Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-05-17
- Page
- 309 (sequence 1)
- Language
- German
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309 $nlo!u0uifrijf ZMlhmishtit. Bon 3amfon i)?a0fiacl Hirsch. VII. Gerechte und Nugerechte. sZorrictzung. Die Gewißheil aber, daß jedem gerechten, reinen Zlreben Gorr nahe ist, mach! gesetzestreue Pflicht gerechtigkcit zugleich zu einem reichen Schatz lohnenden Lebensglückes. Die auf die Erhaltung und Forderung alles Guten gerichtete göttliche Wallung sicher! nicht nur dem Gerechten Schutz und Rettung, Gedeihen und Fortblühen im ZukunftSheil der Rachtonunen. wie trübe auch manche Gegenwart sein äußeres Glück gestatten möge, sondern unabhängig von jeder äußern Lebensstellung ist der gerechte Wandel an sich schon beglückend, und eine gedankenlose, nur nach dem äußern schein urtheilcnde Wett ahnt nicht, welcher Friede und welche beglückende Seligkeit in der Brust und in der Hütte eines an äußern Lebensgüiern ärmsten, vom Zchicksal verfolgten Gerechten wohnen kann, und wie die glänzendste, vom Glücke begünstigte Prachlerscheiuuug des pflichtvergessenen Ungerechten von allem Diesen das Gcgenrheil bergen!nag. Ziehe, dem Gerechten wird 'schon aus Erden vergolten. Geschweige denn dem (gesetzlosen und Zünder. (Ä. H, 31.) Wir brauchen nur die Geschichte unserer großen, in pflichltreuerGerechrigkeit leuchtenden Männer in den! Buche des göttlichen Wortes zu überblicken, uni zu erkennen, wie ihnen auch nicht die kleinste Abweichung vom Wege der Pflicht, die kleinste sittliche Zchwäche, der sie wie jeder Zierbliche einmal erlagen, nngerügi blieb, vielmehr sie Jedes schon ארץ::, schon in ihrem irdischen ^eben zu büßen hatten. Ist dies aber bei צדיקים der Fall, deren ganzes übrige Leben im Viehle der Pflichttreue glänzend voranlenchter, wie sollre Gesetzlosigkeit und Leichtsinn Denen ungcrügt und ungebüßt bleiben, deren ganzer Lebenswandel sich in Leichtsinn und Gesetzlosigkeit bewegt! Das Wirken des Gerechten ist zum Leben, Die Errungenschaft des Gesetzlosen zum Büßen. Kl 10, Ui.) Nicht nur der Erfolg, sondern das Wirken, die einen reinen Zweck in reiner Pflichttreue ansirebcude Thätigkeit des Gerechten, bringt Leben, erhöht ihm sein geistiges und sittliches sich bestimmungsgemäß ein wickelndes Wesen, ist ihm Fortschritt und (gewinnst. Aber selbst der Erfolg des Gesetzlosen, die Erndte seiner Thätigkeit, seine Errungenschaft schlägt zu seinem Unheil aus, wird sein Bußopfer, -läßt ihn die Gesetzlosigkeit büßen, der er sich vstichwcrgcnen hingegeben. (הטאת wie Zecharja. 14, 19.1 Was der Gesetzlose fürchtet, das gerade wird ibm kommen. Ja, zur Wumchersüll ung des Gerechten wird er beitragen. Fahr: ein Zturm d urch die Welt , so ist der Gesetzlose hin. Der (He! wäne aber bleibt ein Grund für die ewige Zukunft. «K. 10, 24. 23.) NUUth, l ׳eichcideue Le! e n s ׳'! e 1 l u n g. Unmöglichkeit nniidicn Gelüste zu b lefriedigeu, :e. fürchtet der; Gesetzlose, und um dieser Furch: zu entgehen, erlaubt 'l er ׳'ich jede Hohnuug seiner Pflicht, jede Uebertretung! göttlicher Gesetze, wird er eben רשע, entledigt er sich ° jeder bindernden Fessel gewissenhafter B flicht treue. Aber! was er füräuer, und dein er durch Gesetzlosigkeit ent- . gehen zu können vermeint, das gerade wird ihm kommen, j Ja. so gewiß die göttliche Wallung nicht das Aufblühen : 1111D dauernde Gedeihen des Zehlechten, sondern eine Gestaltung der!nenschlich.en Der hält nisse zum Ziele hat. : in welcher das Wahre. Reine und Gme zur Anerkennung; und zu dauerndem Gedeihen gelangt, eine Zukunft, auf welche die Hoffnungen und Wünsche aller Gerechten ' mi: Zuversicht Hinblicken, so gewiß wird auch, ihnen! unbewußt und wider ihren Willen, alles Borgehen der! Gew:.-losen und die schließliche Bereitelnng ihrer Absichten : zu jenem Hei!esziele der göttlichen Wallung und zu der Erfüllung'der Hoffnungen und Wünsche der Gerechten bei - tragen. Zo lange dieBerhälinstserubig nndscheinbarindem gewöhnlichen Geleise bleiben, schein! auch der Gesetzlose zu gedeihen und sich der Erfüiknng seiner Wünsche zu erfreuen. Läßt aber die goriliche Waltuug einen Reiuignngssturm über die menschlichen Berhältnissc ergehen, zeigt sich das üRorsche alles gesetzlos Erbauten, es bricht zusammen und der Gesetzlose verschwindet von der Bildfläche der Welt. Aber der Gerechte und das Gerechte widersteht allen Ztürrnen und bleibt ein fester Grund : für die in Gottes Länden ruhende Menscheiizuknnft. .־# Gottesfurcht vermehrt Tage, l Aber Jahre der Gesetzlosen sind zu kurz. I ' (AL 10, 27.) Der Gottesfürchtige lebt Tage, der Gesetzlose Jahre, und Jahre reichen nicht hin, ihm die Erfüllung seiner Borsätze zu bringen. Was der Gottesfürchtige will, die treue Erfüllung seiner Pflicht, das erreicht er mi: jedem Tage. Jeder in treuer Pslichtersüllung verlebte Tag ist ihm Gewinnst. Hat er heule seine Pflicht geiban, so darf er den heutigen Tag in dem Lebenslalender seines Hierseins verzeichnen, und wenn er auch den morgenden Tag nicht erlebt, er hat auch heute das Ziel seines Hierseins erreicht, er hat nicht unstonst