Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1883-05-31 · Heft 22 (31.5.1883) · p. 339

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 22 (31.5.1883)
Article
Der "zählende" Semite
Date
1883-05-31
Page
339 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2932996-2933018-2952971--12676-2953008
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

339 lenken, bis in die Erinnerungen der Jugend und des zartesten Kindesalters, überall, in der Kinderstube und am Familientische, zu Hanse und auf Reisen, bei fröl)lid)C11 Spielen in Wald und Flur, bei heiteren Ausflügen über Berg und Thal, bei der ernsten Arbeit im füllen, traulichen Heim, in all den souueubeglänzten -Höhemomcntcn und in all den Augenblicken ernsten Ergrisfcuseius, in allen Stnnden, die der Erinnerung nimmer entschwinden, ans allen Stadien ihrer Ent- Wickelung, überall dieselben hehren, freundlich milden (Gestalten an ihrem Lebenswege als beuchte und Wegweiser im Geiste (gegenwärtig erblicken.- Aber auf Wiedersehen? Glückliche Illusion der Fugend! Wie bald schon wird dir diese Regung unbegreulich erscheinen! Wie rasch wird dieser Eindruck schwinden und die Erinnerung verblassen und wirst du vielleicht nur noch titt Lächeln haben für diese Erinnerung! Tenn zu groß isr die Macht der Vorurtheilc, die dich seit frühester .Kindheit umfingen und unter deren Banne du athmest.- Wir aber, die wir das Glück haben,׳ in einer anderen Atmosphäre hcrangewachsen zu sein, wir wollen diese Tage zählen, wie unsere Eltern sic in treuer Lebensarbeit gezählt haben und zählen, und wollen die Lehre dieser Zählung beherzigen und sie bethätigeu in rastloser Arbeit an uns selber in dem ächten, in Wahrheit alljüdischen Sinne, wie unsere Eltern uns durch Wort und Beispiel gelehrt. Dann, und nur dann werden wir unseren Kindern das sein, was unser Väter und unsere Mutter uns waren imd sind, und wir werden das Glück haben, unsere Kinder heraublühen zu sehen von dem Sesirah - Geiste durchleuchtet, von dem Seürah-SilN'.c getragen, mit einem Worte: unsere Kinder als Kinder unserer Eltern. — M. Ick., am dritten 0jar 5643. Meiispitgtl oder Kl() ucrieutlMtc, heutzutage noch geltende, den Verkehr der Juden urit den Christel! betreffende Gesetze der Juden; mit einer die Entstehung und Weitereut- Wickelung der jüdischen Gesetze darstellcuden höchst intercisnuteil Einleitung. Von!)!. Justus, speeuli opitex in Inmine veritatis. Paderborn 1883. Druck und Verlag der BouisaeiuS-Druckerei. (96 3.) Wunsch bclcudjtct von Rabbiner 1)1• Gngcnhci m cr in Kolin. iSchliiß.Z In der oben erwähnten Bestimmung, nach der es den! Inden gestattet ist, dem 1יי id)tjuben auf Zinsen Zu borgen, (wie es ja auch gestattet ist, aus Geldvorschüsscn, die man dem Juden zu gemeinschaftlichen Geschäft Suntcr wehmütigen gegeben, unter den gesetzlich festgestcllten Normen einen Gcwinnstthcil zu beziehen) kann daher unmöglich eilt Widerspruch mit der auch gegen Nichtjuden gebotenen strengen Rechtlichkeit gefunden werden. Dies war auch dem Verfasser des ״Judcuspiegel" wohl bekannt, und darum hat er sich veranlagt gesehen, das ״Darleihen auf Zinsen," ivovon in der zitirten Stelle die Rede ist, durch — ״Wuchern" zu übersetzen. Er konnte ja mit -Sicherheit hoffen, hierdurch bei seinen Lesern die Meinung zu verbreiten, daß den Juden durch ihr Neligionsgcsetz der Wucher mit Ehristcn erlaubt, ja sogar als ein ״gutes Werk" empfohlen sei, wie er auch darauf rechnen konittc, daß dem Pitblikum, für das er geschrieben, nicht bekannt ist, daß die ״Gesetz 100" mit gesperrten Lettern gedruckte Begründung sich in dem Schriftthum, aus dem er seine 100 ״Gesetze" ausgchoben zu haben vorgicbt, nicht findet, und daß über die Bestimmung, auf die sich dieses letzte ״Gesetz" bezieht, wie aus den Nesponsen des Jakob Ha-Lewi Nr. 223 und aus הלקה נזהוקק und ב״ש zu Eben Ha-Escr 1, 7 hervorgeht, unter den Gesetzeslchrern eine im ״Judcnspicgel" völlig ignorirte Meinungsverschiedenheit besteht. Doch können alle die frechen Erdichtungen und Verleumdungen, die der Verfasser des ״Jndenspiegel" in seinen Enthüllungen an häuft, nicht bcfrcntden, wenn mau Dasjenige liest, wozu er den auf dem letzten Druckbogen ״nach Gesetz 100 noch freien Raum benutzen zu sollen geglaubt," tim ein Wort über die jetzt so viel ventilirte Frage anzufügen, ״ob bei den Juden die Ermordung eines Ehristcn zu gottesdienstlichen Zwecken erlaubt sei oder nicht." Er giebt 3. 93 zu, daß sich im Talmud und Schulchan aruch kein Gesetz findet, wodurch die Erntordung eines Ehristcn zu rituellen Zwecken vorgcschrieben oder als erlaubt bezeichnet wird, sucht sich aber den Anschein zu geben, als ob er auch ״in das Studium der Kabbala" ciugcweiht sei, und verweist, nachdein er beinerkt, daß ec sich mit der erwähnten Frage ״objektiv" befassen wolle, auf ein in Jerusalem erschienene^ ״ Sevher-Halkuthem," worin sich Pag. 156 seiner Angabe nach folgende Stelle befinden soll: ״Es steht in der heiligen Schrift (Sprüche 30, 19): Der Weg eines Mannes zu einer Jungfrau, (cs sind dort in der Bibel drei Dinge genannt, von denen cs heißt: Drei Dinge sind mir zu wunderbar und das vierte (in folgendem Verse ist dieses vierte bezeichnet mit: ,Des Mannes Weg zu einer Jungfrau*) verstehe ich gar nicht. Was meint die heilige Schrift damit? Der Sinn ist in kurzgesaßten Worten folgender: ES ist wunderbar, daß das Jungfraucnblut der Unreinen, der Klipoth (der ׳Nichtjüdinnen) dem -Himmel doch ein so wohlriechendes Opfer ist. Ja, nichtjüdisches Jungsraucnblut zu vergießen, ist ein ebenso heiliges Opfer,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.