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Jeschurun · 1883-04-05 · Heft 14 (5.4.1883) · p. 213

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 14 (5.4.1883)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1883-04-05
Page
213 (sequence 3)
Language
German
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213 des Wahren, Reinen und Guten und deren Gegentheil ein Mcnschcnwcsen zugcwandt sein könne? Keinen Augenblick gicbt eS, dem ein weibliches Wesen mit den heilig ernstesten Vorsätzen für die gewissenhafteste Selbstbcherrschung und Sclbstvercdlung zu allem Wahren, Reinen und Guten entgegen gehen sollte, als dem Augenblick, der ihr den heiligsten Menschen-Namcn und die edelste Menschen-Bcstimmung, den Namen und die Bestimmung: ״Mutter" bringen wird. Als dieser Sohn eines Mnttcr-SchooßcS und der Gelübde einer Mutter schm! König geworden war, und die Erkenntnisse seiner Weisheit in väterlichen Spruchlehren au die Kinder seines Volkes verwerthen wollte, blickte er noch auf die Zeiten seiner frühesten Kindheit zurück, von denen er sagt: Ein Sohn war ich noch meinem Vater, Zart und allein vor meiner Mutter. Da belehrte er mich und sprach zu mir: lasse dein Herz fcsthaltcn meine Worte: Wahre meine Gebote und lebe! Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Einsicht re. (K. 4, 3. 4) und führt die Weisheit und Einsicht seines ManncSalterS auf die Eindrücke zurück, die ihm in zartester Kindheit von Vater und Mutter geworden. iFonsctzuug folgt.) Akte1l1!1Mge Dlirsttllniig der ZMidc in iliOnnd. (Fortsetzung.) IV. Heber die jüdischen Vereine. Hinsichtlich der gegen die Juden erhobenen Klage, als ob sie eine für sich abgeschlossene Klasse wären, deren verschiedene Vereine dem Staate nur zu Gefahr und Schaden gereichen, wollen wir die Worte des GeueralgouvcrueurS von .Kiew, Volhynicn und Podolicn, Dnndakow Karoskow, vom Jahre 1873 anführen. In seinem Berichte an den Minister des Innern spricht er sich also aus: ״Im Nordwcsteu des russischen Reichs befinden sich unter den Juden viele und verschiedenartige Vereine, wie die Ehebra .Kadischa (Verein für dasBegräbnißwcsen), Hachnaßath Kalla (für Bräute- Ausstattung), Vickur Eholin! (Krankenpflege), Hachnaßath Orechim (für arme Durchreisende), u. s. w., WohlthärigkcitS-Vcrein, BcklcidnngS-Vcrein, Arbeiter-Verein u. s. w. Jeder dieser Vereine hat einen besonderen Zweck. Diese Vereine, welche sich überall finden, wo Juden wohnen, ermöglichen durch vereinigte Kräfte, den Gedrückten und Armen unter den Juden zur Zeit der Noth Hülse zu bringen und sind von sehr großem Nutzen, denn sie nehmen damit der Negierung die Nothwendigkeit ab, große Summen der Fürsorge für kranke und arme Einwohner zuzuwenden, und ihr Nutzen ist um so größer, da den Illden die Gebenswegc geschinälcrt sind und diese Vereine sich ganz den Verhältnissen uub Lebensweisen der Juden anschließen, so daß sie mit vcrhältuißmäßig geringen Mitteln erlvünschte Ziele erreichen und von sehr großem Nutzen sind." V. Heber die Trunksucht. WaS die 5tläge betrisst, in den Gegenden, die den Juden zum Wohnsitz gestattet sind, sei der Handel mit starken Getränken ausschließlich in Händen der Ittden, wollen wir eS nicht leugnen, daß in diesen Gegenden dieser Handel größtentheils sich in Händen der Judcit befindet. Allein die Ursache, welche den Sinn eines so großen ThcilS der jüdischen Bevölkerung zum Getränkehandcl hinzieht, liegt nach gerechtem Unheil nur in der schlechten ökonomischen Lage, in welcher sich die Judcit befinden, die mit schweren! Druck auf der so zahlreichen jüdischen Einwohnerzahl lastet und sic in Folge der beschränkenden Gesetze gar keinen anderen NahrungSzwcig zur Fristuug ihres Lebens finden läßt. .Kann man einen Menschen deshalb vernrtheilen, wenn er stets der Gefahr unterliegt, Hungers zu sterben und ihn die Liebe zum Leben dazu bewegt, ein Mittel zu ergreifen, das ihn! erntöglicht, sich und den Seinigcn das Leben zu erhalten? Gleichwohl werden tvir die glauluvürdigsren Beweise beibringcn, aus welchen jeder Urtheilsfähige den völligen Ungrund des Geschreies erkennen wird, welches über die Inden fortwährend von den Publizisten erhoben wird, die ihr VerstandeSnrtheil von ihrerWillensneignn giwS Schlepptau nehmen lassen, ohne der Wahrheit der Verhältnisse auf den Grund uachzuforschcu. Zum schlagenden Beweis, daß nicht die jüdischen Getränke-Verkäufcr die Trunksucht unter der! Nichtjndcu und Landlentcn ihrer Umgebung veranlassen, führen wir die in der ״Wajcuc statntistizcski sbornik" (allgcm. statistische -Sammlung) vom Jahre 1871, 4. Ausl. S. 423—427 enthaltenen Worte an, dort heißt es: ״Als man die Akzise-Ordnung für die scharfen Getränke änderte und dafür neue Bestimmungen einführte, vermehrten sich die Einkünfte ans der Steuer! in den Gegenden Groß-NnßlandS im Verhältniß zu der früheren Ordnung um׳," 17 ׳.., in der! für den Wohnsitz der Inden privilegirtcn Gegenden nur um 0,2. und heißt cs in dem Buche der Akzise nach der neuen Skala, daß sich in Groß-Rnßland die Bräuntweinbrenncreien um 43"'״, die Branntwcinschcnken um 00"/״ vermehrt, dagegen in den zum Wohnsitz der Inden gestatteten Gonverncments sich die Brennereien j um 34"/״ und die Schenken um 8'H. vermindert haben.'! ״Insbesondere hat sich der Verbrauch des Bräuntj wcinS in den Schankhänsern, nach Abzug des nach dem! Auslande gehenden und des für Bcleuchtnngs- und 49

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