Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1883)
- Article
- Unsere Aufgabe in der Gegenwart
- Date
- 1883-07-12
- Page
- 433 (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. Hliiiiwvcr, beit H 28. y ✓AA A1A ׳A zur Fördcrmlg jüdisthcu Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde ltub Schule. ßcftrümli't \m 2fllU)01i i)1flpl)1U'l Huslh, JinCfuiuT 11. 3Wncfilif1f1r11 J1־ rTiui011 rfrRTiiiaft 511 frunlijui•! a. <fft. diene Folge. Erster Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers mtb bewährter Genossen von Asaac Kirsch. Diese 5\>od)C11fd)rift erschein! jeden D 0u n er o l a g mindestens und B uch h a u d l n ngen '2 JO. •'»0 für b1V> Bieneljnhr. Der 111 ng;n Hannover. — Tic ckrvedinou versendet and) bircc 7 (dulden öfter!*- Siihv. nach Denlschtand und Desterreich׳. in!?ln zeigen rverden mit 27*..} f. b. -igespallene Petir^eile oder bei Ihifct'f Aiifgülie!11 dkl׳ törgriinriirt. I. Die Ionrnalistik fioljt vor Allem im Dienste der Gegenwart. In der Tageslilerainr spiegelt sich das Deuten und Fühlen, das. Streben und Handeln der Zeitgenossen wieder. Die leichten, meist namenlosen, Blätter haben das Ahnet» und -Vossen, den Seufzer und Jubel der Gegenwart 511111 Inhalt. Der Wind wirbelt sie leicht umher, wie der Eiiuagsschmetterling überleben sie kaum den Tag. Wenn also der Tagesschriststcller nur für die Minute arbeitet und ans den Ruhm der Unsterblichkeit in: kreise der Menschen Bcrzichr leisten 11111[;, wenn die dahinrauschende Welle des Zeilcnslroms auch seinen Manien zum Meere trügt, um ihn dort der Bergessenheil zu überantnwrlen, — so darf dennoch das erhebende Bewußtsein seine Brust erfüllen, für die Ewigkeit zu schassen, so er seinein Berufe in Ernst und Treue sich geweiht. Dann wird er sich kein Genüge sein lassen, nur der Reporter und Registrator der Tagesereignisse zu sein, dann wird er vielmehr unablässig bemüht sein, ans dem Vergänglichen der flüchtigen Zeit das Ewige festzuhalten und cs als seine vornehmlichsle Pflicht erachten, im Kreise seines Gebietes das tiefere Vcr- 2 Bogen stört. — Aboiiriememovrcis bei allen Boslanst alten ׳ Buchbaudel vertebrl durch die Helwing'sche Berlagbbuchband. l und franko unter Dlreifband den Jahrgang für \2tfO oder .11 ־ JO oder ls m־. nach den Vändern des Welrpostvereinb. — .en Na um berechne!. — iTj-pcbi t i 011: Hannover. Dheodorstr. r». - sländniß für die ׳Erscheinungen des Augenblicks zu; fördern, um die Anforderungen zu erkennen, welche die Minute stellt. Glücklich, wenn er sich sagen darf, j einer wahren Idee vielleicht mit zum Siege verholseu,; zu einer edlen That vielleicht die Anregung mit gegeben! zu haben! j Was bring! die Gegenwart, was bedeutet und! tvas erheischt sie — das sind die Fragen, deren Bej anlworlnng von jeder ernsten Journalistik erwartet wird. Ein Organ aber, ivelches seine schwachen Kräfte :'der Förderung jüdischen Geistes und Gebens in Hans,; Gemeinde und Schule widmen möchte, wird ganz besonders die Manifestationen der Gegenwart auf ihre; innere Bedeutung in Beziehung zu der ewigen, mwcr- : änderliehen Aufgabe des Iudenlhnms zu prüfen haben. : Die Berechtigung seiner Existenz wird es darin er-; weisen, das; es ein scharfes Ohr ha! für das in der : Tagesgeschichte sich offenbarende Denken und Empsinden : und in der Gestaltung der Zeitereignisse das Walten ' der Gottcshaud zu erkennen strebt, um ans dieser! Wahrnehmung und Erkenntnis; die besonderen Aufgaben! zu ermitteln, welche dem jüdischen Hause, der jüdischen j (Gemeinde, der jüdischen Schule ans dem Wechsel der : Zetten in der Gegenwart erstehen. Was haben wir, die Inden der Gegenwart, zur Lösung der heiligen Berpflichlung zu lh'un, für die wir