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Jeschurun · 1883-03-15 · Heft 11 (15.3.1883) · p. 163

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 11 (15.3.1883)
Article
Der erste Adar und unsere Synagogen
Date
1883-03-15
Page
163 (sequence 3)
Language
German
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163 der Lcbenshciligung bilden sollten, vielmehr das Grab I der wahren Gottesfurcht für die Großen und für die Kleinen geworden?'? Hat somit die Adar-Mahnung nicht auch jetzt noch in viele jüdische Kreise der Gegenwart den Aufruf zn bringen: לציין את הקברים, doch zur Besinnung zu kommen, das was durch Bernach׳ lüssigung und geschwundene Innerlichkeit;um Grabe des jüdischen Lebens geworden ift, nicht mehr gedankentos noch als Stätte der Lebenserhaltung zu betrachten, sich deshalb nicht mehr gedankenlos \1\ verunreinigen, die טומאה vielmehr als solche zn erkennen und damit zn bannen und so לריק את ברק הבית, nicht bloß einzelne Sprünge und Nisse zu besciligcn, sondern den in Wahrheit so vielen Gottes- Häusern drohenden Zusammenbruch abzuwenden?! Das ist eine Ausgabe, die die Kräfte des Einzelnen freilich übersteigt. Sowie das Symbol unserer Leistungen für das Hciligthnm, der halbe Schekel, die ergänzende Hälfte des Genossen erwartet, um ein Ganzes zn werden, so sieht sich auch dieser Aufgabe gegenüber jeder Einzelne auf das Mitwirken der Genossen hingewiesen. Aber diese Genossen werden nicht fehlen. Groß, viel größer als man gewöhnlich glaubt, ist die Macht der guten Sache und des guten Beispiels. Es braucht in jeder Gemeinde nur erst einmal Einem wackeren Manne, Einer wackeren Frau recht von Herzen Ernst zn sein, dieser heiligsten Aufgabe לחזק את ברק הבית gerecht zn werden und dem tobten Gold und Marmor der prächtigen Synagogen, die in den letzten fünfzig Jahren überall erstanden sind, erst den rechten lebendigen Inhalt zn geben: so werden sie nicht allein bleiben mit ihrem reinen Streben. Nicht von den Nabbincn, nicht von den Vorständen, nur von den ירידים, nur von den einzelnen jüdischen Männern und Frauen kann auch in dieser Beziehung das Heil kommen. Möchte doch dieser Frühlings-Weckruf des Adar Eingang finden in die jüdischen Herzen, auf daß überall, wo unsere Heiligthi'uncr Schäden und Nisse zeigen, mit Ernst und Hingebung an deren Beseitigung gearbeitet werde, damit unsere uralte Synagogenordnnng endlich überall in Kraft trete und alles שירת חולץ schwinde aus allen unseren Synagogen, damit eine jede Synagoge in Wahrheit zum מקרש מי<מ werde und überall jüdisches Leben da aufsprieße, wo jetzt so niaucher zarte Keim dieses Lebens im Keime leider erstickt wird. Dann werden Alle, die in diesem Sinne streben, unserem Nationalgcbnrtsfestc fröhlichen Herzens entgegensehen können, beglückt in dem Bewußtsein, für ihre Pflicht gegen' unser Heiligthum ihren halben Schekel voll und ganz geleistet zu haben. }I. H. $rtl011!01!if(i)c Miilliilikishrit. Bon Samson Üiaphael Hirsch. V. Das Wort. P-Zonscyimg.) Welche äußere Veranlassung zu einem Streit auch vorhanden sein möge, in den Gemüthern der Streitenden liegt nimmer der wahre Grund zur Andaner eines Zwistes: Brenschen, die den hohen Werth des Friedens und der Eintracht, — Güter, denen wir Alles außer Pflicht und Gewissen uuterzuordneu und auszuopfern bereit sein sollen — und das Unheilbringende und alles Glück und alle wahre Freude des Lebens Vcrscheuchende der Zwietracht und des Unfriedens zu würdigen wissen, denen wird es gelingen, beim Entstehen eines Zwistes sofort die Selbstbeherrschung . zu üben, die erlittenes Unrecht vergiebt, und - - gewöhnlichen Menjchennatureu das Schwerere! — geübtes Unrecht einzngestehen und abzubitten, und damit das Feuer der Zwietracht von Vornherein nicht auskommcn zu lassen. Wie hier dem Feuer, so vergleicht ein anderer Spruch den Streit dem anderen verheerenden Element, dem Wasser, und spricht: Ein Wasser-Hervorbruch ist der Anfang eines Zankes, Bevor er sich weiter bloslcgt, gicb ans den Streit. (K. 3 7, H;)' Die Worte des Zänkers geben sich wie Selbstvertheidignngen, Und sie dringen tief hinab in die Kammern des Innern. (K.!8, 8.) Die Nifalform des gewohnheitsmäßigen Zänkers גרנן bezeichnet ihn als einen von der Streitsucht leidenschaftlich Beherrschten, den daher die Leidenschaft zu Aenßernngen hinreißt, die er nicht verantworten kann. Leine Worte geben sich wie מתלהמים, (von להם, verw. mit לרם, Krieg führen), wie Selbstverthcidigcn, wie Abwehr. Allein, statt den Unglimpf von sich abznwcisen, statt sich darauf \u beschränken, unberechtigte Angriffe zurückzuwcisen, überschüttet er den (Gegner mit kränkenden Beleidigungen, die in die Tiefe seines Innern eindringen. Statt sich zu schützen, tobtet er den Andern. * Am Verächtlichsten und Verderblichsten tritt aber die Lüge als Heuchelei, Schmeichelei und Berführnug auf, als Heuchelei, die dem ׳Nächsten ihre wahren Gesinnungen und Absichten verleugnet, als Schmeichelei ihn über den wahren Werth oder Unwerth seiner Persönlichkeit, oder als Stimme der Verführung über den wahren Werth oder Unwerth der zu begehenden Handlungen täuscht.

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