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Jeschurun · 1883-02-22 · Heft 8 (22.2.1883) · p. 118

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 8 (22.2.1883)
Article
Judenspiegel [Rezension]
Date
1883-02-22
Page
118 (sequence 2)
Language
German
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118 Drucklegung die Wenigsten unter uns den Inhalt jener j Werke fauicn gelernt hätten; darum sind wir ihnen j gewiß aufrichtigen Dank schuldig." ׳ Diese Worte des N. Jakob' (imbcn sind geeignet, | alle die Anklagen, die von den Nachbetern CiseumengerS! über die vermeintliche Verachtung der Christen seitens! der Inden ausgesprochen werden, als lügenhafte Verleumdnng erkennen;11 lassen. N. Iizchak Lampronti beweist in seinem פהד *יצחק j Th. 1[ ftol. 7 1>, daß diejenigen stellen der tat-! mndischen Schriften, die sich in verächtlicher Weise j über nichtjüdische Völker anssprechen und dieselben ver-! schiedener Vergehen gegen das Vebcn. das Cigenthnnt und die Sittlichkeit verdächtigen, sich nicht auf die 1 Christen beziehen fön 11c 11, bei denen jene Vergehen : auf's schwerste bestraft werden.! N. Iecheskel Landau, Dberrabbiuer in Prag, sagte : in der Vorbemerkung zu seinem vor!07 Jahren er׳ i schienenen ,2' גורע ביהורר. daß diejenigen Völker, in ׳ deren Mitte wir leben, an die WeUschöpfnng, an die!' Dffcubarung, an die in der Bibel erzählten Wunder i glauben, daß wir verpflichtet sind, für ihr Wohl zu beten, und daß diejenigen Stellen der jüdischen Literatur, in denen in Bezug auf die Völker, die mit den AnSj drücken ע ני" ם oder גויב oder נוהים bezeichnet werden,; etwas VerächtliicheS ausgesprochen wird, nicht auf; diejenigen Völler bezogen werden können, unter denen ' wir leben, sondern daß damit die Stern und Planeten- . Anbeter früherer Zeit bezeichnet sind, wie z. B. die Sabäer, deren MaimonideS in seinem More Nebnchiin , (III 29) erwähnt.! Cbenso hat N. Cleasar FlekeleS am Anfänge deS ersten Theiles seines ס׳ השובר. מאהבה erklärt, daß sich im Talmud und den darauf beruhenden rabbinisehen Schriften nichts befindet, was gegen die Völker, unter denen wir gegenwärtig leben, gerichtet ist, daß daher alles das, was von unseren Widersachern hierüber behauptet wird, auf Lüge und grundlosem Hasse beruht, daß nnS vielmehr im Talmud gelehrt wird, jedem Volke, unter dem wir leben, dankbar zu sein, gegen > Niemanden Unrecht oder Tücke zu üben, daß wir daher : nm1׳v mehr gegen die Völker, unter denen wir leben, zur strengsten Rechtlichkeit verpflichtet sind. Der erste Beweis, den R. Cl. FlekeleS hierfür anführt, beruht auf der Psalmsiellc 1:15, 20 ״(Lottesj fürchtige segnet Gott": diese Worte müssen sich, wie! unter Hinweisung ans MaimonidcS הל׳ מ^נים VIII | 11 gezeigt wird, auf diejenigen nichtjüdischen Völker j beziehen, welche die sieben noachidischen Gebote beobachten, die darin bestehen, sich vom Götzendienst, von j Gotteslästerung, von Angriffen auf Leben und Cigen-! thum des Menschen, von Unkenschheil feruznhalten, kein ן von einem lebenden Thiere abgetrenntes Fleisch zu essen,! Rechtspflege zu halten. Da nun die Völker, unter denen wir leben, diese sieben Gebote beobachten, sind sic nach jüdischer Veljrc als die Gottesfürchtige!! unter den Völkern zu betrachten, die des künftigen Lebens theilhaft werden. In demselben Sinne hat sich auch der Verfasser des vor 80 Jahren unter Approbation der damaligen Rabbiner zu Amsterdam, Haag, Krakau, Altofen, erschienenen 2' הבריה Th. II, Abschnitt.13, Kap. 5. ausgesprochen. Cs ließen sich noch viele ähnliche Erklärungen anführeu; daß dieselben keineswegs, wie in! ״Indenspiegel" behauptet wird, als ״Düpierung der Christen" betrachtet werden können, sondern aus dent Talmud beruhen, ergiebt sich evident ans Mischna Abot .11114 (הוה׳ י׳ט;. St.), wo die Dignität Desjenigen, der zur Höhe des reinen MenschenthnmS sich erhebt, a!!S I. B. M. 9, 0 nachgewiesen wird, ans Chulin 13 1), aus Aboda sara 3 a, wo gelehrt wird, daß der Nichtjnde, der (הים׳ ד״ד. *^אפיי^ר) das in den sieben noachidischen Geboten für die Menschheit gegebene Gottcögesetz erfüllt, dem hohen Priester gleichsteht, denn cs heißt 3. B. M. 18, 5: ״welche der Mensch erfüllt und Leben durch sie gewinnt." Cbenso ist aus Aboda sara 05 a ersichtlich, daß der Talmud nicht sämmtliche Nichljuden als Götzendiener betrachtet, sondern unter den Richtjuden zwischen solchen, die Götzendiener sind und solchen, welche nicht Götzendiener sind, einen großen Unterschied macht, dessen Konsequenzen, wie aus den Responsen des R. Iizchak b. Scheschet Nr. 119 ersichtlich, für das Verhalten gegen Christen und Mnhamedauer maßgebend sind. (Fortsetzung folgt.) Salamouiffljc Miillimislikik. Bon 211111(011 Raphael Hirsch. (Fortsetzung.) IV. Rechter Gebrauch des Neichthums. Durch die beiden Sätze: באין אלפים הו׳ und 'מונע בר וגו will Misere Sprnchweishcit, wenn wir sie recht verstehen, uns noch zwei Lehren geben, deren Nichtbeachtung nicht in daS Gebiet deS Unrechts sielen, deren Beachtung gleichwohl von der Klugheit gefordert würde. Zuerst giebt es auch eine uuzcitigc Sparsamkeit und eine unvernünftige Wirtschaftlichkeit, wie, wenn Jeu!and um die Krippe rein zu halten und daS Futter zu sparen, sich keine Pslugochsen halten wollte, damit sicherlich aber au der Crndte für seine eigene Nahrung einbüßcn würde. Zur rechten Zeit und in vernünftiger Weise Ausgaben machen, bringt Gewinnst.

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