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Jeschurun · 1883-07-12 · Heft 28 (12.7.1883) · p. 438

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 28 (12.7.1883)
Article
Verhandlung gegen Professor Rohling
Date
1883-07-12
Page
438 (sequence 3)
Language
German
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438 Jahre 1873 den ftvo[;cn Krach inszcnirt hat und bittet : im Interesse der Ocfsentlichkcit um Aushebung der Konfiskation.! Nach einer kurzen Bcrathnng wurde in össeutlicher Sitzung folgendes Urtheil publizirt: > ״Der Inhalt der beiden BroNüren begründen den! Thatbcstaud des im £ 3ציי Dt.-Ges. bezeichnetcn Ber- .! gehenS gegen die öffentliche :Ruhe und Ordnung, eS ' wird daher das Erkenntnis; vom 27. Mai, womit die j Konfiskation bestätigt, die Weitcrverbreitnng verboten und die Bernichtnng der mit Beschlag belegten Exemplare angcordnet wurde, den! ganzen Inhalte nach bestätigt und der dagegen erhobene Einspruch verworfen. Gründe: In den Druckschriften wird angeführt, dag die Juden die Christen und selbst christliche Monarchen mit den gemeinsten Schimpfworleu belegen, dag der Talmud dem Inden bcn Meineid erlaubt, und daß nach den Gerichtsverhandlungen in Trient und Damaskus durch eigenes — freilich nur durch Tortur erzwungenes — Geständnis; die Inden rituelle Morde verübten. Obgleich man zngcbcn muß, daß der Federkrieg der wissenschaftlichen Grundlage nicht entbehrt, so überschreitet doch diese Kampfweisc die Schranken einer wissenschaftlichen objektiven -Kontroverse um so inehr, als die Ankündigung in den Annoncen den cigentlichen Ztveck der Druckschrift angezeigt. Die Brochüre ist in die niedrigsten Schichten gedrungen, tind da sie ganz geeignet ist, gegen die Angehörigen der jüdischen Nation anfznrcizen, mußte die Konfiskation bestätigt werden." 1)1׳. -Hodlicka meldete die Beschwerde an's Oberlandesgeeicht an. DieBcrhandlung dauerte über 2' 2 Dtnnden. Dr 51v!lektiv-Berichte ans Ungarn. XV. HZcirlscpung stau Schluß.) ׳)Nachdem wir unsere Meinung über Triebfeder und Zweck des mehrerwähnten Erlasses klargelegt, wollen wir cs nicht verhehlen, daß der ״Erlaß" bei vielen Anderen eine der unseren wohl nicht ganz ent׳ gcgcngcsctzte, aber auch nicht streng konforme Auffassung erfahren hat; — wonach Herr v. Trüfort seinem בן אונו, dem ungarischen Rabbiner ('?)Seminar Z'U -Hülse kommen, demselben einen festen Boden und eine gesicherte Zukunft schaffen wollte, und sein vorgesreckres Ziel gipfelte darin, daß ״Proseminarieu" im Lande krcirt werden. Wir möchten diese Auffassung nicht die allein richtige nennen, aber jedenfalls ist sie eine beachtend׳ werthe, und wenn es wahr ist, was die Fama erzählt, daß im jüdischen Departement des ungarischen Kultus- und UnterrichtS-MinifleriumS ein Wctterhahu haust, der ans einem bekannten Kongreß-Krähwinkel stammt, dann tritt auch diese Auffassung der Wahrheit immer näher. — Und ob der ״Erlaß" der eigenen Initiative oder kongr.'ßlichcn Impulsen sein Dasein verdankt, wir wollen ihn auch in diesem Sinne der Auffassung in Betrachtung nehmen. Also ״Profcminaricn" soll die Theorie übereifriger Interventionen unseres Herrn Unter» ׳chrs -Ministers zum Ausgang und Endzweck haben; Ieschiboth sollen zu Proscminarien sich mctamorphosircn! — Eitle Illusion, vergebliches Mühen lind Manövcrircn: alle Experimente, welche hierauf abzielcn. werden diesen Zweck nie und nimmer erreichen. — Es in nicht unser Beruf zu schüren, cs ist im (Regentheil unsere liebe Pflicht, zu säufligcn und zu versöhnen; wir ersehnen die Zeit, von welcher der Prophet verkündete: וגר 'אב עם בביב ונו׳, doch unmöglich können wir die kühne -Hoffnung auch nur einen Augenblick nähren, daß hier eine Transaktion dafür im Bereiche der Möglichkeit sei, Icschiba und Seminar zu einander in innige Wechselbcziehung zu bringen: und Herr v. Tn'-fort möge sich überzeugt halten, so lange eS auch nur einen orthodoxen Inden im Lande geben wird, wird dieser Eine im Aufgebote aller Kräfte gegen die ״Seminar-Seelsorger" Front machen, und keine orthodoxe Gemeinde wird je einen solchen sich anfoktroyiren lassen. — Es ist ein offenes Geheimniß, daß die ungarische und ähnliche .,Rabbiner-Fabrik" ..Seminar" genannt, funs in tiefster Seele zuwider sind: nur perhorrcszircn! die Berkapptheit, verabscheuen jegliche -Heuchelei, auf j ivclche das Propheten!von so genau paßt: ״Mit Mund und Lippen ehren sie mich (den Ewigen), doch ihr Her; halten sic ferne von mir:" wir sprechen mit dem Könige Ianai l" אל הירא בן הפררבין ולא בבי יבא׳ " .,»,»gs אלא רן הצכועץ •שדוסין ׳ברי ובבקיבין ערי׳ •בבר פ נ הם wir verpönen die Ehamäleouc, das Treiben Derjenigen, welche auf zwei Zweigen Hüpfen und die Kunst verstehen, in allen : Positionen sich zitrecht zu finden. Hub darum bekennen | wir offen und frei: wir wollen keine Männer herani bilden in dem (Leiste des ungarischen :Rabbinerseminars, und darum sollen unsere Ieschiboth keine Seminarien werden n ln Pest und Breslau. Es ist allerdings unser sehnlichster -Herzenswunsch, daß die Ieschiboth ihre Form ändern, doch der Geist der Treue und der gewissenhafte ren Unterordnung unter das liefet) soll!tichr geschwächt werden, der רוח רעה ייראה ה׳. — Die בהירים sollen der modernen Bildung sich nicht verschließen, die Icschiba hat das Licht der Wissenschaft nicht zu scheuen, man soll ihr nimmer den Sinn für Kultur absprechen dürfen. — ״Wir wünschen gebildete בהורים, — aber בהורים in des Wortes strengster Bederrtnng, nicht ״Proscmiuarislen;" die rcorganisirten Ieschiboth sollen nicht das Gedeihen und Emporblühcu des Seminars fordern, sondern vielmehr

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