Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1883)
- Article
- Opposition muß sein!
- Date
- 1883-07-05
- Page
- 419 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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419 dm tiefsten Respekt vor der Gleichberechtigung 'und allgemeinen glcichwcrthigstcn Kompetenz zur Schau zu tragen und dieselbe als durch die gegenwärtigen Führer bedroht darzustellen. Während diese, gegen deren Stellung und Einfluß die Minirarbeit unternommen wird, vcrdächtigt und als Feinde der Gesammthcit hingcslcllt werden, gilt es, sich selbst die dankbare Nolle des AnwalLS der angeblich bedrohten Gesammthcit zu sichern. Das brillanteste Mittel aber von probatester Wirkung wird doch immer sein, in geschickter Weise die Person des zu stürzenden ״Gegners" an die Stelle der von ihm vertretenen heiligen Sache zu schieben und cS zu verstehen, die für die S a ch c begeisterten Anhängcrzu blinden Verehrern der Person zu stempeln, ein Rüstzeug aus dem Arsenal des seligen Korach, bei dem wir noch einige Augenblicke verweilen wollen. (Schluß folgt. JirloiiroilW Zprnltjivllshkit. Bon Samson Raphael Hirsch. V!!. Gerechte und Ungerechte. (Fortsetzung.) Die Weisheit, deren Aussprüche wir jeden gegenwärtigen Augenblick unseres Seins und Wollcns gestallend leiten lassen, ist älter als die Welt. Sic war Gottes, als er die Welt gestaltete, und bevor er die Welt in's Dasein rief, weihte er die Weisheit zur ewigen Herrscherin seiner werdenden Wett. Sic bethätigtc er bei allen seinen Schöpfungen und Ordnungen, sic, indem er den: Himmel und der Erde sein Gesetz vorschrieb, auf welchem noch jetzt der Grund ihres Daseins ruht, und das noch jetzt unübertretbar ihre Entwickelungen leitet. Und wie die Weisheit bei Gott in seinem Schassen Pflege ultd Bethälignug fand, ans sie bei jedem Schöpfungstage Gottes Gedanken gerichtet waren, so läßt er sic zu jeder Zeit vor feinem Waltnngsblick ihre Freude finde , ihre Freude in der Menschenweltcntwickeluug seiner Erde und ihre Bethätignng im Wecken des Geisteslebens und Weishcitsstrebens der Mcnschensöhnc. ¥ Ich, spricht die Weisheit, Ich war Gottes von Anfang seines Wollcns, Bor seinen Wirkungen, von je, Von Ewigkeit, votn Anfang ward ich geweiht, von dem Ursprünge der Erde. Als noch erst Fluthcn zu werden hatten, ward ich erzeugt. Als noch Quellen nicht waren, die wasserreichen, Bevor Berge in ihren Gründen gcfasset, Vor Hügeln ward ich erzeugt, Als er noch nicht Erde und Straßen gestaltet, Am Ansang aller Staubgcbildc der Welt. Da war ich, als Er die Himmel richtete, Als Er den Kreis grenzte auf des Gewogcs Fläche, Als Er Wolken aus der Höhe mit Kraft rüstete, Als den Quellen der Fluth die Mächtigkeit ward Da Er dem Meer sein Gesetz setzte, und Wasser sein Geheiß nicht überschreiten, Da Er dem Grunde der Erde sein Gesetz gab, War ich bei ihm in Pflege, Und wie auf nüch Tag für Tag seine Gedanken gerichtet waren, Ergehe nüch vor Ihm in jeder Zeit, Ergehe mich in der Mcnschenwelt seiner Erde Und habe meine Beschäftigung bei den Menschensöhnen. Und nun, Söhne, höret mir, Nur. die schreiten zum Heil, die meine Wege beachten, Höret Zucht und werdet weise und wollet nicht ungebunden sein. Der Mensch schreitet zum Heile,'der mir gehorcht. Fleißig an meinen Thüren Tag für Tag zu stehen, Die Thürpfosten meiner Eingänge zu hüten. Denn wer mich findet, hat Nbcu gefunden, Da er Wohlwollen von Gott errungen. Wer mich versehlt, begeht an seiner Seele Raub. Was alle Die, die mich hassen, lieben, ist der Tod. (K. 8, 22—36.) Darun! giebt es nur Einen Fortschritt zum Heile, und der liegt in dem Gehorsam und in den Wegen, die eben diese Gottcswcisheit uns lehrt, und nur Eine Menschenweisheil, die in der Erziehung durch die Gottes- Weisheit gefunden wird, und vom Himmel zur Erde herab und von ■ der Erde zum Himmel hinauf tönt uns der Ruf, und je weiter und tiefer der Forschergeist in die Geheimnisse der Schöpfung cinzndringcu glaubt, zu einem um so eindringlichem Echo gestaltet sich die Mahnung: אל תפרעו i Wollet nicht ungebunden sein! Findet nicht in Ungcbundenheit euren Stolz und euer Ziel! Ungcbundenheit herrscht nirgends in der Welt um euch, nur im wandelloseu Gehorsam gegen ein ihm höheres Gesetz ward Alles das, was es geworden, ist Alles das, was cs ist. Das sagt euch die kleinste Zelle, deren Sein und Werden sich euch erschließt, das der größte Sternball, dessen Stellung und Gang in der Himmelsbahn ihr berechnet. Nur im Gesetzesgehorsam findet jeder die heitere Energie seines Seins und Daucrns, und auch zu dem Menschen spricht ans Kleinstem und Größtem der U)11 umgebenden Welt die Stimme der Weisheit אל תפרעו! Seid ihr vor allen geschaffenen Wesen durch Geist und Wille geadelt, so