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Jeschurun · 1883-06-28 · Heft 26 (28.6.1883) · p. 403

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 26 (28.6.1883)
Article
Opposition muß sein!
Date
1883-06-28
Page
403 (sequence 3)
Language
German
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403 ein Scheindasein als solche fristen. Denn in Wirklichfeit bildeten ja jene zwei ״Parteien," wenn man ans ihr religiöses Bekenntnis; sieht, — und daß dieses das für das Vorhandensein einer Rcligionsgemcinde einzig ansschlag- und maßgebende Unterscheidungsmerkmal ist,! dürfte wohl auch von dem fanatischsten Gemeinde- Unitaricr nicht bestritten werden — längst zwei Gemeinden mit einander diametral entgegengesetzten, einander vollständig ansschlicßenden Bekenntnissen. Eine grundsätzliche Opposition iitnerhalb einer solchen Scheingemeinde ist eben deohalb ans beiden Seiten nichts als das mit Nothwendigkeit sich geltend machende Streben, Dasjenige auch formcfl zu scheiden nnd dadurch zu friedlichem Ncbcncincmdcrsein zu befähigen, was im eigenen Gewissen wie im äußeren Thatenleben vor Gott, in vollständig getrennte Konfessionen geschieden, längst auseinander getreten war. Die ttatnrgeschichtliche Betrachtung aber der bloß angeblich ״grundsätzlichen" Oppositionen, die im Kreise wirtlicher jüdischer Neligionsgemeinden seit Jahrtausenden so vielfach aufgetaucht sind und so nitendlich viel Unheil gestiftet, den Gcmcindesrieden untergraben, Familien anseinandergerissen und dem Gedeihen des Genteindelebcns so schwere, oft unheilbare Wunden geschlagen haben, sei einem besonderen Artikel Vorbehalten. 5.7',. ADillM'isIitit. Bon Samson Raphael Hirsch. VII. Gerechte und Nngerechte. (Fortsetzung.') Als Gegensatz zu הנפה keimt Misere Spruch- Weisheit nur אולת, während sich ihr die der Weisheit abgeivandten Karaklere als פתים ,אוילים ,נפילים, darstellen, deren Unwcishcit eben nur in dem einen gemeinjainc-n Begriff אולת ihren Ausdruck findet. אילת, von איל. der Wurzel von אילי vielleicht, und verwandt mit אפל, Dunkelheit, bezeichnet einen durch Weisheit nuerleuchtet gebliebenen und zi!r lichten Erkenntniß des Wahren nicht gebrachten Geisteszilstand. Wir können ihn nur mit Ünwcisheit, Umvissenheit, so wie אייל mit Uiiweiscr, Unwissender wicdcrgcbcn, cs fehlt uns ein ganz genau entsprechender Ausdruck. נםיל wofür wir nur den Ausdruck Thor haben, ist kein Geistesschwacher, sondern der in irriger Ansicht Befangene, der seinen Ansichten mit einer die Ergebnisse der Weisheit vcrachtenden, ja schwächeiiden Verblendung anhängt. פתי ist der, der aus Mangel an Erfahrung und Belehrung, jedem äußern Eindruck und Einfluß offen steht, der Unerfahrene, Unbclehrtc. Außerdem fommt noch לץ als Feind der הנמה vor, der alles Weise, sittlich Hohe und Edle mit frivoler Ironie verspottet, nnd בער, dessen Gcistcsvermögcn auf!iiedrigcr, fast thierglcicher Stufe stehen geblieben. Alle diese als Gegensatz zur הנפת verkommenden Ka rattere der Thor heit, sind keinesivegs angeborene und unheilbare Geistesschwächen, vielmehr gereichcil ihnen ihre geistigen Unvollkommenheiten zu sittlichem Vorwurf. Bemerkenswerth ist, daß der in קהלת so gewöhnliehe Ausdruck פנל niid סנלות für Thor und Thörhcit in פתילי gar iiicht vorko.mmt. פנל, ja fast wie תנל, bezeichnet wohl eine auf Abwege gerathenc spekulative Geistcsrichtnng, die daher dem sittlichen Gebiete fern ist, auf welchem sich vornehmlich nnscrc Sprüche bewegen. * דעת ,תבונה ,הנפת werden auch von Gott ausgesagt, ja, sie sind in voller, wahrer, eigentlicher Wahrheit nur Gottes nnd was von diesen höchsten geistigen Gütern ein Aiitheil des Menschen wird, ist nur ein unendlich schwacher Nachhall göttlicher תבונה ,הנפה und דעת, durch sic ermöglicht itnd aus ihnen geschöpft. Ist alle Weisheit mir das der Weisheit entsprechende Wissen von bent Wesen und der Bestimiiinng der Dinge, darin inbegriffen auch vor Allem von dem Wesen und der Bestimmung des Menschen, so ist es ja Gott, von dem eben das Wesen nnb die Bestimmung der Dinge, das Wesen und die Bestimmung des Menschen stammt, der in ihnen eben seine Weisheit bekundet und mit dem Geist von Seinem Geiste, den Er dem Menschen eingehancht, ihm eine Fähigkeit gegeben nnd in ihm das Streben geweckt, den Spuren seiner Weisheit in dem Wesen und der Bestimmung der Dinge, die ihm in der geschaffenen Welt, so wie in dem Wesen und der Bestimmung des Menschen, die ihm in dem von Ihm gesprochenen Worte vorliegen, benfenb nach;!!- forschen. Es ist eine und dieselbe Gottes-Weisheit, die ans den Werken seiner Schöpfung wie ans den Worten seines Gesetzes zu uns spricht. Gott hat mit Weisheit die Erde gegründet, Den Himmeln mit Einsicht ihre Nichtmig gegeben, Durch sein Wissen brechen Flnthen ans der Tiefe. Und triefen Wolken Thau. (K. 3, 10, 20.) Wenn der Menschengeist die Weisheit zu erspähen versucht, welche die Erde nnd ihre Entwickelmig begründet; wenn er Einsicht in die Einsicht zu gewinnen strebt, welche die Beziehungen der -Himinelswelten zu einander geregelt, nach welchen sic Stellung und Bahnen einander gegenseitig bedingen; wenn ihn der Gedanke an das bent Besonder!! fürsorgende Wissen erhebt, das an! bestimmtenErdpurikten Fliithen ans dcrTicfe in Duellen, | Bächen, Flüssen und Strömen Hervorbrechen ließ und! damit bestimmte Erdstrecken zu fruchtbaren Wohnstätten nmschnf, die wie so aus der Tiefe, so auch mit Thaueöj srijchc aus den Wolkcnhöhcn getränkt werden; so ist es 93243

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