Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1883)
- Article
- Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
- Date
- 1883-07-05
- Page
- 430 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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430 anwalrschastlichen Einträge an, wünscht jedoch, daß Sophie Batori beeidet werde. Der Genchrohos zieht sich zur Beschlußfassung zürnet und beschließt, die Sophie Batori iu Gib zu nehmen, während Sophie Solnmosi nilbteidc! bleibt. Nach Beeidnng der Zengen Uran Gabriel Batori nnd jun., sodann Gabriel und Sophie Batori, endlich Kohlruepcr, w'ird die Verhandlung geschlossen. י svortsel^nng folgt.; KorrcsMdcilM imb Nalhrilhtcu/I Deutschland. -a— Berlin, \. Juli. Die Herren, welche hier am I!)., 2U. nnd 21. v. M. in zärtlicher Besorgniß für das Seelenheil der Inden in frommen Berathnngen;nsammen waren, hegen ganz absonderliche Vorstellungen von dein Gegenstand ihrer liebevollen Thäligkcit. Wenn die Inden den -Herren von der Inden-Mission natürlich zu bcsonderm Danke verpflichtet sind für die angestrengte Bentühnng, die man sich um ihre jenseitige Glückseligkeit giebt, so wird man cd ihnen doch auch tticht verargen dürfen, wenn sic nicht ganz nncmpsindlich sind für diejenigen Liebesäußernngcn, die ihr hieniediges Wohlbefinden zu allerircn geeignet erscheinen. Es will und nicht recht in den Sinn, wenn in diesen Versammlungen Glaube, Liebe lind Demnth als die Mittel bezeichnet wurden, mit welchen sich der rechte Iudcnmissionär 3m* Be kchrnng Israels versehen miifjc, wie da Sentenzen wie die folgenden eint Platze sein können : ״Die Emaitzipation der Inden hat die Staaten an die Rothwendigkeir -gestellt, die Christen zu cmanzipiren; Sem will dem Iaphet die Stellung anweisen, die nach Noah's Weissagung Ham entnehmen soll," — ist das l׳icbc, ja ist das wahr, nnd ziemt es sich also, für einen frommen Gerechten, der sich berufen glaubt, Andere zn bekehren, zn reden? Was hat dieses überhaupt mir der Aufgabe der Indenmission zu thnn? Und ist cs Demnth, wenn mau sich über eine ganze Neligions genosscnschast ein Urtheil dahin erlaubt, daß sie eigentlich keinen rechten. Begriff von Sünde nnd Gnade habe, so daß man ihr solches erst lehren müsse nnd sich der großen Geduld und Mühe rühmt, die man dabei bewähre? Uno will brdünkcn, als ob die -Herren sich allzu sehr in die Brust werfen und ans die Inden allzu tief hinabschanen. Wir können ihnen zn ihrer Beruhigung die Versicherung geben, daß wir von dem was Sünde und Gnade sei, jedenfalls solche Begrifft haben, um zu wissen, was Gott von uns verlangt: *'! Dic Mitlhciluug brr Gerichlbverhonblung ln Nyiregyh.iz.1 nimmt so riet Raum in Anspruch, daß wir unsere geehrten Korrespondenten um Entschuldigung bitten müssen, wenn wir ihre Einsendungen einstweilen;urüätegen. das Gute zu khnn nnd das Böse zu meiden und vor Allem gerecht zn sein gegen seine Mitmenschen und nicht Verachtung gegen sic zn nähren und bei Anderen zu erzeugen. Es ist deshalb auch unwahr, wenn diese salbungsvollen Freunde Israels behaupten, daß die Juden sie hassen. Dem ist nicht also. Die Jltdcn hassen überhaupt nicht, nnd was die Herren Juden- Missionäre im Besondern anbetrifft, so hegen sie auch gegen sic gar kein feindseliges Gefühl; sie sind blos der Ansicht, daß dieselben vernünftiger thätcn, sich um ihnen näher liegende Kreise zn bemühen und die Juden gefälligst in Ruhe zu lassen. Was würde man z. B. dazu sagen, wenn cs Juden cinfallcn sollte, ihre christlichen Mitbl'irger aufzusuchen und sie mit der gewiß höchst fatalen nnd lästigen Bitte zu molcstiren, sich beschneiden 311 lassen. Wir erklären auf das Allernachdrücklichste, falls irgend ein jüdischer Schwärmer ans die sonderbare Idee kante, Ehristcnmissionär a la Indcnmissionür zn werden, so würden wir jedem von einem solchen jüdischen -Heiligen in seiner Wohnung hcimgcsnchten und geplagten Ehristen den wohlgemeinten Rath ertheilcn, ihm zur kurzen -Hand die Thür zn weisen. — Die Berliner Indenmissi0nsgesellschasr hat übrigens nach ihrem Berichte in den letzten 26 Jahren 126 Inden getauft. Wir erfahren auch, daß es einen ״akademischen Missionsvercin für Israel" giebt, nnd zwar in der guten Stadt Leipzig, welchem Erlangen, -Halle, Breslau und Greifswald sich angeschlossen haben. Der Bund zählt jetzt 175 Mitglieder. Ucber das Ausland wird berichtet, daß in Jerusalem ״eine großartige Bewegung" ׳herrschen soll und 38 Inden sich kürzlich daselbst haben taufen lassen; ferner daß im vergangenen Jahre 72 abcssinischc Juden zum EhrisLenthume nbergetrcten sind. — Wenn man gewisse Personen hört und gewisse Organe liest, so sollte man allerdings meinen, daß augenblicklich massenhafte Ehristenbekehrnngen 311111 Indenthnme stattsänden; es soll ja Alles, was nicht Pietistisch-Konftrvativ-Klcrikal ist, ״Jüdischliberal" sein, und .so können wir täglich lesen von von Ehristen redigirter ״Indenpresse", von Ehristen gehegtem ״jüdischen Liberalismus", ans Ehristen zusammengesetzten ״jüdischen Handelskammern" u. s. w. Daß wir hierbei ans den bei diesem Thema unvcrmcidlichen Herrn Hofprediger Stöcker, der kürzlich bei dem christlich sozialen ״Familienabend" als seine Devise dic These aufstellte ״fröhlich und fromm" zu sein, kommen müssen, versteht sich von selbst. Ach, wir möchten auch ״frohlich" sein, wenn er weniger ״fromm" sein wollte-. R. H. München, l. Juli. Vergangenen Mittwoch fand unter dem Vorsitze des ersten Vorstandstellvertretcrs, -Herrn kgl. Geh. Nath von -H.iindl im Eafä Roth die Generalversammlung des Münchener Thierschutzvereins statt. In derselben wurde unter