Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 25 (21.6.1883)
- Article
- Die Preßburger Talmudschule
- Date
- 1883-06-21
- Page
- 390 (sequence 3)
- Language
- German
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390 Eingeweihte, wollen nämlich wissen, jener bekannte Aussprnch unserer Weisen, man dürfe nicht הורה lernen, um sic dann praktisch, wie ein קרדום להפור בה vcrwcrthcn zu können, bestimme den Rabbiner, die nach praktischer Nealisirnng gerichteten Bestrebungen der Schüler nicht allzusehr zu fördern, damit deren Sinn nicht vorwiegend ans die nützliche Seite des Studiums gelenkt werde. Aber, müssen wir da unwillkürlich fragen, — haben sich denn nicht bereits viele Autoritäten dahin ausgesprochen, dag diese These der Weisen für unsere Tage die Rechtskraft verloren hat? Das; cs vielmehr gegenwärtig die heiligste Pflicht eines jeden Jehndi, dessen Herz in ungcheucheltcr Liebe zu Gott und der heiligen Sache des glanbenstrcucn Judenthums erglüht, ist, insofern er nur immer die talmudische Oualisikatiou dazu besitzt, sich an die Spitzen der Gemeinden zu stellen, damit den allerorts sich ausdrängcndcn מחבלי הכרמים die Möglichkeit benommen sei, weite Volkskreise zu insizircn; das; nunmehr jene längst verheißene Zeit angebrochnt ist, wo: הפש איש באחיו בית אביו\ wo ein jeder noch im väterlichen Hanse althergebrachter Tradition Weilende sich gedrungen fühlen muß, an seinen ihm gleichgesinnten Bruder den Aufruf ergehen zu lassen: שמלה?*בה du, dem sich das königliche Gewand der הורה*) noch um die Glieder schlingt: קצין הה יה לנו — du mußt cs als deine heiligste Pflicht betrachten, unser Oberhaupt zu werden, והמכשלה הזאה ההה "דך, damit du mit thatkräftiger Hand jenem überall wahrnehnibaren Verfalle steuern und dein raschen Rollen auf dem abschüssigen Wege zur moralischen Versumpfung und Versunkenheit Einhalt gebieten fountcft I .. -Fovlsktzuiig folgt.; ד Siche .ר״ש״י ישעיה נ פסוק ו״ : 5?vllektiv-Berrchte nn$ Uiugarn. X III. Der ungarische Unterrichtsminister Herr T rs!>rt hat dem ltugarischen Kultusminister Herrn Tre fort etwas abgcguckt; oder richtiger, der Unterrichtsminister giebt in feinem aller!üngsten Erlasse einen crschöpsendcn Kommentar zu dem jüngsten Erlasse des Kultus- Ministers. — — — Verschiedene Wege und gleiche Ziele! Der kultusministcriellc Erlaß ist den Lesern dieses Blattes aus uuserm früheren Artikel bekannt. Wir haben wohl das Verlangen des Kultitsministcrs als vollkommen berechtigt anerkannt, konnten aber dennoch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß dem Erlasse eine mehr als gewöhnliche Bedeutung bcigelcgt werden kann. Diese Vermuthnng findet in dem au den Königlichen.Schulinspcktor des Prcßburger Kouiitates gerichteten Erlaß des Untcrrichtsministers vom 30.Mai ihre vollkontmcnc Bestätigung. (Derselbe ist den Lesern dieser Zeitschrift in Nr. 24 im Wortlaut mitgctheilt worden.) Die Nothwcndigkeit der Reorganisation unserer Jcschiboth ist evident, und wir haben für dieselbe auch schon zu wiederholten Malen plaidirt. — Im ersten Augenblick könnte utau glauben, der erwähnte Erlaß sei geeignet, dieses Ziel unfever Sehnsucht zu fördern, und wir sollten Herrn von Trefort für diese scheinbare Vorschubleistung unfern Dank votiren. Jedoch, wie so oft in! Leben, so trügt auch hier der Schein. Diese Expektoration des Königl. Ministers hat ungleich mehr geschadet als genützt, und — wir wollen den ntildcstcn Ausdruck gebrauchen — der unsanfte und mürrische Ton, welcher diesen Erlaß durchweht, so wie auch der nicht besonders staatSmännische Takt der bangemachcndcn Drohung, sind traurige Belege dasür. — בי לא מחשבותינו מחשבותיו ולא דרבנו דרכיו. Wenn wir der Rcorganisation der Jcschiboth das Wort reden, jo leiten uns hierbei warme Sympathien für die jüdische Orthodoxie, mit welcher wir mit jeder Fiber und Faser unseres Seins eng verwachsen und verwebt sind. — Herr v. Trefort aber war den Orthodoxen nie hold, er hat uns nie mit freundlichen Augen angescheit. — Sed in ore sunt oninia, ima<ro animi vultus est: indices ocnli! Und gar viele Dinge sprechen dafür, daß der Minister Trüsort von den Theorien des einstmaligen Professors Trefort, welche dieser in einer bckannten akademischen Vorlesung ausgestellt hat, sich nie und nimmer einanzipireu kann! Leitdent Herr v. Tröfort das Portescuille des Kultus- und Unterrichts-Ministeriums innc hat, haben wir schon sehr trübe Erfahrungen durchmacheit müssen, und es ist daruttl auch gar nicht Wunder zu nehmen, daß die ungarisch-jüdische Orthodoxie jedesmal nervös wird, so oft Herr v. Trcfort das ungarische Israel mit einem Erlasse beglückt. Doch wir wollen bei dcut Gegenstände bleiben und den ״Erlaß mit seinen tiatürlichen Konsequenzen" einer kurzen Analyse unterziehen. (Fortsetzung folgt.) Aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. (Nach einer wahren Begebenheit) Ariedrich ZloLt. I. (Alle Ncchtc vordchallci^ (Fortsetzung.) Die Kranke stieß einen gellenden Schrei aus und preßte beide Hände auf das Herz. Angstvoll blickten beide Kinder zu ihr auf. ״Ich werde doch intmer brav sein, Mutter," bcthcuertc Jakob, ״immer, immer werde ich brav sein." Die Ungkücklichc rang nach Worten; eS kostete sic unsägliche Anstrengung, bevor sic eines hcrvorbrachte.