Erkenmniß und Einsicht, daß sic cindringcn in die Tiefen des Rechts nnd der Lebensordnnng, und zu der Einsicht gelangen, wie gerade jeder gute Weg und nur der gute Weg ist, wie nur er zu dem wahren