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Jeschurun · 1883-06-28 · Heft 26 (28.6.1883) · p. 401

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 26 (28.6.1883)
Article
Opposition muß sein!
Date
1883-06-28
Page
401 (sequence 1)
Language
German
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M 26. W Vv׳ in Hans, Gemeinde und Schule. Scgriimlei von ©fllltfou Siflpljflcl Hirsch, ün&fmipr 11. ^srnrfiliMirn JicPiflionsgefffffifiaft 311 itcmllfiirt a. Nene Folge. Erster Jahrgang. HcrcmSgcgcben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Ahnte Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemeutSpreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 JC. r>0 .*$ l'״r das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhand« lung zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 J6. oder 7 (Aulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreichfür 1t JG oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25.*$ s. d. :;gespaltene Pctitzeilc oder deren Naiun bcrcchuct. — Gxpe diti on: Hannover, Theodorstr. 5. An schleimigste Erneuermig des Abonnemettts vor dem 1. Juli, nnmcittlid] bei der Post, wird erinnert. Ale Erpedttion des ״Jeschttrun". ״ODolltioil muß fmi!“ 1. ״Opposition ist der Sauerstoff der politischen und sozialen Atmosphäre. Ohne Opposition stagnirt alles öffentliche Leben, cs tritt eine allgemeine Vcrsnmpsung der Verhältnisse ein, und Pcrsoncnkultus, Autoritätsglaube, Nepotismus, Klignenwirthschast und sdorruption sind die unausbleiblichen Folgen. Das gilt vom jüdischen Gemeindclcben ebensogut wie vom Staatsleben. Kur; — Opposition mus; sein!" Das ist auch eines jener Worte, die sich stets zur rechten Zeit cinstellen, wenn die — Gründe ausgehen. Wein, der mit Liebe und uneigennütziger Hingebung rein nur um der Sache willen sich um die Besserung der Perhältnisse seiner großen oder kleinen Gemeinde bemühte und dem wüsten Treiben ehrsüchtiger Agitatoren entgegen zu wirken strebte, wäre dieses Dogma nicht schon entgegen gehalten worden! Wagst du es den Stier bei den Hörnern zn fassen, das heißt im gegebenen Falle, gelingt eS dir, den?Führer der Opposition dazu zn bringen, daß er dir Stand hält, und du fragst ihn, wenn auch nur unter vier Augen, — denn öffentlich wird er auf diese Frage nie eine bestimmte Antwort geben, vielmehr immer mit allgcmttncn Phrasen auszuweichen wissen, — waS er denn eigentlich wolle, und hast du dann mit leichter Mühe alle seine Scheingründe, seine angeblichen Beschwerdcn und seine vorgeblichen BerbesserungSpläne zerpflückt und ist dann unter der erbarmungslosen Logik der Wahrheit das ganze Posakostüm, in das er sich zu drapiren wußte, Stück für Stück zu Boden gesunken und lachen dir aus dem entlarvten Posa die lieben wohlbekannten Züge des alten seligen Korach entgegen: — so wird der Moderne, unähnlich dem Alten, nicht einmal vor Scham in die Erde sinken, vielmehr unentwegt die Pose nicht verlieren und mit einem ״Opposition muß sein" für sich wenigstens die Chelbena- Nolle im Kctoret in Anspruch nchnlcn. So das Haupt. Und sprichst du mit den bcthörtcn, übrigens aber wackeren und wohlmeinenden Gliedern und redetest mit Engelzungen, um sie über die unwürdige Nolle, die sie spielen, über das Verderbliche und Verwerfliche der Bestrebungen aufznklären, denen sie ihren Beistand leihen — und hättest du glücklich alle Verschanzungen

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