Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-05-03
- Page
- 276 (sequence 2)
- Language
- German
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276 Er wird sich nie zum Werkzeug dcS Verderbens Anderer > darbictcn, ja er versagt sich Wünsche, wenn Andere! dadurch leiden könnten. Der Gesetzlose hingegen gründet, | näher betrachtet, seine Handlungen ans die Hossnnng, : Gott werde in dein Zorne seiner Wallung ein Unglück; zulasscn, dessen Werkzeug er werden mochte. Denn wie ein anderer Spruch lautet: Alles hat Gott gestaltet für seine Zwecke Und auch den Gesetzlosen für einen Tag des Unglücks. (K. 16, 4.) und: Der große Weltcnmcistcr braucht Alles für's Kreißen, Und hat Thoren in seinem Dienst, und hat Uebertrctcr in seinem Dienst. (K. 26, 10.) Unglück und Leiden gehören zn den Wegen, aus welchen die göttliche Wallung noch besserungsfähige Einzelne und Gesammthciten prüfend oder züchtigend, erziehend;um Bessern führt, oder Unverbesserliche zum Heile ihrer Mitwelt ihren Untergang finden läßt. 2m Dienste dieser das Heil der Welt bezweckenden Gottesleitung, sichen, Unheil wollend und unbewußt und wider Willen -Heil fördernd, auch Thorheit und Verbrechen der Menschen, die Gott zu läßt, wenn seine väterliche Leitung Tage des Unglücks verhängen will. Auf solche עברה, aus solche ימי רעה speknlirt der Gesetzlose und gründet darauf die Hoffnung der Möglichkeit des Gelingens seines schlechten Vorhabens. Die Seele des Gesetzlosen wünscht Unglück, Nach seiner Meinung soll kein Genosse Gnade finden! '(K. 21, 10.) Die Erwartung Gerechter ist Freude, Der Gesetzlosen Hoffnung möge sich nimmer erfüllen! (K. 10, 28.) # Die Gedanken Gerechter sind auf Recht gerichtet, Der Gesetzlosen gewundene Pläne auf Trug. (5t. 12, 5.) Gerade und einfach sind die Gedanken, die das Recht zu erkennen bestrebt sind. מה יבב רה, gerade und einfach sind daher die Gedanken der Gerechten, weil sie das 'Recht, und nur das Rechte zu finden streben. *?הב, wie ein Seil aus vielen Fäden gewunden und wie ein Netz ans vielen Seilen verbunden sind aber die auf Trug und Täuschung gerichteten Gedanken Gesetzloser. ־$־ Freude ist's dem Gerechten Das, was Recht ist zu leisten, Schrecken aber ist cs Denen, die gewöhnt sind nur Gewalt zu üben. (K. 21, 15.) Zu keiner Obliegenheit braucht der Gerechte gezwungen zu werden. Er leistet freudig und gern, wcck das Recht von ihm fordert. Ein Schrecken ist cs aber Denen, die sonst nur Gcwaltthätigkeiten üben, wenn sic einmal sich gcnöthigt sehen, einer Anforderung des Rechts ZU genügen. ^Fonsetzung folgt.) MMlM parllcUung kr ppp Jujliiiik in Wlimd. VII. lieber den Handel der Juden. ( Fortsetzung.) Einer der Mitarbeiter der Börscnnachrichtcn gewidmeten Zeitschrift: ״Bnrsewajie wiedewosti" 1864 Nr. 163 aus PudoS (Gouvern. Olouez.) sagt: Uebcrall, wo Armuth und Elend sich einuistet, da herrscht auch Zins und Wucher. Der polnische Geistliche, der russische Bedienstete, der Einheimische, der Fremde, der Einwohucr und der Jude, Alle konkurrieren in gleicher Weise in diesem einträglichen Geschäft, Alle erweisen ihren Brüdern die Liebesthat, ihnen 10",,» per Monat zu berechnen. 2m Verlaufe seiner Schilderung sagt er: auch im Geschäft mit dein Wild, welches die dortigen Bauern fangen, schicken sie nicht selbst das Wild in' größeren Quantitäten zum Verkauf nach Petersburg, sondern die Kanfleutc kaufen eS ihnen billig ab, und die Zahlung lciftcit sie nicht mit Geld, sondern mit geringwerthigeu Dingen ans ihren Läden lind sic, die Kanfleutc, sammeln sie zu großen Quantitäten 1111b schicken sie mit großem Profit nach der Residenz. Was die Geschäfte der Kaufleute aus anderen Ländern bei uns (wie Griechen, Armenier) betrifft, so schildert die der Befehlshaber der Stadt Kerz, Wigcl, (Forschungen über den Zusammenhang der Zeitverhältnisse und ältern Zustände ans Moskau 1664 Buch I. S. 71.) init den düstersten Farben und bringt zur Erkenntniß, daß diese weit gewinnsüchtiger als die Inden sind, sie die Zügel des Handels in Händen halten und den Angehörigen einer anderen Nationalität nicht gestatten, daran anzurühren. Ein Berichterstatter meldet aus Odessa (Golos 1881 Nr. 61.), daß die Landarbeiter sich dieses Jahr in einer bittcrn, bösen Lage befanden, statt daß sic auf ein gutes, gesegnetes Jahr gehofft hatten, weil die Juden sich weigern, ihnen das ihnen nöthige Geld darzuleihen. Auch die regelmäßigen Geldverleiher haben nach den über sie ergangenen Ausschreitungen in Mord und Plünderung sich fest entschlossen, keinem Nichtjnden unter keiner Bedingung Geld zn borgen und weisen sic zu den Griechen hin; nachdem sie die Juden beschuldigen, zu hohent Zins von ihnen zu nehmen, mögen