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Jeschurun · 1883-03-29 · Heft 13 (29.3.1883) · p. 205

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 13 (29.3.1883)
Article
[Rezension]
Date
1883-03-29
Page
205 (sequence 3)
Language
German
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205 bcr t)cbräi]ri)c»1 Buchstaben sind und sind jenen Knaben , nicht unähnlich, welche, da sie ans gcmahltc Bildchen! gcrathcn, die Füße für die Köpfc Hallen?" Venn! auch die Schrift ded Karl Fischer manche durch den i konfessionellen Standpunkt ded Bersassero zu cinschul-! digendc Frrthünicr cutl)att, סן isl derselbeil doch die weiteste Bcrbrcitnng zu wünschen. ti. Korrespoiidcilzeil 1!!1d Nmhrichtcu.! Detttschland. —a— Verkitt, 2ä. Mär;. Haben unsere?In•■ liscmiten vorgestern mit nno die Ü.RK'gillath Ester ge׳-! lesen'? Ist cd ihnen wie lind;um Bewußtsein gej bracht worden, daß (Mott in den Gängen der Geschichte waltet und die Ränke der Gewaltigen zu vereiteln : weiß, daß Er der Hüter Fsraclo ist, der ״Lein Bolk"; nicht untergchen läßt unb ihm am Rande des Bcr-! derbend Besreinng schasst'? Haben sie nichtd and Haittan'd Triniltph 1111b Falt gelernt'? Ed tvill ttnd , bedünken, ald ob sie zu Dellen gehören, welche aiw der? Bergangenhcit ilichtd lernen, sonst niüßte cd ihnen; längst klar gclvorden sein, daß ihr Ziel llinliner;n ' erreichen ist, weil cd außerhalb der Bahnen deo ükechlen : llnd Eniten liegt und jeder Sieg, den sie bejubeln, mir . ein scheinbarer ist. Die Entwickelung der Mellschheit ist nicht anshalten, unb selbst Stock er, Glagan, Fstoczi und Schönerer vermögen!licht, ihr Einhalt zu gebieteil. ■ Eind scheinen aber die Herren von ihrem großenAhn, ׳ dem Großvezier Ha man, gelernt;r! haben: geeignete : Zeiten für die alltisemitischen Bestrebungen audznwählen und dao Horoskop zu befragen nach Monat, Tag unb; Stunde. Der März dällcht ihlten nicht günsiig: ob sie deill Mard nicht trauen, oder ob die Temperatur ded Mär; zn große Beräliderlichleit noch ausweist unb dad Frühlingdägniltottillln ihnen hillderlich ist — wer kann dad ergründen'? Genug, sic haben den alitiselnitischcn Kongreß bid ans den 27. April hinaiwgcschoben und versprcchcll sich von dem gleichzeitigerl Aufgang der Plejadeil und ded Orion mit der Sonne für ihre Absichten wahrscheinlich den günstigsten Erfolg. Der auf dc!n Gebiete ded Anliseinitiomud bewährte Rcdaktellr ded ״Kulturkämpscrd", Otto Glagan, lvird der Ehemnitzcr Bersammluug präsidiren. Uebrigeno fehlt ed nicht an Skeptikern im eigenen >agcr, welche nicht allzu saltgninische Hoffnungen in Bezug auf diesen Kongreß hegen. Ed sind dad die praktischen Vcutc, die sich von Reden, Resolutionen und Petitionen nicht viel versprechen. Sic lllöchten vielmehr dahin wirken, daß die sozial-politische Stellung der Juden , untergraben wird, und hierfür sehen sie zu ihrem tiefen Schntcrzc die Zeit noch nicht reif. Venn sie nur wüßten, wie man cd ansangen könnte, den Einsluß der Anden zn brechen, daß die Ehristcn den Bcrkehr mit israelitischen Gcschäfld- und Gcsellschaftdkreiscn gänzlich ausgebcn und sich aus sich selbst zurückziehen. Füdischco Kavital, jüdische Fntelligcnz, jüdische Fudnslric, jüdische Hninanität, jüdische Redlichkeit dünken ihnen zur Zeit noch nnüberwindliche Machte, welche durch einfache Demonstrationen nicht zu beseitigen sind. Venn man nur ein richtigem Dekret a la Ha man in Betreff der Fudcn erlangen könnte, --- daitn würde dad Heil angebahnt werdett. Aber wie'? dad ist die schwierige Frage, auf welche bi* jetzt;um großcit Kummer der Wackeren die Antwort fehlt. Einstwcilett will mau dem ״jüdischen Richter" durch den Mallzahnschcn Antrag zu Veibe gehen und im Bürcau ded Rcichdtagd mehren sich täglich die Petitionen, welche diese hohe Körperschaft ciudrittglich bitten, bem Atttragc zuznstimmcn. — i 5tv!tt, 2g. Äkärz. Die arme ״Kölnische Bolkozcitung"! Sic hat schwered Hcrzleid zu erdulden: die Mutschen finb auch gar;״ beschrättkt und vcrdorbcn. An dem Erfolg dee Antisemiten.Kongresses zit Ehemnitz verzweifelt fast dad fromme Blatt. Die bösen Juden sind leider übermächtig 1111b die Ehristcn sind bedauerlich schwach. 'Wie kann man da noch hoffen! Und der Protestantenverein ist auch ״verübelt" und die freien Städte Bremen unb Hamburg nicht minder — wie soll dcw enden'?'. Wad nützt die Liberalität eiucd Häuslein orthodoxer Bremer Handcld- Herren, welche dad Geld in majorem <l1*i gloriain nicht sparen'? ״Bremen gehört doch dein Viberalidmud in Religion und Politik seit langen Fahren!" Wad nützt der edle mannhafte Freimnth ded würdigen Pastord an der Friedendkirche (f. Rr. 7 dieser Zeitung), — dessen Amtdbruder Dr. 1)1001. Schtvalb mit seinem Viberalidmud ist stärker und mahnt die Ehristcn zur Auertennung der Fudcn. Und Hamburg beruft den sreisitinigcn üRanchot zunt Pastor. Soll man da nicht dad Haupt verhüllen und über die Gottlosigkeit der Zeit klagen'? Vir möchten der wehklagenden Kassandra rathen sich bei Herrn Vindhorst Trost zu holen. Derselbe war vor einigen Fahren der Ansicht, daß wir in Deutschland ameritauifdje Kirchenzuständc anstreben sollten, - also Freiheit der Religion im freien Staate. Venn diescd gefeierte Hattpt ded Ultramontauidmuo auch jetzt noch der gleichen Meinung sein sollte, wao wir freilich nicht wissen können, so würde er sicherlich zn ihr sprechen: beruhige Dich, geliebte Schwester, lasse ab von der Klage: die katholische Kirche wird erstarken, tveuu sic nnbeküimncrt um die anderen Konfessionen und Religiondgcmcinschaften ihrer

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