Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1883)
- Article
- Judenthum und Bibel auf der Anklagebank im Hause der Abgeordneten
- Date
- 1883-04-12
- Page
- 225 (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. Hannover, den gri151M1. ■W M 15. 4\£/ V> ן0׳ zur Förderung jüdischen Geistes nnd jüdische;! Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. ßegriittch’{ von Sfllllfoü 91rtp()ftcl Vitl'l"((), iiiiGfniur 11. Jsntcfilifiltni ^rfiijionsgcfrfffifmft ju ÄnnGfiirl n.iR. Neue Folge. Erster Jahrgang. Heransgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac Hirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerötog mindestens 2 Bogcn stark. — AbonnemcntSpreiS bei allen 'N o stau st alten und Buchhandlungen 2 J(\ r»Ö für das Biertcljahr. Der BnÜ>handcl verkehrt dnrch die Helwiug'sche Bcrl.agsbnchhand.. lung zu Hannover. — Die Grpcdilioil versendet auch direet nnd franko unter Zkrcisband den Jahrgang für V2cf6. oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland nnd Drsterreich׳. für 1k JC. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 2.5.*$ s. d. :!gespaltene Petnzeile oder deren Nanm berechnet. — Gxpcdition: Hannover, Theodorstr. 5. Wir erinuern an die rechtzeitige Grucnernng des Abom!cmcnts da mit dem 1. April ein neues Quartal begornlen hat. Die Weditivil dcs ״Zcschmim". A!hk»t!j!!!!l!1!ti> Kilikl l!!1s der AilkilMhl!!!!! iill Ziulse ki Aligmdück'il. IV. Tic Fabel von den zwei Verfassern der Schöpfnngsgeschichtc. Der Wechsel der Gottcsnamcn, zuerst Elvkim, dann Haschern-Elokim, bildete den ersten und Hauptsächlichsten Grund für die Erdichtung der Fabel von den zwei Verfassern. Es liegt auf der Hand, daß man dabei nicht stehen blieb. Denn da anderwärts auch wohl, was jedes jüdische Kind weiß, Haschem allein vorkommt, so machten andere ״gelehrte Forscher" anS der Zweieine Dreizahl von Verfassern, und zu dem Elokisten und Haschemisteu gesellte sich brüderlich ein Haschem-Elokisl. DaS Zerschneiden war nunmehr glücklich vollbracht. Nun haben wir aber doch seit Jahrtausenden den Pentateuch als ein einheitliches Ganzes vor uns. Da handelt es sich denn natürlich um die Frage: wer hat die Thcilc nicht etwa bearbeitet, sondern zusammengesetzt und zwar so ״kunstlos," daß man die angeblichen einzelnen Theilc auch mit. unbewaffnetem Auge unterscheiden kann? Die Beantwortung dieser Frage eröffnete der kombinircndcn Phantasie ein. unendlich weites Feld. Denn die Wahrheit und Wirtlichkeit in jedem Verhülmisse ist nur Eine. Hat man aber deren Boden einmal verlassen, so ist die Zahl der Möglichkeiten, die sich dem suchenden, mehr oder minder planlos rathenden Sinne darbietcn, eine geradezu unbegrenzte, die nur darin übercinstimmen, daß ihnen Allen die Wahrheit, d. i. Wirklichkeit abgcht. Da ist cS nun klar, daß bei diesem durchaus unwissenschaftlichen Vorgehen die Ansichten darüber, von wem, wann und wie die so willkürlich .auseinander geschnittenen Thcilc zusammeugesetzt worden seien, die divergirendsten Absichten ihre Vertreter fanden. Es liegt dem Zweck dieser Besprechnug fern, )!amen anzuführcu, wir hätten sonst die gefeiertsten Vertreter der kritischen Bibelforschung zu nennen. Wohl aber haben wir den Vorwurf des Mangels an Wissenschaftlichkeit näher zu begründen. Wir haben in dieser Beziehung nur ans die ersten Elemente der Hermeneutik hinzuweisen. Wenn nämlich ein Forscher, der ein Schriftwerk zu entziffern strebt, auf verschiedene,