Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 16-17 (19.4.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-04-19
- Page
- 244 (sequence 2)
- Language
- German
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auch על 2" דרנו, denn es ist dabei' die Eigenthümlichkcit des Kindes sehr zu erwägen. Diese dem ׳Kinde sein Mißverhaltcn ans irgend eine Weise fühlbar machende Einwirkung erfordert einen ruhigen Ernst, der sich ebenso von Deftigkeit, als von zu großer Weichheit fern hält, und sind e$ na mentlich Mütter, die hierin das Rechte versäumen. Daher unser Spruch: Zucht und Zurechtweisung gicbt Weisheit, Ein sich selbst überlassener Knabe beschämt die Mutter. (K. 29, 15.) Wer die ihn! obliegende Züchtigung mtterläßt, haßt sein Kind, Wer es liebt, sucht es heim mit Zucht. (K. 1 3, 24.) Entziehe dem Knaben nicht die Zucht, selbst wenn du ihn mit dem Stabe schlägst, stirbt er nicht, Du schlägst ihn utit dem Stabe, seine Seele rettest du vom Untergang. (K. 23, 13, 14.) (הושך שבטו heißt es, חשך ,אל תטגע טוב ר und טנע bezeichnen beide ein Unterlassen dessen, was gc^ fordert wird, somit hier ein züchtigendes Einwirken unterlassen, wo das Verhalten des Kindes es erfordert.) * Erziehe mit Ernst dein Kind, das wird dir Befriedigung bringen, Und wird hohe Freude deiner Seele gewähren. (K. 29, 17.) Wirke erziehend auf dein Kind ein, denn cs ist immer Hoffnung da. Um sein Schreien kümurcre dich nicht. (K. 19, 18.) Das Geschäft der Erziehung ist nicht leicht und der Erfolg will oft mit Geduld und fortgesetztem Ernst herbcigeführt werden. Er bleibt aber nicht ans, versicher! unser Spruch, und je schwerer cs geworden, um so glückseliger ist sodann das Bewußtsein, sein Kind zu einem wohlgcrathcncn Menschen erzogen zu haben. Zwei Dinge rälh unser Spruch: Gieb nie die Hoffnung auf, unterlasse die Erziehung nie, weil du dir sagst, cS nütze doch nichts mehr, und: Dein Kind darf nie durch Schreien Etivas erreichen. Was dn deinem Kinde gewähren kannst, das gewähre ihm, und sage nicht rasch und nicht ohne Grund: Rein! Hast du aber einmal Nein gesagt, so lasse dich durch Quälen und Schreien nicht zum Ja bestimmen. Die erste Kunst einer erziehenden Muttcr ist, das Schreien eines Kindes vertragen zu können. Im weisen Sohn sicht man die Erziehung des Vaters. Der Hciligthumsspötter hat nie einen Verweis gehört. (K. 13, 1.) (לץ bezeichnet größtcutheils den frivolen Spötter alles Heiligen.) Zn einem wohlgerathenen Sohn sieht die Welt mit Recht eilten Beweis für genossene gute Erziehung, uub der Beifall, der ihm gezollt wird, kommt auch dem Vater zu Gute. Und ebenso urthcilt die Welt, wenn sie Menschen sieht, die sich mit frivolem Spott über alles Heilige hinübcrsetzen, daß irgendwie in ihrer Erziehung gefehlt tvorden sei nnd man sic nicht zur rechten Zeit in ihrer Jugend zurecht gewiesen habe. Höre, mein Sohn, das ErziehungSwort deines Vaters Und lasse nicht von der Belehrung deiner Mutter, Denn ein herzgewinnendes Geleit bleiben sic deinem Haupte Und Geschmeide deinem Halse. (K. 1, 8. 9.) Weltn Erziehung und Belehrung die Aufgabe der Eltern ist, so ist Gehorsam die allererste Pflicht des .Kindes. Ehre Vater und Mlitter heißt in allererster Linie: Gehorche Vater und Mutter, und alle sonstige Beweise kindlicher Liebe sind Tand, wenn der Gehorsam fehlt. Es heißt hier mm מופר אב und תורת אם, denn bevor das Kind erzichungsfähig ist, erhält es Belehrung von der Mutter und in älteren Jahren dünkt cs sich leicht weiser als die Mutter und sträubt sich gegen dic Erziehungsfordernngen des Vaters. AuS beiden Gründen heißt cs daher wohl hier: Lasse das ErziehungSwort deines Vaters immer Eingang bei dir finden und lasse nie von der Belehrung deiner Mutter. Und zwar nicht nur so lauge du noch Kind bist, selbst wenn schon mit selbständiger Erkeuntniß sich männlich dein Haupt auf deinem Halse erhebt — dein Haupt mit dem Sitze aller deiner geistigen erkennenden Vermögen, dein Hals auf welchem dein Haupt als Leiter deines ganzen übrigen schaffenden, thätigen Wesens ruht — bleibt die Erziehung und die Belehrung, die du vom Vater entpsangcn hast und so lange du itoch das Glück fyaft,• sie noch ferner empfangen zu können, das Köstlichste, dir הן, das Wohlwollen Gottes und der Menschen gewinnende Geleite für deinen denkenden Geist, so wie das dich adelnde Gepräge deines thätigen Lebens. Denn die geistigen und sittlichen Eindrücke, die wir von Vater und Mutter erhalten, sic bilden die bleibende Grundrichtung unseres Denkens und Wollens, unseres Schaffens und Thuns, und sie sollen unsere Leiter und Geleiter durchs Leben bleiben. Bewahre, lautet daher ein anderer Spruch, Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines BatcrS Und lasse nicht von der Belehrung deiner Mutter, Knüpfe sie stets au dein Herz, Winde sie um deinen Hals.