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Jeschurun · 1883-07-12 · Heft 28 (12.7.1883) · p. 434

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 28 (12.7.1883)
Article
Unsere Aufgabe in der Gegenwart
Date
1883-07-12
Page
434 (sequence 2)
Language
German
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434 aut Sinai mir dem f>Vlöb1ti§: בל אשר דבר ד' נעשה ונשבע was Gott besprachen, wollen wir thuu und hören!" bei der Empfangnahme des einzigen Schatzes der OJtL'in'cbbcit, der Thora, des בבר הבררה, dieses ״Inches des Bundes," in welchen wir eingetreteu, unser Blut für alle Zeilen eingesetzt haben? — Das wird das siele, unerschöpfliche Thema unserer Versuche in diesen Spalten bilden. Tenn diese Verpflichtung istewig 1n1b nnvcränderlich. unabhängig von Zeit unb Oiaum. Ueberall, wo eilt jüdisches Ter; schlägt, unter den! Schatten der Libanonseeder oder der Eichen Deutschlands, in der fernsten Vergangenheit wie der spätesten Zukunft, schlägt es nur für die Lösung dieser Verpflichtung, durch tvelche allein auch Israels Ewigkeit verbürgt ist, so sicher wie die Etvigleit der seinen Händen anvertranten Gotteslehre. Es giebl keine verbürgtere Wahrheit, als diese Ewigkeit und keine größere Lüge, als der Wahn, Israel und das Gottesgesetz zählten bereits zu den von der Zeit überholten Mächten. Jeglicher Gegenwart und der der Menschheit als strahlendes Ziel harrenden Zukunft vielmehr gehören beide an, wie nur dasjenige von den Jahrtausenden Gezeitigte dauernden Bestand Hai. was dem Geiste dieses von Israel für die Gesainint- Hut gehüteten Gesetzes entslanunt. Und der Inhalt dieser Verpflichtung liegt nicht weil ab von dein dem Verstände der Sterblichen Erkennbaren und den an jedes Menschenivesen herantrerenden Erfahrungen des Lebens. Das Indenthnin bewegt sich nicht ans dem Boden einer geheimnißvollen Weisheitslehre, daß etwa nur gewisse bevorzugte Erdensöhne in seine Mm'terien einzudringen verinöchten, und auch nicht ans dem Gebiete des jenseits der Sphäre des Irdischen liegenden Unfaßbaren, welches von keinem Menschen zu begreifen wäre. Das Indenthnin ist an keinen Ort und keinen besliminten Zeitpunkt geknüpft, daß man wähnen könnte, dieses Land, diese Verhältnisse, dieses Jahrhundert, diese Knltnrepoche tväre von seinem Geltungsgebiet ansgeschieden, sondern zu jeder Zeit und unter allen Verhältnissen und in jeglicher Lage des Lebens tritt es an uns heran mit seiner Anforderung und heischt die Entfaltung unserer ganzen 5trast in der Belhälignng unseres freudigen Gehorsams in jeglichem Augenblicke. Das Wort der Mahnung und der Belehrung. vor Jahrtausenden gesprochen, es ist an jede Zeit und an Jeden unter uns gerichtet, ans daß es dem Bewußtsein keiner Zeit entschwinde, sondern der feste Ankergrnnd bleibe, auf welchen! jede Gegenwart in der wogenden Brandung der Ereignisse ihren tinerschütterlichen -bait. zu finden habe: בי קרוב אליך הרבר באר בפיך ובלבבך לעשהו, überall erwartet uns unsere Aufgabe, sie ist uns stets nahe, sie harret fortwährend bei jedem Schritte in's Leben, in jedem Momente unseres Daseins, daß tvir ihr gerecht werden mit Mund und Ter; und That, das ist lernend und lehrend, in Gesinnung und Empsindnng, wirkend und schassend. Und es erfordert volle rüstige Kraft, nimmer rastende Energie, dieser Aufgabe gerecht zu werden. היק ואבק באר, so lautete der Gottesrnf an Iehoschna, und so ergeht er auch an uns: sei ״fest", lasse dich in beinern Entschlüsse nicht wankend machen, dorthin zu solgen, wohin deine Ausgabe dich ruft: und sei ״stark", kein Tinderniß, welches zwischen dir und deiner Pflicht liegt, erscheine dir unübewindlich. keine Schwierigkeit dünke dir zu groß in der Vollbringung deiner Obliegenheit: לשבר?יעשוה, sorgfältig zu ״hüten" das ist, alle.Kraft deiner Seele ans den einzigen Punkt zu richten, um zu ״vollführen", um deine ganze Thätigkeit aufgehcn zu lassen in der Ersültnng בבל ההורה אשר צוך בשה עבר' der ganzen Lehre, welche (>50tt uns durch Mosche offenbart hat. Sei ״fest" in der הורה, in dein unansgesetzten Streben, die Anforderungen des göttlichen Gesetzes zu erkennen, und ״stark".. בבעשים טובים in der Ausführung derselben, das, was dein Verstand also als recht erkennt und wofür dein Terz also erglüht, durch-die That zu besiegeln.׳'׳ch Wenn diese Festigkeit und Stärke z!l jeder Zeit für unsere Aufgabe in Anspruch genommen werden und sie die Voraussetzung zu einer gedeihlichen Lösung derselben bilden, so ist wahrlich unsere Gegenwart an! weuigslcn dazu arigethan, des ganzen Einsatzes unserer vollsten Energie und unentwegten Beharrlichkeit entrathen zu können. Nach Innen und nach Außen haben wir sie zu bewähren, Nach Innen gegen die verlockende Stimme der Verführung, welche Korach gleich mit der gleißnerischen Pretension ״die ganze Gemeinde sind Heilige und in ihrer Mine ist Gott" die Autorität des göttlichen Gesetzes brechen und uns von der unbedingten Unterordnung unter deinselben zur selbstherrlichen Umgestaltung desselben nach eigener Willkür und eigenem Belieben verleitet! möchte: — und nach Außen gegen die Angriffe des Wahnes und der Bosheit, tvelche in fanatischem Tasse die Lehre, welcher die Menschheit Alles verdankt, tvas sie bisjetzt an reiner Erlenntniß, lauterer Sltllichkei! und wahrer (berechtigfeit ihr eigen nennt, verunglimpft, und den Verkünder derselben, den jüdischen Stamm zu vernichten sich zum Ziele gesetzt. Ta gilt es fest und stark zu sein, auf daß Blüthen und Zrüehte auch unter unserer Wartung dein ewigen ״Baume des Lebens" entsprießen, da gilt es der ״Tut des Teiligthnms" sich iu unerschütterlicher Treue und nimmer erntüdender Ausdauer hinzugebcn, es zu schützen vor jeder Entweihung und jeden Unglintpf abzuwehren. ^Fortsetzung folgt.) •ברבו׳ת ל׳ב (*

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