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Jeschurun · 1883-07-12 · Heft 28 (12.7.1883) · p. 435

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 28 (12.7.1883)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1883-07-12
Page
435 (sequence 1)
Language
German
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435 Soloinonifdjc äprluhiveishtit. 1 Bon 3nmf011 iKnpljacl Hirsch. VIJI. Weise und Thoren. ) (Forlscyung.) Die Weisheit ruft ja, und Einsicht läf;t ihre Stimme hährcn,;Huf dein Gipfel der Höhe, am Wege, wo Pfade münden, flehet sie, Znr Seile van Thoren, wo Städte sich öffnen, am Eingang der Pforten spricht sie laut: Euch, Männer, rufe ich zu, und meine Stimme ergehet an die Menschensöhne: Unerfahrene, gewinnt Einsicht Ung zu fein, nnd Thoren gewinnt Einsicht in's Herz. -Höret, denn erlist zu Beachtendem spreche ich, und meiner Rippen Aenßernng ist Geradheit. Wahrheit sinnt mein Gaumen nnd Gesetzlosigkeit ist meiner kippelt .Abscheu. 3a (Gerechtigkeit bewegen sich alle Neben meines Mtmdes, nichts ist an ihnen gewunden und verkehrt. Alle siild sic überzeugend dem Einsichtigen, nnd gerade Denen, die Erkenntnis anstredcn. Nehmet meine Sittenlehre nnd nicht Silber, Erkenntnis; lieber als erlesenes Gold. Denn besser als Perlen ist Weisheit, nnd alle Bestrebnngcn gleichen ihr nicht alt Werth. ־$־ Ich, Weisheit, bin eine Nachbarin von Klugheit n!id erstrebe and) zu Ueberlegnngen führende Kenntnis;. Weil aber Gottesfurcht das Böse hassen ist, -Hasse ich -Hochmuth nub Stolz, jeden schlechten Weg nnd den Mund von Verkehrtheiten. Bbnn ist Rath nnd Thatkrast, ich bin Eilisicht nitd mein ist Stärke. Tnrch mich ülien Könige ihr Königsamt nnd fassen -Herrscher das Recht in Gesetze. Durch mich sind Fürsten Regenten nild frei dem Gnren geweiht alle Richter der Erde. 3ch liebe die mich lieben, nnd die mich suchen, finden mich. Reichthlim ltnd Ehre ist bei mir, Zeilen dnrchdanerndes Bcrmögcn und Wohlthal. Besser ist meine Frucht als, Gold nnb Geschmeide nnd mein Ertrag als erlesenes Silber. *1 Il׳nl,ü111ticher WAse ist iu ')lr. NN nnd -'7 die Unter׳- Nnbrik Gerechte nnd Ungerechte sank ״Weise nnd Thoren" stehen gedUcbcn. 3n dem Wege der Pflichttreue wandte ich, im Mittel- Punkt der Bahnen des Rechts, Denen, die lliich lieben, das allein Wahrhafte bleibend zu geben, Und ihre Schätze fülle ich. (K. 8, l—21.) ¥ Die Wissenschaft, welche unsere Sprüche unter dem Nauien ״Weisheit" begreifen, ist nicht der Anlheil eines privilegirlen, nicht der Antheileines gelehrten Standes׳, sie hat auch nicht die Bestimmung, Denen etwa einen geistigen Ersatz zu bieten, denen das Geschick einen Antheil au materiellen Glücksgütern versagt, aber ans der Sonnenhöhe des Glücks als entbehrlich und überflüssig in bescheidenes Dunkel znrückzutreten; sie ist auch nicht eine Wissenschaft, deren Gegenstand jernab von den Bestrebnngen mtd Bollbringungen des gewöhnlichen irdischen Gebens liegt: vielmehr ist es gerade das volle ganze irdische Leben mit allen seinen inner» nnb äußern Beziehungen des Einzelnelt nnb der Gesammthcit, denen ihre Lehren zngelvendet sind und das sie mit dem Geiste ihre Anforderungen durchleuchten, 'dnrchdringcn und gestaltend beherrschen tvill. Darumtritt sic hinarrs, hinein in die Mitte des lebendigsten, strebenden mtd schassenden Lebens, hinan zu der den ganzen Lebensweg der sterblichen weltenüberblickenden -Höhe, wo die vcrschiedenen Lebenspsade sich begegnen und trennn. sucht sich Jünger an den Thoren des össentlichen Lebens, bei dem Eintritt, in städtilche Gcntcinwesen, an den Eingängen zu dem hünslichcn Einzel- und Familienleben, nnd ladet Alle zum ׳Gcistestrnnk aus ihrem Born, bevor sie sich anschickcn, ihre Ziele und Aufgaben im Bcrkehre des össentlichen nnb Gemeinwesens, wie in dem häuslichen Kreise des Einzel׳- nnb Fantilienlebens anznslreben und zu lösen. Wer im öffentlichen nnd häuslichen Leben seine Ausgaben als Mann und Bürger, als Mensch' und Familienglied lösen will, ohne seinen Geist'zuvor mit den Lehren der Weisheit gerüstet;u haben, der geht als \פר oder כמיל einem verhängniswollen Bcrschlen seiner Beslimntnng entgegen. Als \פר nnbelehrt und nncrlenchtet über die Wirklichkeit nnd Wahrheit der menschlichen Bcrhältnisse und über die unveräußerlichen göttlichen Pflichtgebote für jedes meuschtiche Bcrhältuiß, läuft er (Gefahr, jeden Einfluß einer augenblicklichen nnlautern Erregung des Innern, einer blendenden äußern Verlockung, eines verführenden Beispiels oder dem Eindrücke einer irrigen nnd irreführende Aenßernng einer mit Selbstüberschätzung imponirenden Pflicht vergessenen Persönlichkeit zu erliegen, nnd durch Unterlassung oder Ucbertretung sich an seinen heiligsten Pslichtansgaben zu versündigen. Ihnen, den פר;א\ם, bietet die Weisheit ערמה, jene ״sittliche Klugheit" an, die die Verhältnisse und unsere

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