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Jeschurun · 1883-07-19 · Heft 29 (19.7.1883) · p. 452

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 29 (19.7.1883)
Article
Russische Emigration in Amerika
Date
1883-07-19
Page
452 (sequence 3)
Language
German
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452 Juden durch ,,gewissenlose Individuen" als Korrespondcuten für europäische jüdische Zeitungen aus Amerika verbreitet werden. Und in gleicher Weise spricht sich auch das Mcuioirc des Herrn Berger aus, welcher sich nur über die Kolonisten verbreitet. Diese Kolonien scheinen der glänzende Thcil des Rcttnngswerks zu sein. Es wird von Folgenden berichtet, und wir glauben, daß diese die gesummte Anzahl der angelegten landwirthschastlichcn Ansiedelungen rcpräsentircn. (Schluß folgt.", Saloinoaifäjc Z'MltMishe'lt. . Von Samson Naphac! Hirsch. VII l. Weise und Thoren. (Fortsetzung.) שמען, höret, ergeht daher der Nus au alle פתאים und נפילים, wenn sic dazu gelangt sind, das Bcdürsniß einer Belehrung ciuzuschcn, höret die Lehren der Weisheit. Alle Worte dieser Lehren sind בנירים. Wie der Fürst nach seiner Aufgabe und Stellung als Volkslciter בניד heißt, als Derjenige, der Allen voran und gegenüber (בנד) gestellt ist. auf den Aller Augen und Herzen ״gerichtet" sein sollen, um die Richtung ihres Wandels zll finden, so ist jedes Wort der Lehre ein בנידים ,בניד, sind ihre Lehren, die unser stetes Aufmerlen so heischen wie verdienen. Denn nicht fernliegende, nicht überirdische, jenseitige Wahrheiten wollen sic uns enthüllen, Geist und Herz, Wort und Thal für die rechte und treue Erfüllung unserer Aufgabe auf Erden wollen sie gewinnen, בנידים ist ihre Stellung, מישרים das unserer Bestimmung und den Ansprüchen eines jeden Wesens um uns entsprechende Gerade ist ihre Weisung, אמת, Wahrheit und zwar sittliche Wahrheit, deren Gegensatz רשע, Gesetzlosigkeit bildet, ist ihr Inhalt, צדק, das höchste Ideal des Rechtes ist als Stempel allen ihren Reden aufgcdrückt, Schlichtheit und Geradheit ist ihr Karakter, אין בהם בפתול וער,ש, gedrehte und gewaltsame Behauptungen sind ihr fremd. Wer nicht an ihrer Oberfläche bleibt, wer in ihre Gründe und Folgen cindringt, dem erschließt sich ihre überzeugende Beweiskraft, und ihre den Dingen und Verhältnissen entsprechende Geradheit Denen, die die Erkcnntniß der Wirklichkeit und Wahrheit der Dinge und Verhältnisse erstrebt. Aber nicht eine für das Leben unfruchtbar bleibende Lebcnsbeschäftigung will die Lehre dieser Wahrheit sein, מופר will sie werden, will als bildende Erzieherin all unser denkendes und wollendes, schaffendes und genießendes Streben in das Baud des gottgewicscncn Wahren und Guten, Rechten und Heiligen fassen und halten und unser ganzes Leben dem Gott nahen Heile zuführen. Das gicbt dieser Weisheit und der von ihr gewährten Erkenutuiß den so einzig hohen Werth und hebt ihren Erwerb über alle sonstigen anzustrcbettdeu Errungenschaften hoch empor. * Eine Nachbarin der Klugheit nennt sich die Weisheit. Jene Geistcshelle, die sich mit Meisterschaft auf ihren Vortheil versteht und daher von der Menge als hervorragendste Geistesgröße angebetet wird, möchte die Weisheit nicht mit sich verwechselt sehen. Klugheit ist nicht Weisheit, ihre Nachbarin nennt sie sich, sie nimmt ihre Geisteshelle für sich und ihre Zwecke in Anspruch und indem sie sic in den Dienst des ״wahren Vortheils" des Menschen, in den Dienst der Vollbringung des sittlich Reinen und Guten stellt, löst sie sic aus der Gemeinheit niedriger Vortheilsberechnung und hebt sie als ״sittliche Klugheit" geadelt zu ihrer reinen Höhe empor, und ebenso die Uebcrlegungcn weckende Keuutniß der Dinge und Verhältnisse, deren der pflichtgctrcuc Mensch, der keinen seiner Schritte dein Ungefähr überläßt, bei jedem Schritte bedarf. Eine solche Kcnntuiß und solche Ueberlegungen werden auch bei jeder gewohnlichen Thätigkeit für Erreichung auch niedriger Zwecke angewandt. Auch die praktische Bethätiguug der Weisheit kann ihrer nicht entrathen und adelt sie als Werkzeug ihrer höchsten sittlichen Zwecke. Denn nicht nur die Ziele der Weisheit sind sittliche, nicht nur die zur Erreichung ihrer Ziele zu verwendenden Mittel dürfen nur sittlich rein sein, schon von der Schwelle ihrer Erkenntuißhallen weist sic ׳alles Unsittliche und alle Unsittliche zurück. Sic ist die einzige Wissenschaft, die Gottesfurcht und Karakterreinheit als erste Vorbedingung von ihren Jüngern fordert. Andere ' Wissenschaften mögen sich mit hinreichender Geistesfähigkeit und Wissenstust begnügen und ihren Jüngern die Probe und den Erweis ihres Sittenadels erlassen, andere Kreise Männer als geistige Heroen vergöttern, von deren Karakter und sittlichen Wandel der reine Mcnschensinn nur erröthend den Schleier weggehoben sicht, ja mögen geistiger Genialität geradezu ciucn Freibrief von Beachtung des SittcngesetzcS crtheilen. Die an den Brüsten der Gotteslchre zu schöpfende Weisheit will aber nur von reinen Menschen, reinen Gcistcnl, reinen Herzen erstrebt werden, Gottesfurcht ist ihr die Vorbedingung zum Eintritt in ihre Erkcnntnißschule — יראת ד' ראשית דעת K. l, 7. — und weil ihr Gottesfurcht gleichbedeutend mit dem Hassen alles Bösen ist, darum haßt sic Hochmnth und Stolz, haßt jeden sitteuschlechten Wandel und den Verkehrtheiten sich widmenden Mund, und nur der Bescheidene, sittlich Wandelnde, Wahrheit Redende gelangt dazu, in Wahrheit ihre Schätze zu heben, uub darum werden selbst ערמה und מזמה im Dienste der הנמה sittlich geadelt, ־fc

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