Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1883)
- Article
- Zur Abwehr
- Date
- 1883-07-26
- Page
- 469 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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21. Tamus 5643. י 26. Juli 1883. jo 80. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. von Sanlsml Naphael Hirsch, Än!1Iu11ce 11. Jsrnefilifificii ÄrfigionsgcfpITfifiaft zu ^Prniißfurt a. A Neue Folge. Erster Jahrgang. Herauögcgcben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von IsrUic Kirsch. Diese Wochenschrift erschein! jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementsprciS bei allen Postanstalten nnd Buchhandlungen 2 «46 50 für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche BerlagSbnchhandlnng 11יי Hannover. —Die ürpcdilion versendet auch direct nnd sranko unter Streifband den Jahrgang für!2./-. oder 7 dulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für 14 JC cd er 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^ s. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Nauru berechnet. — Ciypcuiti 011: Hannover, Thcodorstr. 5. Jur Mehr. Hannover, 22. Juli. Gewiß von srcnndlicher Hand ist uns das dritte Heft des zwanzigsten Jahrgangs einer von Herrn Franz Delitzsch hcransgegebcncn, ״der Mission der Kirche an Israel" bestimmten, den Namen ״Saat auf Hoffnung" tragenden Zeitschrift zugegangen. In dcntselbcn ׳kommt Herr Delitzsch auf unsere Entgegnung in Nr. 16 und 17 zurück, in welcher wir Seite 257 gesagt haben: ״Das ist ja der glückliche Standpunkt des alten Judenthums, wodurch cs sich auch von dem Christenthum deS Herrn Delitzsch unterscheidet, daß cs andere Religionen und auch das Ehristcnthunt vollkommen in ihrem bleibenden welthistorischen Werth für die Gesittung und Erleuchtung der Menschheit mit voller Beruhigung, ja mit freudiger Genngthuung neben sich anerkennen kann, indem cs sich als den Boden begreifen bars, auf welchem die sittigcnden Lichtsaatcn erwachsen sind, welche sic in den Acker der veredelnden Bölkerentwickelung gestreut und streuen." Herr Delitzsch nennt diese unsere Anschauung ״Vcrdlcndung" und hält diese Verblendung unter Hinweis auf die Lehre des Paulus, nach welcher mit dem Christenthnm das jüdische Gesetz sein Ende gefunden. für noch ״empörender", als die von Herrn Wahrmund geübte ״Verzerrung", nach welcher dem alten Testamente die Göttlichkeit völlig abgesprochen wird. Das Paulinische Ehristenthnm, das auf dem Grundsatzc der völligen Abrogirnng des alten Gesetzes beruht, war uns nicht unbekannt. Wir glaubten und glauben jedoch, daß diese Anschauung von den früheren Aposteln nicht getheilt wurde und auch in den Lehren des StijterS der christlichen Religion nicht enthalten sei, in denselben vielmehr verschiedene Acnßcrungcn deS Gegentheils vorkonunen. Allein, wir wiederholen, wir lassen dies vollständig dahin gestellt nnd sind in keiner Weise gewillt, die Ansichten, welche von Christen hinsichtlich deS Ehristenthums und dessen Beziehung zum Judenthum gehegt werden, einer Kritik zu unterziehen. Wir haben diese Ansicht nur geäußert, weil wir sie für wahr hielten und sie uns auch jetzt noch Wahrheit scheint. Aber daß unsere Uebcrzcngung von der für Juden fortdauernden ewigen Gültigkeit des göttlichen Gesetzes Verblendung genannt werden dürfte, dagegen legen wir die ossenste, entschiedenste Verwahrung ein. Verblendung ist die Verkennung einer osfenba״ vorliegenden nnb erwiesenen Wahrheit. Daß aber die ״Enrschränkung und Vollendung der Religion Israels"