Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 29 (19.7.1883)
- Article
- Unsere Aufgabe in der Gegenwart
- Date
- 1883-07-19
- Page
- 449 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933025-2953460--13025-2953501- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zur Hannover, den 14. TannrS 5643. 19. Juli 1883. M 29. arhsnsrhrlü und jüdischm Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. ßegriimlet non Stlmsoil Nüphliet HÜ'sch, cRaf>f)infr 11. fsrnrfilififirn IWiijionsjiffefflinft zu d?rnnlij’11rt a. Ä. Neue Folge.-Erster Jahrgang. Hcrmisgcgcbcn unter Mitwirkung deS Begründers und bewährter Genossen von Ahuic KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag niindestens 2 Legen stark. — AbonneinentSprciS bei allen P ostanstaltrn nnd Buchhandlungen 2 J6. ■r>0 für das Lierkeljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die H.elwing'sche Verlagsbnchhandlnng;n Hannover. — Die (Expedition versendet auch direet und franko unter Ltrcisband den Jahrgang für 12 Lfi oder 7 Enldcn öslerr. Währ, nach Deutschland nnd Oesterreichfür 11 JC. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — An;eigcn werden mit 25>^Z s. d. :!gespaltene Petitzeilc oder deren Raum berechnet. — Expedition׳. Hannover, Thcodorstr. 5>. Itufcrc Anfgnlie in der Gegennintt. II. Wir sind nicht gewohnt, pessimistischen Anschaltungen Raum zu geben und die Gegenwart durch grangefärbte Brille zu betrachten. Wir gewahren freudigen Sinnes die Knospen, Blüthen und Früchte, welche unsere Gegenwart^rgezeitigt: das Wiedcrerwachen und Erstarken des jüdischen Pflichtbewußtseins, die erneute Begeisterung und׳ Treue für das heilige Bätererbe, die!Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit, welche Großes geschaffen in manchen Kreisen jüdischer Gemeinden. ׳Wir können uns aber gleichwohl nicht der Wahrnehmung verschließen, daß wir noch weitab von jener Erkenntniß sind, welche alle Kreise der über der ganzen Erde ״Zerstreuten Israels" zu der einheitlichen Gottesgeilieinde im Geiste vereinigen soll, die alle ihre Kräfte ausschließlich der einen gemeinsamen Aufgabe freudig zur Berfügnng stellt. Aber auch in denjenigen .Kreisen, für welche vornehmlich diese Blätter ein nicht unwillkoitlmener Bermittler jüdischer Anschauung und jüdischeu Geistes werden möchten, gebricht cs vielfach an dem rechten Berstandniß und der richtigen Erkeniltniß dessen, was die Gegemvart von uns heischt, was zur Lösung unseres einzigen erhabenen Berufs von uns zu erstreben und zu vollführen wäre, wie wir, ein jeder Kreis an seiner Stelle, unter den gegebenen Verhältnissen die ״Festigkeit" in der תרדה und die ״Stärke" in מעשים טובים zu bewähren haben. Wenn wir den Blick von den nicht allzu zahlreichen Emporien, wo dieses Berstandniß nnd diese Erkenntniß mit Festigkeit und Stärke gepaart zur herrlichen Entfaltung gelangt, hinansschwcifen lassen nach Ost und West, Süd und Nord, so gewahren wir wohl manche Oase in der Wüste, aber leider auch nur solche blühende Eilande in dürrer Ocde. Wir niögen uns derselben auch noch so sehr erfreuen, der sie umgebenden Wüste dürfen wir nicht vergessen, und deren Urbarmachung sei unser unablässiges Streben geweiht. — — — — Israel hat nichts als die תרדה. Sie ist der einzige Boden, in welchem seine Existenz wurzelt. Ihr ist Israel verknüpft durch unlösbare Bande. Sie ist das heilige Vcrmächtniß, welches jede Zeit der kommenden zu vererben hat, der einzige Nationalschatz, das einzige Herrschende, das einzige Bereinignngsband —, sie ist das einzig Bestimmende für Israels That, seine Leuchte und sein Stab, die einzige Bedingung seiner Kraft, seiner Unsterblichkeit. Darum steigt und sinkt, steht und füllt Israel, je nachdcnr cs die תרדה pflegt oder . vernachlässigt, und darum gebührt dem ״Thoraleruen"! die wichtigste Stelle unter den Geboten Gottes, deren