Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1883)
- Article
- Judenthum und Bibel auf der Anklagebank im Hause der Abgeordneten
- Date
- 1883-04-12
- Page
- 227 (sequence 3)
- Language
- German
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227 Darüber ferner, daß die Namen einebestimmte Bedeutung haben, spricht die Bibel selbst sich in unzwcideutigster, gar nicht rnißzuverstchender Weise ans. Wir erinnern außer der eben angeführten Stelle nur an Exodus 6, 3, wo dem Namen Haschen: ansdrücklieh eine ganz beslinuntc Bedeutung in klar auSgesprocheucr Unterscheidung von anderen GottcSnamcn vindizirt wird. Und ebenso wollen wir nur ganz beiläufig fragen: was würde mau wohl von einem Kritiker denken, der;um Gegenstände seiner Forschung ein GcschichtSwcrk mit unbekanntem Verfasser gemacht hätte, in dessen einzelnen Kapiteln von einem sterblichen Könige abwechselnd als von dem Herrscher, dem Könige, dem Monarchen, dem Staatsoberhaupte, dem Herrn, dem Fürsten, Sr. Majestät, dem Vater des Vaterlands, dem Hort der Gedrückten, dem Schrecken der Frevler u. s. w. gesprochen würde und der nun allen Ernstes glaubte, deshalb eine Vielheit von Verfassern annehmcn zu müssen? Wäre eS bloS die Gesundheit seines wissenschaftlichen Sinnes, an der man zweifeln würde? Doch kehren wir zu der ״Schöpfungsgeschichte" zurück. Da sind cS im Wesentlichen noch zwei ״Gründe," mit denen die Behauptung von den ״zwei Varianten," in denen sich ״zwei Traditionen in den verschiedenen Kapiteln erkennbar durcheinander ziehen," gestützt zu werden pflegt. Erstens der vierte VcrS des zweiten Kapitels, אלה תולדות השמים והארץ, der schlankweg als eine Ucberschrift gefaßt 1u1b übersetzt wird: ״Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde." Also Ucberschrift Nr. 2, und בראשית ברא Ucberschrift Nr. 1. Also offenbar zwei Urkunden! Zweitens einige vcrmcintliche Verschiedenheiten zwischen dem Inhalte deS zweiten, und dem des ersten Kapitels. In dein Augenblicke aber, in welchem alle diese Verschiedenheiten, die man nur ans Unkenntnis und mit Außerachtlassung klar vorlieg׳.«der sprachlicher Thatsachen zu Widersprüchen hat aufbauschen köunen, ihre natürliche wissenfchastlichc Erklärung fanden, ward somit dem ganzen Gebäude dieser pseudo-wissenschaftlichen Kritik aller und jeder Boden entzogen. Denn dieser Nachweis ist in glänzender Weise bereits gcsührt. diese Erklärung als das Resultat slrcngwissenschaftlicher Forschung in überzeugender Klarheit geliefert worden, wie wir das im folgenden Artikel in Kürze darlcgcn werden. M. H. 5 mal H., Kap. 28: 3 mal (71- ״ mal H., Kap. 30: 9 mal 17״ 3 mal H., Kap. Nt: 13 mal 17., 2 mal H., Kap. 39 : ß mal 17״ 1 mal H., Bers 10: ״Irlokim meines Bakers Abraham, 17100111 meines *Bakers Iizchak, Haschern der;11 mir sprich!: Kehre zurück" —Kap. 39: 1 mal E., 8 mal H. Siilüiiiüniffije AMlhmislkkit. Bon cflutfoit Raphael Hirsch. (Fortsetzung.) VI. Eltern und Kinder. Uebe den Knaben ein nach seinem Wege, Auch wenn er ein Greis werden wird, wird er davon nicht weichen. (K. 22, 6.) דעך, eigentlich: einweihcn, cinsührcn in seine Bestimmung, und zwar nicht ן ,את הנערonbcvn לנער, alles das, was .,dem" Knaben ist, was er an Anlagen und Fähigkeiten mitgebracht hat für das bevorstehende Leben, und על פי ררבו, sowohl nach dem Wege, den er einst wandeln soll, als nach dem Wege, den du ihn bereits in seinen Knabenjahrcn wandeln siehst, denn Schon in seinem kindlichen Thun kennzeichnet sich ein Knabe, Ob rein, ob gcrad' sein Schassen. (K. 20,11.) (מעלליו, seine EntwickelnngSthätlgkcitcn, das ist ja ganz eigentlich עלל, und heißt daher der junge, noch in Entwickelung begriffene Mensch: עול.) Da haben wir die ganze Aufgabe deS großen ErzichnngSgeschäfteS! Es ist eine heilige Bestimmung, für welche wir unsere Kinder zu erziehen haben, und als הנוך, als Einweihung haben wir nnsereErzichnngSansgobc zu begreifen. Wie aber die Einweihung unserer Heiligthümer nicht durch Worte, sondern durch den ersten Gebrauch vollzogen wird, den wir ihrer Bestimmung gemäß von unseren Heiligthümern machen, so sind cs auch nicht zunächst Worte, sondern praktische Uebungen, durch welche unsere Kinder in ihre BestimmnngSausgabe cingeführt und ׳eingewöhnt werden sollen. WaS sie einst in selbstverantwortlicher Reise vor Gott zu erfüllen und zu meiden haben sollen, das sollen sic bereits in ihrer Kindheit und Jugend unter unserer Aussicht und Leitung erfüllen und meiden, sollen bereits von nnS in alle guten Wege cingeführt und cingcwöhnt, und von allen Abwegen entfernt geworden sein, so daß einst, sich selbst überlassen und ihrer eigenen Leitung anvertraut, sic von selbst nur in den guten, Gott wohlgefälligen Wegen wandeln werden. Und zwar לבער : alle seine Anlagen und Fähigkeiten, sein Denken, Empfinden, Fühlen, sein Wünschen und Begehren, sein Reden, Schassen und Handeln, Alles soll durch nnS für alles Gute geivonnen und 'fähig gemacht und von allem Schlechten abgewandt werden. Denn nicht eine einzige Anlage ist an sich gut oder schlecht, Alles ist durch die Anwendung bedingt, und daß alle Anlagen unseres Kindes nur für das Gute gewonnen werden, das erwartet sein Schöpfer von nnS, denen er mit einer Kindcrseele sein Heiligstes anvertraut. Dabei aber sei uns immer ein Doppeltes gegenwärtig.