Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1883)
- Article
- Acher und seine Epigonen
- Date
- 1883-06-14
- Page
- 369 (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang, M 24. 1S(1uIpu$tI}nff m* Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Gemeinde rnrd Schule. d3eflrü!ult’l von ©fllltfoil Naphacl HNlch, iiiiGGiw'r 11. Üsrnrfififificn Jlffijiionsßffffffifinft 31t drranlfurt a.il. Neue Folge. Erster Jahrgang. .Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asunc KirslH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemcntsvreiS bei allen Bostanstalten und Buch Han dl!tilgen 2 J(\ 50 ,*5 snr dao Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Perlagsbnchhand« lnng zu Hannover. — Die lvxpediiion versendet auch direct und franko unter Ztreisbaud den Jahrgang für 12*46 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, snr l-t J6. oder 1B Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen luabni lmt 25.״j s. d. .׳;gespaltene Pe!il;eitc oder deren Raum berechnet. — Expedition-. Hannover. Theodorstr. 5. Aßjer iiiil) feine. EMnnen. Wenn wir am Schabnothfcstc im (Reifte ben ] crljabcncit Augenblick, in welchem Gott der Menschheit! die Gebote Seines Willens knnd gab, durchlebt haben;! wenn wir mit unseren Vätern den ^inai umstanden! und uns gleich ihnen zn der geistigen und sittlichen! -Höhe emporrangen, ans welcher wir nur den einen j Gedanken;11 denken vermögen: Gottes Gesetz;n erkennen, j nur für den einen Entschluß Kraft finden: Gottes Gesetz zu ersüllen, — und das Erkennen und Befolgen des göttlichen Willens uns als das einzige Ziel all unseres Strebens und die einzige Glückseligkeit des dies- und jenseitigen Gebens erscheint — — und min von dem Ehorebgipfel hinweg unseren Blick in die Gegenwart lenken, in das gewöhnliche, alltägliche Dasein, so drängt sich uns die Frage ans, woher der gewaltige Abstand zwischen dem Ideale und der Wirtlichkeit, zwischen der Thora und Israel^ Freilich wissen wir, daß das Gesetz Gottes, berufen die Menschhut sich zu unterwerfen, zunächst den Menschenstamm zum vollen und ganzen Gehorsam zu erziehen, gesendet ist, welcher gewürdigt worden Träger desselben zu sein. Denn nicht ans diesem Volke stammt die Thora, sie ist nicht das Produkt des Geistes seiner großen Männer, Moses, der große Führer und Lehrer Israels, ist mit Nichten ״der Gesetzgeber der Israeliten," — sondern ail dieses Volk ist das Gesetz Gottes herangctreten ans .Himmelshöhen; von Gott ist es ihm und Moses geosfenbart worden; *?וירד משח א העם erst nachdem Moses zum Volke hinabgegangcn war, וידבר אלקים את בל הדברים האלה, erst dann ״sprach Gott alle diese Worte." Und wir wissen es, wie dieses Gesetz und diese Lehre Gottes fortwährend zu ringen hatten mit des Volkes starrem, ungefügigem Sinne, von dem מעשה הענל, von der noch im Anblick des flammenden Ehoreb vollsührten Versündigung der Schaffung eines goldenen Idols an, bis nuf den hentigcn Tag hinab. Wie das Samenkorn, in den Schoos; der Erde gelegt, nur langsam und allmälig seine Keimkraft entfaltet, also reift das in den Lchooß der Menschheit gesenkte Samenkorn der Thora nur langsam und all-! mälig. . Des Winters Eis, des Herbstes Sturm und > Negen, des Sommers Sonnenbrand, des Pfluges Messer! und der Egge Stachel haben an dem Boden zu arbeiten, j auf daß der Keim in ihm gedeihe. Ebenso arbeiten die Schicksalsschläge an dein Boden, aus welchem j dereinst das Gesetz Gottes als der mächtige, die! Menschcnwelt beschattende Baum erstehen und unter ן ihm bie gcsammte Menschheit sich schaaren wird. Die