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Jeschurun · 1883-07-05 · Heft 27 (5.7.1883) · p. 417

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 27 (5.7.1883)
Article
Opposition muß sein!
Date
1883-07-05
Page
417 (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang. .־ ־־־&& Hannover, dc» 20^j78W36 *327 \?:ך-}£; ׳. *J ^r/\< .^8vl VV׳ Ü[1ul(j011$£|rifl zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens iu Haus, Gemeinde mid Schule. §>cgcüiulet vo» Smilfoii iNllphlicl Hirsch, f!11[>[>i:uT 11. Jsrncfilifcfini ilri’iiiioiiRgrfrllfifmfl zn fmuFifiict 0.ül. 9ie.uc Folge. Erster Jahrgang. HcrauSgcgebcn unter Mitwirkung drö Begründers und bemnhrtcr Genossen von AsiUtc Kirsch. Diese ^Wochenschrift erscheint jeden Donnerektog mindestens 2 Bogen stark. — MonncmelltovreiS bei allen B ostanstalten und Buchhandlungen 2,/5. 50 .״j für dao Bierleljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helkving'sche Berlag^bnchhandlnng 0l Hannover. — Die Grpedilion versendet auch dircet und franko unter Llreifband den Jahrgang für 12 ober 7 (dulden üfterr. Währ, nach Deutschland und Deslerreich׳. für l! J6. oder 1s Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — A!!;eigen werden mit 25 F f. d. :;gespaltene Pelitreile oder deren üianin berechnet. — Grpedition: Hannover, Theodorstr. 5. ״ODositiöll iüiill st!»!" II. Groß ist der Werth des Friedens, alle unsere Gebete schließen mit der Bitte nm Frieden. Frieden ist der Thau und Frieden ist der Sonnenstrahl für das Gedeihen aller Unternehmungen nud Bestrebungen der Brenschen. Um bcu Frieden zu erhalten, dürfen, ja solle« wir Vieles opfern von unseren eigenen Rechten und Interessen. Nur Eines geht dem Frieden vor, Eines dürfen wir nicht preisgeben, auch-׳nicht nur des Friedens willen, und das ist die Wahrheit, die gemeinsamc jüdische Aufgabe, die ewigen Gonesrechte. Denn nur von den! was uns gehört, dürfen wir aufgeben, unsere eigenen "Rechteund Interessen dürfen wir als Komproinißmatcrial behandeln, nimmer aber das Geringste Dessen, dessen Hüter wir bloß sind, nimmer das Geringste von den Rechten und Ansprüchen unseres Gottes. Es giebt wenig Lätze, die im Prinzipe auf so allgemeine Anerkennung und. Zustimmung rechnen dürsten, wie diese ״selbstverständlichen" Thesen. In der An- Wendung freilich gestattet es sich wesentlich anders. Da sind wir nur zn oft geneigt, friedliebend, bis zum Exzeß friedliebend zu sein, da entfalten wir nur zn oft eine wahre Lammesgeduld und sind von einer Taubencinsalt in der Erkenntnis der bedrohten und gefährdeten Interessen, wo es sich nm Vertretung der heiligen Gotlesgesctzc handelt und wo das gebotene mannhafte und entschiedene Einstehen für diese Sache auch nur entfernt zn einem Konflikt führen könnte. Völlig, bis auf die letzte Spur geschwunden ist jedoch das eben noch so taut betonte Friedcnsbedürfniß, in Äolssgier verwandelt sich die Lammesgeduld, zum Adlerblick und zu Fnchseslisi entwickelt sich die Taubeneinfalt, wenn cs sich nm die vermeintliche Verletzung auch des geringsten eigenen Rechtes, nm die Vertretung des noch so unberechtigten eigenen Interesses handelt. Da werden die. Leidenschaften wach in des Menschen Brust und der Sturm der Leidenschaft niacht ihn blind für die Ertenntniß des Unheils, das er anstiftet, blind für die tödttiche Gefährdung auch der heiligsten Interessen, und macht ihn taub für die Stimme des Gewissens. Ein solches mächtiges, wenn auch in den meisten Fällen ganz unberechtigtes Interesse. glaubt der Ehrgeiz zn vertreten und die ihm nahe verwandte Ehrsucht. Dieses Streben, das eigene Können und Wissen in ein möglichst Helles Licht zn setzen, die eigene Person eine Machtstellung in dem großen oder kleinen Kreise einnehmen zu lassen, in der sie dessen Leitung in Händen hat, und der sic alles Gute, das erstrebt, alles Heilsame, das erreicht, alles Wohlthätige, das geschaffen, alles

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