Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1883)
- Article
- Judenthum und Bibel auf der Anklagebank im Hause der Abgeordneten
- Date
- 1883-03-29
- Page
- 193 (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang, ifinuitnbrr hm! 20 2ldar n 50-43. .^״l0UCrL029 1״. März 1883. i^fY •V'U*׳ .13 ״1 zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. Acgcüiläcl vo» Slttnfoil dillphael Hicfch, iu>Bf>i״r111 ־.?sracfitiflirii J1ffi!jionsge!clT1fmft jufranfifitrl a.dH. diene Folge. - Erster Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asmic KirslH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonncn1cn:?r-rciü bei allen Bostanstalten nnd Buchhandlnngcn '2 JO. r>0 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Vcrlagsbnchhandlnng ׳,n Hannover. — Die Expedition versendet auch direct nnd franko nntcr Ltreifband den Jahrgang für I2c/L oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für l-l JO. oder 18 Fr. nach.den rändern des Weltpostvereins. — A n; eige n werden mit 25 f. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Gxpedili on: Hannover. Theodorstr. 5. Wir erinnern an die rechtzeitige Grueiiermig des Abonuements vor dem 1. April d. I. Die CMitioil des ״Jeschlirilii".! I!!i>e!NH!l1!! iiird Kilicl nuf kr Anlilugr- ■ l!nnl! im KlUlsk kt Atzkördückkn. j II. ׳׳Otad)bcm ich mit möglichster Ruhe mit angehört l)Qbe, was Herr Stöcker eben vorgetragen hat, kam! ich doch nicht anders sagen, als dag cs mir so vorkam, ok> säßen wir hier in einem Ketzergericht —" bemerkte der Abgeordnete Birchow nach der Rede des Herrn Stöcker. Uns ist sicherlich der Herr Stöcker nicht sympatisch, allein der verehrte Herr Gcheim-Nath wolle uns doch die Bemerkung nicht verübeln, daß wir bei dem Lesen seiner Auslassungen über Bibel und Iudcnthnm uns sogar des Eindrucks nicht erwehren konnten, als wohnten wir einem Antodaft; bei, einem Autodafe, bei dem allerdings nicht die Inden, wohl aber das Indcnthnm nnd die jüdische Bibel zur größeren Ehre der ״Wissenschaft" abgethan werden sollten. Denn es giebt, wie dies der Begründer dieser Zeitschrift bereits vor Jahren so treffend bezeichnet hat, nicht nur einen Fanatismus der Bejahung: der Fanatismus der Verneinnng stellt sich ihm, was blinde Voreingenommenheit und überzcngnngssrohc :)Rücksichtslosigkeit und Bcrsolgungssncht wirklicher und vermeintlicher gegnerischer Ansichten betrifft, in voller Ebenbürtigkeit zur Seite. Wir glauben aber, den Nachweis geliefert zu haben, wie nur einer solchen Voreingenommenheit die Behauptung entsprlmgen sein könne: der biblischen Anschauung sei die Gesetzmäßigkeit der Erscheinungen etwas Unbekanntes und sie führe jeden Vorgang auf ein jedesmaliges spezielles Eingreifen Gottes zurück, wie vielmehr der Vorwurf der ״Naivetät" auf diejenigen zurückfalle, die Angesichts des Allen offen liegenden, ausdrücklichen Bibelwortcs, keinen Anstand nehmen, solche Behauptungen zu wiederholen. Wir haben gesehen, wie gerade die Bibel den Blick des Menschen auf die Gesetzniäßigkcit der Erscheinungcn richtet, von dem Gange der Sterncnwelten bis zu dem Keime jedes organischen Lebens, wie sie aus dem Werke die Größe des Meisters, aus dem Gesetze die Weisheit des Gesetzgebers ahnen und den Menschen in dem Gesetzgeber in der Natur auch den Gesetzgeber für den Menschen verehren lehrt. Die Bibel kennt also vollkommen die natürliche Ordnung, d. i. die von Gott ( bei der Schöpfung fcstgeftelltc Ordnung, nach der alle! Strafte wirken und alle Wesen sich entfalten und sieht in