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Jeschurun · 1883-06-21 · Heft 25 (21.6.1883) · p. 385

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 25 (21.6.1883)
Article
Eine Zizit-Mahnung
Date
1883-06-21
Page
385 (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang, Hannover, den 16. Li Wan .?64S. LI^Juni 1883. .12 25. oll^sllslljriü rderung Mischen Geistes und Mischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. ßcpiiitlii von ®mufoti diaphael Hüsch, im&ftiiifr 11. clsrnffilil’ififH .flffijiioiisßfFfll’flnfl ZN frniilfurt n.JÜ Neue Folge. - Erster Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnenicntsprcis bei allen B ostanst alten und Buchhandlungen 2 M '0׳ für das Vierteljahr. Der Buchhandel, verkehrt durch die Helwing'sche Berlagsbuchhandluues;n Hannover. — Die Hrpediiiou versendet auch direct und franko unter Zlreifband den Jahrgang für \2 Jt. oder 7 Gmlden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 11 JCx oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — A n; eigcn lverden mit 25.F f. d. :;gespaltene Pctitzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Thcodorstr. 5». Llllk N"^^-WllIi1uillS. Der Sterblichen sind nur wenige, welche niemals der Unznlünglichkeit ihrer Kraft imic geworden, niemals die Kluft geschaut haben , die zwischen ihrem Wollen und Können, ihrem Streben und Erreichen gähnt. Ans der Wahrnehmung der engen Grenzen, welche der menschlichen Kraft gezogen sind, ans der Erkenntniß der Dhnmacht entspringt jene kleinmüthige Verzagtheit, welche des Menschen Thatlraft lähint lind ihn die Hände in den Schooß legen lägt, wo die Aufforderung zum Handeln an ihn herantrilt. Er überschätzt die Hindernisse, welche sich ihm entgegensrellen, er verliert das Bewußtsein auch der ihm verliehenen straft, er wird müde uild schlaff, verzagt und feige und läßt lviderstandlos über sich ergehen, was das Geschick ihm Widriges bringt. Er hat den festen Halt eingebüßt und wird znm Spielball der Wogen, welche sein Gebensschiff nlnspülcn. Wie viele Existenzen gehen durch solchen Kleinmuth zu Grunde, wie vieles Gute und Heilsame harrt vergebens seiner Verwirklichung wegen dieser Verzagtheit, wie viele edle Keime bleiben unentwickelt und verkümmern in Folge derartiger Mnthlojigkeit. So im ^ebcit des Einzelnen, so im Leben der Völker. Die Quelle dieses verhangnißvollcn Kleinnuiths ist aber der Mangel an richtiger Erkenntniß derjenigen Potenzen, von welchen das Gelingen der meitschlichen Bestrebungen bedingt ist, und die fehlende Einsicht von der wahren Macht und Größe der uns umgebenden Gewalten. Wenn wir lediglich den Eindruck, welchen die Dinge auf unsere sinnliche Wahrnehmung machen, znm Maßstab ihrer Bedeutsamkeit nehmen, und unS abhängig wähnen von eben diesen als groß und gewaltig erkannten Mächten, dann freitich erblicken wir überall unüberwindliche Hindernisse, dann begegnen wir auf jedem Schritte nnnbersteiglichen Bergen, dann sehen wir uns in jeglichem Augenblicke Niesen gegenüber, mit denen einen Kampf zu wagen uns Wahnwitz dünkte. Die sinnliche Erkenntniß und Wahrnehmung aber vernüttelt nicht die wahre Erkenntniß und das rechte Urtheil. Sie haftet nur an der äußern Erscheinung der uns umgebenden Welt sowohl wie unseres eigenen Ichs. In dieser äußern Erscheinung erschöpft sich jedoch das Wesen der Dinge nicht; sie ist nur die Form, in welcher die unsichtbare Kraft, das eigentliche Wesen, auch dem sinnlichen Verstände sichtbar wird. . Nur auf dein Grunde des Gottcsbcwnßtscins, nur an der Hand des geoffenbaiten Gotteswillcns gelangen wir zürn rechten Verständnis; des wahren WcrtheS, der wahren Größe, der wahren Bedeutung nnserselbst und der.Erscheinungen in der Natur und Merrschcnwelt. Dann enthüllt sich uns in der Natur das allmächtig waltend״ Gesetz

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