Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-07-12
- Page
- 436 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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436 Pflichtanfgaben in ihnen und zu ihnen ,.unverhüllt - und 11 uucnd)leiert" (ערום) in ihrer wirklichen Wahrheit; und Wesenheit und damit vor jeder Täuschung und j Berirruug sich zu schuhen vermag, Die ladet sie aber : zu allererst ein להבין ערבה, Einsicht in die Wichtigkeit, ja ׳Rothwendigkeit einer solchen ״sittlichen Klugheit" zu gewinnen, ohne welche unser ganzer Wandel dem Ungefähr und dem Bergehen überantwortet bleibt. Oder als בביל halte und hätte man wohl Gelegen heit, sich Weisheit zu erwerben, allein man verschmähte und verschmäht es, Belehrung von ihr anzunehmen, weil mau das Erkenntnitzvermögen des Menschen über׳ Haupt und das eigene insbesondere überschätzt und so in thörichtem Dünkel sich dem eigenen Belieben zusagende Ansichten bildet und diese seine völlig ״uube-- rechtigten Ansichten gewaltsam" (גזל ■־־• בבל) fest hält, ohne der Einsprache eines Höheren, ja des -Höchsten zu achten. Diese sich weise dünkeuden, dünkelhaften Thoren fordert die Weisheit auf: הבינו לב, suchet doch erst einmal Einsicht in euer Erkenntnitzvermögen, bevor ihr eure und überhaupt der menschlichen Erkenntnis das unbegrenzte Zutrauen zuwendet, sich über Alles, und auch über die höchsten menschlichen Anliegen ein zureichendes Urtheil bilden und keck aller Höhen! Belehrung eutralhcn zu können. Lernet zuerst euer ״Herz" kennen, das beschränkende Matz seiner Einsicht, und die das beschränkende Matz noch blendende und irreführende Macht seines sinnlichen BegehruugsveniiögenS, aus datz ihr den Belehrungen göttlicher Weisheit zugänglich werdet. Fc>rlscl.׳l;11g folg!. llüliiiuMiiit[} Wen proffpr lloijluitj. W. Prag, *24. Juni. Professor Rohling hat, wie der ״Ezech" meldet, gegen die Beschlagnahme seiner Brochüreu: ״Meine Antworten an die Rabbiner oder fünf Briefe über den Talmudismus und das Blutritual der Inden," Einspruch erhoben und hat über denselben die Dchlntzverhandlnng bei dem k. k. Landesals Strafgericht am Damstag den 23. d. M 11m 1] Uhr Bormiltags stattgefnnden. Das Landesals Strafgericht hat mit Erkcuutnitz vom 27. Mai lausenden Jahres die Konfiskation aus dem (Grunde bestätigt, weil die Brochüre Stellen enthalte, welche den Thalbestand des im £ 31 >2 Dt.-Ges. normirten BergchenS gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung bilden. AIS Präsident O.-L.-G.-R. Daak und als Botanten V.-G.-R. Roztocil und Ger.-Adj.Morsiadt, die Dlaatsanwallschaft vertrat Herr Dt.׳׳A.-D. 14r. Schneider-Svoboda. Professor Dr. Rohling erschien mit seinem Bcrtreter Du. Alfred -Hodlicka. Ein zahlreiches Publikum drängte sich m den Saal, um zu hören, wie der Professor seine Ansichten vertreten iverde. St.-A.-S. Schneider- Svoboda stellte aber den Antrag, es möge nach Zulatz des £ 22'4 St.-P.-O. die Oessentlichkeit ausgeschlossen werden, weil durch die Berösfeullichung der Berhandlung in dm Blättern der Ziveck der Konfiskation vereitelt würde. Dr. -Hodlicka ersucht, diesem Anträge nicht stattzngeben, da der $ 403 Lt.--P.-O. klar dagegen spricht. Durch die Oessentlichkeit wird weder die ösfentliche Littlichkeit noch die öffentliche ׳Ruhe und Ordnung gefährdet, auch ist die ganze Brochüre rein wissensehastlich nnd könne eine solche Gefahr nicht herbeiführen. Auch Dr. Rohling bat, cS möge über den Einspruch öffentlich verhandelt werden. Rach kurzer Berathnng beschlotz der Gerichtshof, bei dieser Berhandlung die Oeffentlichkeil ansznschlietzen, weil die Konfiskation noch nicht aufgehoben ist nnd es sich um das Vergehen gegen die öffentliche Ruhe nnd Ordnung handelt. Zn BertranenSmännern wurde -Heinrich Graf Elain-Martinie jnn. und zwei Journalisten ernannt, worauf die Anwesenden den Daal verlietzen. Bor .Allein wurde das Konsiskationsprotokoll vom 23. Mai verlesen. Aus demselben geht hervor, datz in der Druckerei 303 deutsche und ein böhmisches Exemplar mit Beschlag belegt wurden. Bon dem Borlesen der ganzen Brochüre sowohl in deutscher als in böhmischer Dpraehe wurde Umgang genommen und bloS die inkrinnnirten Stellen vorgelefen. In dem sodann zur Bcrlesnng gebrachten Einsprüche wird behauptet, datz es dem Verfasser nicht darum handle, Jemanden zu Feindseligkeiten gegen die Inden o.ufznreizcn, es handle sich hier um ein Resultat der ivissenschaftlichen Forschung, ,welche durch das ,.Eingesendet" — ״Im Monate April laufenden Jahres fand vor dem Wiener Schwurgerichte gegen den bekannten . Antisemiten Frauz-Holnbcck eine Dchlutzverhandlnng wegen Verbrechens der Störung der ösfenllichen Ruhe und Ordnung statt. Bei derselben wurde auch ein Gutachten des Phil, und Theol. Du. August Rohling, Prof, an der Prager Universität verlesen, welches über Antrag des Angeklagten abverlangt wurde. -Holnbeck wurde freigesprochen. Einige Tage nach dem Prozesse erschien in einem Wiener Blatte ein ״Eingesendct" der Rabbiner Di׳. Jellincck und Dl׳. Güdemann, in welchem dieselben behauptoten, das Gutachten des Di׳. Rohling wäre falsch oder doch entstellt." — der Rabbiner provozirt wurde. Professor Rohling habe sein (Gutachten unter Eid in Wien und Dresden abgegeben, nnd es stehe ihm fern, mit seiner Schrift, einem rein wissenschaftlichen Elaborate, antisemitische Pro-