Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1883)
- Article
- Judenthum und Bibel auf der Anklagebank im Hause der Abgeordneten
- Date
- 1883-03-22
- Page
- 177 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933009-2952294--12185-2952333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XVT. fMrnmtrt. .fi11 ״״! ״״״״,.״ n 564,1. JVT fTiifirnmm :\ö i‘> .VNnttiinhj'r!wm» A/1 Vv ®[üt!p!istl|rift zur Fördcrmig jüdische» Geistes und jüdische» Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. Acgrüttlle'l von StMIj'lM 9kllph!1tk HÜ'jch, dan&fiinrr 11.?srncfilifififi! /trPiijioiisgrfrirfiTiaft zi! ^cniißfurl a. HL Neue Folge. - Erster Jahrgang. HermiSgcgcbe» unter Mitwirkung des Begründers und bewahrter Genossen von Asaac Kirsch- Diese 2üocheuschrist erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnelnenlsplcis bei allen V ostanst alten nnd Buchhandlungen 'IM. ">0 .«j fiir da7׳ Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'schc Vcrlagobnchhand. lnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang sür V2 M oder 7 Vnlden österr. Währ, nach Dentschlaitd nnd Oesterreich׳, sür U M oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzcigen werden mit 25.F s. d. :!gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Gxpcdili on: Hannover, Theodorstr. 5. Sir crimierif an die rechtzeitige Criieiierung des Aboimcmcnts vor dem 1. April d. I. Tic EMditivit des ״Jcscliimm". Jirdeiühmil imd Kilikl auf brr ^!tlilngrlinuli int 1)111111' kr Ahßklndiietkit. I. Ganz neu ist bic Geschichte gerade nicht. Seitdem vor mehr als zweitausend Jahren der allmächtige persische Reichskanzler seinen berüchtigten Vortrag bei seinem königlichen Herrn mit den Worten begann: ישנו עש ״ ,אהדes ist noch immer Ein Volk, so zerstreut es auch ist, so verbleibt es doch in seiner Absonderung allüberall" — hat das jüdische Volk noch alle Jahrhunderte hindurch unter Vorurtheilcn zu leiden gehabt, und bis in die Gegenwart hinein — und durch die Einflüsse unter denen die Jugend in weiten Kreisen heranwächst, über unsere Gegenwart hinaus — werden über Juden und Jndenthnm Vornrtheilc gehegt nnd gepflegt, die im buchstäblichsten Sinne Urtheilc vor jeder Prüfung der Wirklichkeit sind. Da kann man freilich keine Zeitung in die Hand nehmen, in der nicht von viehischen Ausschreitungcn berichtet würde, von Thatcn unmenschlicher Roheit, selbst von Kindern gegen Eltern und Großj eitern .verübt, von empörenden Mißhandlungen wehr-; loser Menschen, von Vertranensmißbräuchen in großem i Maßstabc und zwar von Männern in Ehrenstetten be- > gangen, denen das öffentliche Vertrauen cntgcgengcbracht i war, lauter Verbrechen, von denen dem jüdischen Volke j nichts, auch nicht von seinen erbittertsten Feinden | zur ^asl gelegt iverdeu kann. Und umgekehrt vcr- I geht könnt eine Woche, in der nicht die össentlichen ' Blätter, sei es von Förderungen humanitärer Bej strebungcn durch jüdische Wohlthätigkcit, oder von; Schöpfungen im Interesse des gemeinen Besten durch jüdische Hochherzigkeit, oder von Leistungen zur Änderung > 11xcufd)lid)cn Elends durch jüdische Opferwilligkeit zu ■ berichten hätten. Thut Alles nichts: der Jude wird; verbrannt. In den Anschauungen selbst einflußreicher! .Kreise ist und bleibt vielfach der Jude, die jüdische; Raee, der jüdische Stamm, eine an Kultur, Rechtlich-; feit, Würdigkeit, bürgerlicher Gemeinnützigkeit, im Bergleiche zu den übrigen Slaatsgenosscn niedriger stehende Beoölkerungsklasse, die sich erst aus ״ihrem Jndcnthumc" herauszuarbciten hätte, um, wenn überhaupt, ihren Mitbürgern in voller Ebenbürtigkeit und Gleichwerthigfeit an die Leite treten zu können. Denn wie der Judenheit, so erging und ergeht