Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1883)
- Article
- Judenthum und Bibel auf der Anklagebank im Hause der Abgeordneten
- Date
- 1883-03-22
- Page
- 179 (sequence 3)
- Language
- German
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179 ״Da Er bem Meere sein Gesetz gab und den Wassern, die seinen Befehl nicht übertreten, da Er die Grundlagen der Erde durch Gesetz bestimmte." — (Prov. 8, 29). ״Als Er für den Regen das Gesetz gab —" (30b 28, 28.) ״Saat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht sollen nie feiern. (1. B. M. 8, 22.)" ״So hat Gott gesprochen, der die Sonne giebt zum Leuchten bei Tage und die Gesetze des Mondes und der Sterne znm Lichte der Nacht — nur wenn diese Gesetze schwinden würden aus meinem Angesichte, wird auch die Israel-Saat aufhören ein Volk zu sein vor meinem Angesichte —" (Icrcm. 31, 34. 35.) Ebenso 3ercm. 33, 25 und 26, wo als Beispiel von etwas Undenkbarem angeführt wird: ״Nur wenn ich (Gott) die Gesetze des Himmels und der Erde nicht festgesetzt habe, werde ich die Jakobs-Saat und meinen Diener David verwerfen." -- Hast du erkannt des Himmels Gesetze oder setzest du fest die von Ihm bestimmte Ordnung auf Erden?" (Job 38, 33.) ״Und er (der Sonnenball) wie ein Bräutigam tritt er hinaus aus seiner (Horizont-) Verhüllung, freut sich, als wäre er allmächtig, zu durchlaufen die Bahn und doch bleibt ein bestimmter Punkt des Himmels sein Ausgang und sein Kreislauf au dessen bestimmten Grenzen, und so ist Er kein Verborgener durch Seine Sonne!" (Pj. 19, 6. 7.) Und endlich Ps. 148, 1.3. 5. 6: ״Sprechet Gottes Thatcnlob aus vom Himmel, sprechet eS aus in den Höhen! Sprechet es ans alle seine Boten ihr, sprechet es aus alle seine Heere, sprechet es aus Sonne und Mond, sprechet es ans alle Lichtgestirne! Den Namen Gott sprechen sie in Thatenlob aus, daß Er gebot und sie geschaffen waren. Als er sic für immer, für alle Zeit dahin stellte, hatte er Gesetz gegeben, das nicht weicht." Und Angesichts solcher Aussprüche der Bibel, die sich, wie bemerkt, mit Leichtigkeit ' vermehren ließen, wagt man zu behaupten, erst die moderne Naturanjchauung gelange im Gegensatz zu der ״überwundenen, veralteten, biblischen, zu der Feststellung gesetzmäßiger Vorgänge und erst sic komme dazu, nicht mehr alles was vergeht in der Natur von jedesmaliger spezieller göttlicher Ein- Wirkung herzulciten!! 24. H. Zlckmoilische AMlhMishkit. Bon Samson Raphael Hirsch. V. Dos Wort. (Fonsepung.) So verderblich der Mißbrauch des Wortes ist, ein solcher Segen ruht auf dem rechten Gebrauch des rechten Wortes. Die Gabe der Wohlrcdenheit ist ein besonderes Geschenk Gottes, und daß in dem Momente des Vortrages sich den richtigen Gedanken lind Empfindüngen die rechten Worte zu Gebote stellen, dazu gehört wiederum ein besonderer Beistand Gottes: Des Menschen sind die Ordnungen des Herzens, Aber von Gott stammt der Vortrag der Zunge. (K.!6, I.)' Heißt doch darum vielleicht מענה Vortrag und ענה nicht bloß antworten, sondern überhaupt zu reden beginnen, weil dem wahren Reden der Gedanke vorangeht und das Wort mit dem Ausdruck dem Gedachten zu ״entsprechen" suchen muß. Wenn aber das Wort nicht nur korrekt den Gedanken zum Ausdruck bringt, werm mit der Korrektheit des Ausdrucks die Rede auch die Geister und Herzen gewinnende, ansprechende Form zu verbinden weiß, wenn, nach dem Ansdruck unserer Sprüche, zugleich הן ,נועם ,מתק, das Süße, Schöne und Angenehme, herzgewinnende Liebenswürdigkeit auf bcn Lippen des Redners wohnen, dann erreicht erst die!neuschlichc Rede mit der größten Wirtung den höchsten Preis. Der Herzensweisc wird dazu kommen, einsichtsvoll genannt zn werden, Aber die Süße der Lippen erhöht die Belehrung. (K. 16, 21.) ' הבמה und תבונה muß allerdings der Rede vorangehen. Die gegebenen Wahrheiten der Weisheit und die darails schlnßgerecht zu folgernden Ergebnisse für das Leben müssen die Grundlage, müssen den Inhalt der Rede bilden, lind wer die von הבמה gegebenen durch תבונה gefolgerten Ergebnisse treu zum Ausdruck bringt, der wird mit Recht ein נבון genannt. Aber erst durch מתק יבב ת י ב, durch das ansprechende Schöne der Neoe wirb der belehrllngsrciche Erfolg gewonnen. Honigseim sind ansprechende Reden, Silid süß dem Gemüthe und Heilung den! Gebein. (K. 16, 24.) sie 6)1111 dem Gemüthe wohl und erfrischen die Kraft. Aber: Gottes Abscheu sind des Schlechten Gedanken, Und nur reine Reden sind schöne Reden. (K. 15, 26.) Wehe,, wo die köstlichste Mcuschengabe, die schöne Rede, in den Dienst des Uulautern, des Gemeinen und sittlich Schlechten steht! Ein Freund, reinen Sinnes, Mit herzgewinnenden Lippen, dessen Genosse ist ein .König! (K. 22, 11.) Wer so glücklich ist einen Freund zu besitzen, dessen Her; rein ist und auf dessen Lippen herzgewinnende Liebenswürdigkeit wohnt, der mag mit keinem Könige lauschen! Der hat einen Freund, der ihn stets snx