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Jeschurun · 1883-06-21 · Heft 25 (21.6.1883) · p. 388

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 25 (21.6.1883)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1883-06-21
Page
388 (sequence 3)
Language
German
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388 werthen Zustand Derer ins Helle Licht zu setzen, die Jünger der Unweisheit und Thorhcit geworden und geblieben. Das geistige Vermögen, welches im Erwerb und Besitz der Weisheit sich bet heiligt, ist unfern Sprüchen שנל, der Verstand, gewöhnlich aber nach dem Organ des geistigen Vermögen לב, das Der;. Das geistige Gebiet, als dessen Herrscherin הנמה, die Weisheit erscheint, umfaßt aber nach unseren Sprüchen neben nnd unter הנמה noch: הבונה und בינה, Einsicht und Einsehen, דעה, Kenntnis;, Wissen, עצה, Plan, Vorsatz, מימה, Uebcrlcgung, ערמה, Klugheit, החבולה, Kambination. Habe ich z. B. das Verbot לא החמוד, du sollst nicht gelüsten mir angeeignet, so habe ich einen Ausspruch der הנמה in mich ausgenommen. Habe ich mich bemüht, in die Motive und Folgen dieses Aussprttchcs cinzudringen, habe ich mir beispielsweise gesagt, Lüsternheit nach Verbotenem ist schon an sich eine Trübung der sittlichen Lauterkeit und führt in ihren Folgen unabweisbar zum wirklichen Aucigncn nnd Genießen verbotener Güter und Genüsse, ich somit das Verbot לא החמוד übertreten würde, selbst wenn ich den lüstern erstrebten Gegenstand bezahlte, so habe ich בינה geübt und הבונה gewonnen.. Bringe ich mir nun die einzelnen Erwerbs- und Genusses Gegenstände und Arten, so wie die einzelnen ans sie gerichteten Begchrnngsvermögcn zum Bewußtsein, so habe ich דעה geübt und ntich mit דעת bereichert. Erzeugt dies Alles in mir den Vorsatz, mit Ernst die Aufgabe לא החמוד zu erfüllen, so ist dieser Vorsatz: עצה, und מימה das überlegende Nachdenken, wie ich mein Verhalten cinznrichten hätte, um diesem Vorsatze treu zu bleiben. Komme ich nun auf dem Wegs dieses Nachdenkens zu der Ueberzcngnng, um diesem Vorsatze treu zu bleiben, genüge cs nicht, die Lust nach etwas Sehlechtein zu unterdrücken, sondern, damit dies mir gelinge, müsse ich selbst die Nähe alles Dessen meiden, das eine schlechte Lüsternheit in mir wecken könnte, ja ntüßte ich mich selbst in Entbehrung und Versagung selbst erlaubter Genüsse üben nnd dadurch die so uothwcudige Herrschaft über mich selbst und mein Bcgchrungsvermögcn gewinnen nnd stärken, so ist cs ערמה, die sittliche Klugheit, die mich diese Selbstbcschränkung und Selbstunrzämnung lehrt, nnd ist eine Begierde in mir so stark, daß ich mehrere Selbstbcstimmungcn und Gestaltungen meiner Lebensweise verbinden muß, um mich zum Siege über die Begierdezu führen und sic nicht zur Leidenschaft werden zu lassen, so habe ich ganz so ההבולוה, einen kombinirten Schlachtplan zum siegreichen Bestehen eines inneren Kampfes entworfen und ausgeführt, wie man mit ההבולוה einen äußern Feind bekämpft und besiegt. נבון ,הנמ und ערום sind die Karattere, die sich auf dem Wege dieser geistigen Bcthätigungen bilden. .Forts. f.) Die PrH1!M £״!!!,»Muk. Bon §. B. Roscichain. Hl. i Fortsetzung.) In dieser außerordentlichen Studienzeit, da die strebsameren Jünglinge, die sich in heiligem Ernste ihrem Berufe widmen und cs verschmähen, ihre Namen dort nennen zu hören, wo von den Löwen der An*) und Promenade die Rede ist, ein stndiengeweihtcs Eremitenleben in der Klause ihres Stübchens führen, werden die Pausen zwischen Mincha und Maariw mit einer Lebhaftigkeit ausgefüllt, die mit überzeugender Evidenz die Thatsachc verbürgt, daß mtsere orientalische Lebhaftigkeit in Denken und Handeln, trotz tausendjährigen Vcrharrens im nördlichen Winterfroste, noch keineswegs gewichen ist. Sollten etwa die Scheiter- Haufen, mit denen man uns von Zeit zu Zeit cinzttheizen pflegte, uns vor Frostschaden bewahrt und unsere Lebensgeister bis auf den heutigen Tag warm pulsircud erhalten haben? — Bekanntlich ist das Gcselligkeirsgefühl in der Brust des Menschen, der unwiderstehliche Hang nach Verkehr mit ähnlichen Wesen, das mächtigste Gefühl des menschlichen Geinüthes, welchcut direkt oder indirekt alles Edle und Schöne entstammt, wodurch das Herz des Menschen geadelt und zur Perle der Schöpfung gehoben wird. Unter dem Einflüsse dieses Gefühles hat cs daher der große Humboldt ausgesprochen, daß mitten in den uuermeßlichen Prairicn Amerikas, mitten int wundervollen Labyrinth des Urwaldes, der Anblick eines ihm ähnlichen Wesens nichr sein Herz bewegt habe, als alle majestätische Erhabenheit der Natur. Ein edler Mensch fühlt daun erst die volle Secligkcit einer. Freude, wenn ihm der Abglanz seines Glückes von einem thcilnehmeltdcn Antlitze eutgegeustrahlt und der nicderbeugendc Schmerz verliert seine Macht, wenn er sich im klaren Krystall einer Freundesthräue wiedcrspiegclu kann. — Besonders aber tritt das Bedürfniß nach Menscheuverkehr bei solchen Menschen auf, die gewohnt sind, den Werth ihrer geistigen Errungenschaften auf dem Gebiete des Forschcns von dem Verdikte objektiv urthcilcndcr Genossen abhängig zu machen, wie dies doch im Bereiche aller Wissenschaften überhaupt, in so umfassender Allgemeinheit aber nur beim Talmndstudinm der Fall ist. Zur Zeit, wenn regelntäßige Vorträge gehalten werden, geschieht der so uothwendigc und nutzbringende Ideenaustausch der בהורים kurze Zeit vor und nach Abhaltung derselben. Im anderen Falle wird die Sammelzeit der Abendgebete benutzt, die Er gebuisje des Tages zu besprechen. Aber was für eine Besprechung ist das! — Streitbare Gruppen erfüllen ') Ein am jenseitigen Donauuser gelegener öffentlicher Park.

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