Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1883-07-26 · Heft 30 (26.7.1883) · p. 475

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 30 (26.7.1883)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1883-07-26
Page
475 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932996-2933026-2953540--13093-2953578
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

475 und gcfampft; — doch heule fehlen unseren Armeen die umsichtigen und siegbewnßten ״Generäle" die rnhmgekrönten ״Feldherrn" ד היוw*x!הגדולים אנשי היטב בארץ• . , Wir beabsichtigen keineswegs, die ״Kommission" zu stürzen, sondern sie zu bessern; wir wünschen auch keinen Personenwechsel, sondern einen Shstcmwcchsel; eine Aeudernng der diktatorischen Herrschsucht, Ablenkung von der Schroffheit und Unzugänglichkeit, kurz, nur wollen das Schwererrnngene vor Zerbröckelung wahren und dauernd zn erhalten suchen. Im Angesichte der angekündigten ״Bewegung" giebt cd zur Stunde nur ein Mittel, welches über die Klippen uns hinwcgznhelscn vermag und dies ist, daß die ehrwürdigen רבנים יושבי על שדי, בישראל über die ihrer Führung anvertrante Gotteshcerde Wache halten, und wenn auch nur ein Lämmchen sich verirrt, gleich ששה רבינו ע״ה ihm nachgchcn und es liebreich der Heerde wieder zusühren. Sic mögen die Gcnicinden eindringlich ermahnen, den שהרבים ׳שהרבים kein Gehör ZN geben. Es muß den Gemeinden gesagt und wiederholt gesagt werden אשור ואשרה אפילו שאה פעשים, das; wir אוהבי שלום ורודפי שלום sind, das; wir den Frieden mit unseren verirrten und irregesührten Stammesgenosscn gerne anbahnen und fördern wollten'; aber nicht Frieden um jeden Preis, nicht ans Kosten unserer religiösen lieberzcugnng, unseres Seelenfriedens! — Darum beim, wenn der Ehes der ״Landeskanzlei" mit seinen chimärischen Plänen uns molestirt, so ant- Worten lim׳, ihm kur; und bündig und entschieden: Martin Schweig — cr!!! Ans der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. (׳Aach einer wahren Begebenheit) Ariedrich Zlott. (SlUc oorbdialtcii) :*orticLMiiuj.') ״Geh, Marie, das wirst ׳Du mir doch nicht anthun" fuhr die Bäuerin bittend fort, indem sic nach der Hand des jungen Mädchens tastete uub diese mit ihren beiden Händen innig drückte, ״hast du: alte Seidlerin denn gar nicht aern, daß.Dl! fort willst?" ״Ich habe Euch w gern," flüsterte Mirjam, indem sic den Händedruck der Alten innig erwiderte. ״O, sehr, sehr gern, Ihr seid ja so gut zn mir, aber —" ״Aber 's ist ihr halt nm's Essen," siel der Toni grimmig ein, ״ihr ist bang nach'm Fleisch." ״Das ist nicht wahr!" ries Mirjam lebhaft, ״nm's Essen ist mir'S nicht, ich habe bei Euch Alles, was ich will und um Fleisch steh' ich gar nicht. —" ״Nun schau, Kind, wenn's so ist, da darfst auch vom Fortgehen nicht reden — ich wüßt' gar nimmer, wie ich den Tag herum bringen sollt, wenn die Marie nicht da wär! Und wenn Dn's aber nicht wegen meiner willst, so thn's wegen Deiner. Hast uns doch selber erzählt, daß Du leinen Menschen hättest, zu dem Du gehen könntest." ״Keinen Menschen, den ich kenne, habe ich gesagt," verbesserte Mirjam, ״aber mir ist nicht bange, ich werde schon irgendwo einen Dienst finden." ״Dienen willst? -- nun freilich, dienen ist keine Schande. Aber zn was willst denn fort? warum willst nicht dableiben? könntest Dir bei uns auch was verdienen. Könntest nähen und Dich fleißig umschauen in der Wirthschaft, überall nach dem Rechten schau'n. — Ich bin leider Gott's blind, und der Toni — ich Hab' gemeint, er bringt uns 'ne Bäuerin in's HauS — und jetzo ist's damit auch nichts. — Schlag ein, Marke, sag', daß Du bleibst." Aber Mirjam zögerte noch immer, sie war sich selbst nicht recht klar, was sollte sie thnn? Der Bauer machte ihrem Zögern ein Ende. ״Aber wohin willst denn jetzo?" rief er ungeduldig, ״schau hinaus auf die. Straßen, fußhoch liegt Schnee, .und dabei willst Du ans die Wandcr? Erfrier’» thät'st, denn mit Deinem Fuß kämst nicht gar weit, unterwegs möchtest liegen bleiben und einschncien." Mirjam mußte nachgcben, mit ihrem kaum genesenen Fuße durfte sie in dieser Jahreszeit eine mehrtägige Wanderung nicht!vagen und so!villigte sie denn ein, vorläufig noch im Hose zu verweilen. Die alte Bäuerin drückte ihr in den herzlichsten Worten ihre Freude ans, der Toni sagte nichts, aber seine Blicke dankten ihr. Bon nun an jedoch hielt er seine Blicke besser im Zügel. Es war ihm nicht entgangen, daß seine unverhohlene Bewunderung sie verwirrt und erschreckt hatte; nie gestattete er sich wieder, sie mit diesem Ausdruck zu betrachten. Dennoch war sein Ton ihr gegenüber ein anderer als vordem; er konnte ihr nicht 'mehr, wie eincut Kinde begegnen, seine ganze Haltung drückte Hochachtung .aus. Die Wochen verstrichen, Mirjam wußte sich im Seidlerhof in Wirklichkeit nützlich zn machen und den für die damaligen Verhältnisse durchaus nicht geringen Lohn, den der Bauer ihr zugesagt, hatte sie vollauf verdient. Sie pflegte die Blinde mit treuester, liebevollster Hingebung, hatte auf ihren Wunsch die Leinenschränke des Hofes einer gründlichen Revision unterworfen, hatte ans die Mägde ein scharfes Auge und war schon manchen Mißständen in der großen Wirthschaft auf die Spur gekommen und hatte den Bauer veranlaßt, denselben abznhelfen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.